El Al verschiebt Rückholflüge für gestrandete Israelis aus Dubai
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 09:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
El Al verschiebt die für Freitag geplanten Rückholflüge für israelische Passagiere aus Dubai, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate der Airline die Landeerlaubnis entzogen haben.
Flüge für Freitag gestrichen
Nach Angaben von El Al sollten zwei Maschinen um 11.00 Uhr und 13.00 Uhr Ortszeit in Dubai starten. Das Unternehmen teilte mit, die Flüge seien wegen der fehlenden Genehmigung gestrichen worden; Details zum Entzug der Landeerlaubnis wurden zunächst nicht genannt.
El Al will ab Sonntag und an den folgenden Tagen neue Verbindungen anbieten. Israelischen Medien zufolge sind die Plätze dafür bereits ausgebucht. Auch Arkia und Israir sollen Israelis aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückbringen.
Auch Arkia-Flug unsicher
Arkia hatte ebenfalls einen Flug für Freitag geplant. Ob er stattfinden kann, war nach Angaben der israelischen Nachrichtenseite „ynet“ zunächst offen.
Das israelische Verkehrsministerium hatte den Beginn der Rückholflüge zuvor für Freitag angekündigt, zugleich aber auf mögliche Verzögerungen hingewiesen. Als Gründe nannte es unter anderem die Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden.
Gespräche ohne endgültige Genehmigung
Der israelische Sender N12 berichtete, stundenlange Gespräche zwischen hochrangigen Vertretern Israels und der Vereinigten Arabischen Emirate hätten zunächst keine endgültigen Vereinbarungen oder Landegenehmigungen für israelische Flugzeuge gebracht.
Flydubai setzt Israel-Flüge aus
Flydubai hatte seine Flüge von und nach Israel nach dem gewaltsamen Zwischenfall am Mittwoch ausgesetzt, solange die Untersuchungen andauern. Nach Medienberichten sitzen deshalb mehr als 10.000 Israelis in Dubai und anderen Orten im Ausland fest; sie wollten ursprünglich über Dubai nach Israel zurückfliegen.
Der Flydubai-Flug war am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es im Cockpit zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung kam. Nach Angaben des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu stach der Copilot auf seinen Kollegen ein; die Maschine geriet Berichten zufolge in einen Sturzflug.
Notlandung in Saudi-Arabien
Nachdem der mutmaßliche Angreifer überwältigt worden war, konnte das Flugzeug in Saudi-Arabien notlanden. Eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, übernahm das Steuer.
Israels Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag aus. Wichtige Fragen zum Ablauf und zum Motiv sind noch offen.
Rückholflüge hängen von Genehmigungen ab
Die Verschiebung zeigt, dass die Rückkehr der gestrandeten Israelis nicht allein von verfügbaren Flugzeugen abhängt. El Al benötigt für den Einsatz in Dubai die Zustimmung der dortigen Behörden; zugleich müssen Sicherheitsstellen und beteiligte Staaten den Ablauf koordinieren. Nach dem Aussetzen der Flydubai-Verbindungen ist damit eine reguläre Reisemöglichkeit kurzfristig weggefallen.
Die Größenordnung verschärft die Lage: Nach israelischen Medienberichten warten mehr als 10.000 Menschen auf eine Rückkehr. Selbst mehrere Sonderflüge können eine solche Zahl nur schrittweise aufnehmen. Dass bereits angekündigte Verbindungen ausgebucht sind, erhöht den Druck auf die Behörden und lässt Reisende auf weitere Flüge von El Al, Arkia und Israir angewiesen sein.
Sicherheitsfragen überschatten den Flugverkehr
Der Vorfall im Cockpit hat nicht nur die Ermittlungen zum mutmaßlichen Angriff ausgelöst, sondern auch unmittelbare Folgen für die Verbindung zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel. Israel prüft seit dem Geschehen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für ausländische Crews. Für Passagiere sind vor allem verlässliche Abflugzeiten, alternative Routen und klare Informationen über Genehmigungen entscheidend.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „Nach Flugzeug-Drama in Flydubai-Maschine schickt Israel Geheimagenten nach Dubai“ (01.10.2026)
Der Bericht bestätige die vorübergehende Einstellung der Flydubai-Flüge nach Tel Aviv und beschreibe die geplanten Rückholaktionen aus Dubai. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf die Sicherheitsfolgen: Israel wolle ausländische Pilotinnen und Piloten strenger überprüfen; zugleich bleibe offen, welche Maßnahmen sich gegenüber ausländischen Fluggesellschaften praktisch durchsetzen ließen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Merkur: „Messerattacke im Cockpit: Israel geht von Einzeltäter aus – was wir wissen und was nicht“ (01.10.2026)
Der Artikel bestätige den gewaltsamen Vorfall, die Notlandung und die Rückführung der Passagiere. Anders als die aktuelle Meldung konzentriere er sich auf die noch offenen Fragen zu Motiv, Ablauf und Herkunft des mutmaßlichen Angreifers; zugleich werde die israelische Einordnung als möglicher dschihadistischer Anschlag als staatliche Bewertung dargestellt.
Beide Berichte stellten die Aussetzung der Flydubai-Verbindungen und die notwendige Rückholung israelischer Passagiere heraus. Unterschiedliche Schwerpunkte lägen bei den Sicherheitsfolgen und bei der Bewertung des Tatmotivs; offen blieben insbesondere die Genehmigungen für die verschobenen Flüge und der weitere Umfang der Rückholaktion.
