Peruanischer, Ex-PrÀsident

Peruanischer Ex-PrÀsident Fujimori gestorben

12.09.2024 - 02:10:35

Er war wegen Menschenrechtsverletzungen durch Todesschwadronen gut 16 Jahre hinter Gittern. Vor zwei Monaten hieß es noch, er wolle wieder PrĂ€sident werden.

Der ehemalige peruanische PrĂ€sident Alberto Fujimori ist im Alter von 86 Jahren gestorben. «Nach einem langen Kampf gegen den Krebs ist unser Vater, Alberto Fujimori, soeben zur Begegnung mit dem Herrn entrĂŒckt», hieß es in einer Nachricht im Namen seiner vier Kinder auf dem Konto seiner Tochter Keiko Fujimori auf der Plattform X.

Fujimori war wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen durch Todesschwadronen wĂ€hrend seiner Amtszeit (1990 bis 2000) gut 16 Jahre in Haft. Seit Dezember war er wieder auf freiem Fuß. Als Staatschef hatte der Sohn japanischer Einwanderer die SicherheitskrĂ€fte rigoros gegen linke und angeblich subversive KrĂ€fte vorgehen lassen, das Parlament wurde entmachtet. Der Staat sah sich damals durch die maoistische Terrororganisation Leuchtender Pfad bedroht. Zudem wurden Zehntausende indigene Frauen zwangssterilisiert, um ihre Kinderzahl zu reduzieren. Sie wurden als Entwicklungshemmnis angesehen.

Zu 25 Jahren Haft verurteilt

Fujimori war im Jahr 2009 zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. 2017 wurde er vom damaligen PrĂ€sidenten Pedro Pablo Kuczynski begnadigt und aus dem GefĂ€ngnis entlassen. SpĂ€ter hob der Oberste Gerichtshof die Entscheidung allerdings auf und Fujimori wurde erneut inhaftiert. Das Verfassungsgericht bestĂ€tigte im Dezember schließlich die Begnadigung von 2017 aus humanitĂ€ren GrĂŒnden. Menschenrechtsorganisationen kritisierten das.

Obwohl die Verfassung nur zwei Amtszeiten zuließ, war Fujimori 2000 fĂŒr eine dritte Amtszeit angetreten. Er gewann die Wahl zwar, stolperte kurz darauf aber ĂŒber den Montesinos-Skandal. Sein Geheimdienst-Chef Vladimiro Montesinos war dabei gefilmt worden, wie er einem Oppositionsabgeordneten Bestechungsgeld ĂŒbergab, um ihn zum Übertritt zu Fujimoris Partei zu bewegen. 

Fujimori setzte sich zunĂ€chst nach Japan ab, wurde bei einer Reise nach Chile allerdings festgenommen und in der Folge an Peru ausgeliefert. Erst im Juli verkĂŒndete Keiko Fujimori, die Vorsitzende der rechten Partei Fuerza Popular, ihr Vater werde wieder fĂŒr das PrĂ€sidentenamt kandidieren.

@ dpa.de