Europa, Handel

EU trifft bei Gipfel Staaten aus Karibik und Lateinamerika

17.07.2023 - 05:27:57 | dpa.de

Erst zum dritten Mal ĂŒberhaupt treffen sich die Staats- und Regierungschefs von EU, Lateinamerika und Karibik zu einem Gipfel. Auf der Tagesordnung stehen heikle Themen.

  • Brasiliens PrĂ€sident Luiz Inacio Lula da Silva (l) und Argentiniens PrĂ€sident Alberto Fernandez. - Foto: Maria Eugenia Cerutti/Presidencia Argentina/dpa
  • EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen begrĂŒĂŸt den brasilianischen PrĂ€sidenten Luiz InĂĄcio Lula da Silva in BrĂŒssel. - Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
Brasiliens PrĂ€sident Luiz Inacio Lula da Silva (l) und Argentiniens PrĂ€sident Alberto Fernandez. - Foto: Maria Eugenia Cerutti/Presidencia Argentina/dpa EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen begrĂŒĂŸt den brasilianischen PrĂ€sidenten Luiz InĂĄcio Lula da Silva in BrĂŒssel. - Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Mehr als 50 Staats- und Regierungschefs aus der EU, Lateinamerika und der Karibik treffen sich heute zu GesprĂ€chen ĂŒber Handelsabkommen und UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine.

Es ist erst der dritte solche Gipfel zwischen der EuropĂ€ischen Union und der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac). BrĂŒssel sieht darin nach Angaben von EU-Beamten ein Signal, dass die Partnerschaft neu belebt wurde. KĂŒnftig sollen solche Treffen alle zwei Jahre stattfinden.

Im Mittelpunkt der zweitĂ€gigen Begegnung stehen voraussichtlich neue GesprĂ€che ĂŒber das geplante Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Die Vereinbarungen liegen seit dem Abschluss der Verhandlungen 2019 noch auf Eis. Der Vertrag wĂŒrde die grĂ¶ĂŸte Freihandelszone der Welt mit 780 Millionen Menschen schaffen. Er soll Zölle abbauen und damit den Handel ankurbeln.

Kritik an ZusatzerklÀrung

Zuletzt wuchs aber in SĂŒdamerika die Skepsis gegenĂŒber dem bereits fertig ausgehandelten Abkommen. FĂŒr besonderen Unmut sorgte eine von BrĂŒssel angeregte ZusatzerklĂ€rung zu Klima, Umwelt und Menschenrechten. Damit wollte die EU eigentlich Kritiker in den eigenen Reihen besĂ€nftigen. Brasiliens PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva nannte die Nachforderungen «inakzeptabel». Auch Argentiniens PrĂ€sident Alberto FernĂĄndez kritisierte die ZusatzerklĂ€rung, weil sie den Fokus zu stark auf Umweltschutz lege, ohne die wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit im Blick zu behalten.

Die SĂŒdamerikaner fordern ihrerseits eine Anpassung des Vertragstextes - allerdings in eine ganz andere Richtung. Die EU sei bei Zollbefreiungen und Exportquoten in der aktuellen Fassung deutlich besser gestellt als der Mercosur, sagte Argentiniens Außenminister Santiago Cafiero vor wenigen Tagen. Allerdings herrscht auch innerhalb des Mercosur keineswegs Einigkeit. Uruguay beispielsweise dringt auf eine zĂŒgige Umsetzung und fordert eine Flexibilisierung des sĂŒdamerikanischen WirtschaftsbĂŒndnisses.

Verschiedene Haltungen zum Ukraine-Krieg

FĂŒr Konflikte könnten auch unterschiedliche Haltungen zum Ukraine-Krieg sorgen. Zwar haben Mexikos PrĂ€sident AndrĂ©s Manuel LĂłpez Obrador, Lula und FernĂĄndez den russischen Angriff verurteilt - allerdings lehnen sie harte Sanktionen gegen Russland ab. Stattdessen betonen sie immer wieder die Folgen des Krieges beispielsweise auf Nahrungsmittel- und Energiepreise auf der ganzen Welt. Viele Staats- und Regierungschefs in Lateinamerika fordern FriedensgesprĂ€che und lehnen eine klare UnterstĂŒtzung der Ukraine ab. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj wird nach Angaben von EU-Beamten nicht am Gipfel teilnehmen.

Mit den linksautoritĂ€r regierten Staaten Kuba, Venezuela und Nicaragua hat Moskau außerdem drei VerbĂŒndete in der Region, die Russland sogar offen unterstĂŒtzen. Nicaraguas PrĂ€sident Daniel Ortega und Venezuelas Staatschef NicolĂĄs Maduro dĂŒrften aber kaum zum Gipfel nach BrĂŒssel kommen. Beide sind mit Sanktionen belegt und reisen nur in verbĂŒndete LĂ€nder oder Staaten, die die Sanktionen nicht mittragen.

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