Windpocken, KrÀtze

UN: Windpocken, KrÀtze und Durchfall im Gazastreifen

22.10.2023 - 12:14:27

Es fehlt an Essen - und vor allem an Trinkwasser. Die sanitĂ€ren Einrichtungen sind, wenn ĂŒberhaupt vorhanden, in katastrophalem Zustand. Im Gazastreifen grassieren inzwischen zahlreiche Krankheiten.

Unter den verheerenden sanitĂ€ren Bedingungen im Gazastreifen hĂ€ufen sich nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) FĂ€lle von Windpocken, KrĂ€tze und Durchfallerkrankungen. Das berichteten dort tĂ€tige Gesundheitsorganisationen, teilte das UN-NothilfebĂŒro (Ocha) am Sonntag mit. Eine Ursache sei, dass die Menschen wegen des Trinkwassermangels in ihrer Not aus unsauberen Quellen schöpfen mĂŒssten. Das UN-BĂŒro nannte keine konkreten Zahlen.

Die Zahl der FĂ€lle werde aber zunehmen, falls Wasser- und SanitĂ€reinrichtungen nicht schnellstens wieder mit Strom oder Brennstoff versorgt wĂŒrden, um ihren Betrieb wieder aufnehmen zu können, warnte das UN-NothilfebĂŒro.

Israel hat die Versorgung des Gazastreifens nach den verheerenden Hamas-ÜberfĂ€llen vom 7. Oktober und dem Start seiner GegenschlĂ€ge mit Raketenangriffen eingestellt. Israel umschließt den Gazastreifen mit mehr als zwei Millionen PalĂ€stinensern fast vollstĂ€ndig. Die Vereinten Nationen betrachten ihn als von Israel besetztes Gebiet.

UN: 100 Lkw tÀglich nötig

Zur Versorgung der notleidenden Zivilbevölkerung im Gazastreifen sind nach Ansicht von UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths pro Tag mindestens 100 Lastwagen mit HilfsgĂŒtern nötig. Die Vereinten Nationen begrĂŒĂŸten den ersten Konvoi mit humanitĂ€rer Hilfe, der am Samstag in den unter Dauerbeschuss stehenden Gazastreifen fahren konnte. Sie betrachten die 20 Lastwagen aber als Tropfen auf den heißen Stein. Deren Ladung entspreche nur etwa vier Prozent der durchschnittlichen tĂ€glichen Einfuhren vor Beginn des Kriegs mit Israel. Es handle sich um einen «Bruchteil» dessen, was nach rund zwei Wochen Blockade der KĂŒstenenklave nötig sei, erklĂ€rte das UN-NothilfebĂŒro (Ocha) am Sonntag.

Die Vereinten Nationen fordern eine humanitÀre Feuerpause, um den mehr als zwei Millionen Menschen helfen zu können.

@ dpa.de