Wladimir Putin, Russland

US-Institut: Moskau ohne echten Friedenswillen

18.06.2023 - 13:18:36

Es gibt immer wieder internationale Initiativen, um die Parteien im Ukraine-Krieg zu Verhandlungen zu bewergen. Nun waren Staatschefs aus Afrika bei Putin zu Besuch. Konnten sie etwas bewegen?

Nach den GesprĂ€chen von Kremlchef Wladimir Putin mit mehreren afrikanischen PrĂ€sidenten sehen westliche Experten weiter kein echtes Interesse Russlands fĂŒr ein Ende des Kriegs gegen die Ukraine. Wie bei jeder bisherigen Friedensinitiative werde der Kreml den afrikanischen Vorschlag wohl nutzen, um westliche Hilfe fĂŒr die Ukraine zu behindern, befand das US-Institut fĂŒr Kriegsstudien (ISW) in Washington. Russland lasse keine Absicht erkennen, tatsĂ€chlich in einen Friedensprozess einzusteigen. Die Delegation unter Leitung SĂŒdafrikas hatte Putin am Samstag in St. Petersburg zu FriedensgesprĂ€chen aufgefordert.

Schon nach bisherigen VorstĂ¶ĂŸen - etwa aus Chinas und Brasilien - fĂŒr ein Kriegsende hatte sich Russland grundsĂ€tzlich offen fĂŒr Verhandlungen gezeigt. Putin warf bei dem Treffen in St. Petersburg der Ukraine jedoch abermals vor, eine Lösung zu verhindern. Das ISW spricht von einer «falschen Bereitschaft» Russlands fĂŒr solche GesprĂ€che. Es gehe Moskau vielmehr darum, den Westen zu verunsichern und die militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine zu schwĂ€chen. Zugleich wolle Russland die Kontakte nach Afrika nutzen, um die Zusammenarbeit mit dortigen Staaten auszubauen, hieß es.

Der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Azali Assoumani, sagte bei den GesprĂ€chen, Frieden in der Ukraine sei auch fĂŒr die internationale Lebensmittel- und Energiesicherheit wichtig. Die afrikanischen Staaten setzen sich auch fĂŒr die VerlĂ€ngerung des Abkommens zur Verschiffung von ukrainischem Getreide ĂŒbers Schwarze Meer ein. Moskau droht mit einem Ende im Juli, weil der Westen den Export russischer Lebensmittel und russischen DĂŒngers behindere.

@ dpa.de