Erster Strafprozess gegen Donald Trump startet
11.04.2024 - 06:25:51 | dpa.de
Erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten soll am Montag in New York ein Strafprozess gegen einen frĂŒheren US-PrĂ€sidenten beginnen: Donald Trump ist in dem Verfahren in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar unter anderem wegen FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen angeklagt. Der 77-JĂ€hrige hat auf nicht schuldig plĂ€diert.Â
Der Prozess könnte nach Gerichtsangaben bis zu acht Wochen dauern. Zu erwarten sei ein «Pendeln zwischen anzĂŒglichen Zeugenaussagen zu Sex-Skandalen und kleinteiligen Details ĂŒber Unternehmensdokumente», schrieb die «New York Times». Als Zeugen könnten unter anderem Trumps frĂŒherer Anwalt Michael Cohen, Trumps frĂŒhere Kommunikationsdirektorin Hope Hicks und Pornodarstellerin Stormy Daniels auftreten. Bei Verurteilung könnte Trump eine mehrjĂ€hrige GefĂ€ngnisstrafe drohen, die auch auf BewĂ€hrung ausgesprochen werden könnte. Ab Montag sollen zunĂ€chst die Geschworenen ausgewĂ€hlt werden, was sich ĂŒber mehrere Tage hinziehen könnte.
Die AnwĂ€lte des Republikaners, der im November erneut zum US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt werden will, hatten bis zuletzt noch versucht, das Verfahren abzuwenden, zu verlegen oder zu verzögern. Eigentlich war der Prozessauftakt bereits fĂŒr den 25. MĂ€rz angesetzt gewesen, doch Richter Juan Merchan hatte eine von Verteidigung und Anklage beantragte Verschiebung gewĂ€hrt, um die Sichtung von neuem Beweismaterial möglich zu machen. Weitere Verschiebungen hatten Merchan und auch ein Berufungsgericht jedoch abgelehnt.
Die HintergrĂŒnde des Verfahrens
Hintergrund des Falls ist, dass Trump 2016 kurz vor seiner Wahl zum PrĂ€sidenten 130.000 US-Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zahlen lieĂ. Sie hatte behauptet, mit ihm Sex gehabt zu haben. Trump bestreitet eine AffĂ€re, nicht aber, dass Geld geflossen ist.
Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind nicht grundsĂ€tzlich illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmĂ€Ăig verbucht, auf illegale Weise zu verschleiern versucht und damit andere GesetzesverstöĂe vertuschen wollen. Daniels hat ihre Sicht auf die Dinge inzwischen vielfach öffentlich geschildert. Auch der vor kurzem erschienene Dokumentarfilm «Stormy» illustriert diese noch einmal.Â
Weitere Prozesse gegen Trump
Derzeit sind in den USA auch noch drei weitere Strafprozesse gegen Trump in der Vorbereitung, unter anderem wegen versuchten Wahlbetrugs und der Mitnahme geheimer Regierungsdokumente. Zudem gibt es zahlreiche Zivilprozesse. Der Ex-PrĂ€sident und sein Anwaltsteam versuchen, die Verfahren mit allen Mitteln zu blockieren oder zu verzögern, und waren damit teilweise auch schon erfolgreich.Â
In dem Schweigegeld-Prozess geht es um weniger schwerwiegende VorwĂŒrfe als in den anderen FĂ€llen. Experten zufolge ist es aber der Prozess, der womöglich als Erster abgeschlossen werden könnte. Trump bestreitet alle VorwĂŒrfe gegen ihn und sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Justiz. Das Schweigegeld-Verfahren sieht er als «Wahleinmischung» und «EinschĂŒchterung von WĂ€hlern», wie er immer wieder betont.
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