Kyriakos Mitsotakis, Recep Tayyip Erdogan

Treffen in BrĂŒssel: AnnĂ€herung zwischen Ankara und Athen

12.07.2023 - 15:57:54 | dpa.de

Es ist das erste Treffen von Mitsokatis und Erdogan, seit der tĂŒrkische PrĂ€sident den griechischen Premier zur Persona non grata erklĂ€rt hatte. Nun soll das «positive Klima» ausgebaut werden.

Der griechische MinisterprĂ€sident Kyriakos Mitsotakis steht in BrĂŒssel Medienvertretern Rede und Antwort. - Foto: Virginia Mayo/AP/dpa
Der griechische MinisterprĂ€sident Kyriakos Mitsotakis steht in BrĂŒssel Medienvertretern Rede und Antwort. - Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Der griechische MinisterprĂ€sident Kyriakos Mitsotakis und der tĂŒrkische PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan haben sich am Mittwoch am Rande des Nato-Gipfels in Litauen auf eine AnnĂ€herung zwischen den beiden zerstrittenen Staaten verstĂ€ndigt.

Es war das erste persönliche Treffen der beiden, seit Erdogan im Juni 2022 Mitsotakis zur Persona non grata erklĂ€rt hatte. Seither hatten sich die Beziehungen zwischen der TĂŒrkei und Griechenland kontinuierlich verschlechtert.

KommunikationskanÀle sollen reaktiviert werden

Erst seit den schweren Erdbeben in der TĂŒrkei im vergangenen Februar, bei dem Griechenland gemeinsam mit anderen Staaten sofort zur Hilfe eilte, begannen sich die Beziehungen zu verbessern. Das zeigte sich auch in Vilnius: «Beide Seiten kamen ĂŒberein, auf der positiven Dynamik (der vergangenen Monate) aufzubauen und zeitnah zahlreiche KommunikationskanĂ€le zwischen den beiden LĂ€ndern zu reaktivieren», teilte das BĂŒro von Mitsotakis in Athen mit. Vom tĂŒrkischen PrĂ€sidialbĂŒro hieß es am Nachmittag, dass es fĂŒr beide LĂ€nder von Vorteil sei, wenn das derzeit positive Klima in den bilateralen Beziehungen ausgebaut werde.

Die Übereinkunft scheint sogar so weit zu gehen, dass man sich auf höchster Regierungsebene austauschen will. Im Herbst soll demnach in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki ein Treffen stattfinden, an dem nicht nur die wichtigsten Minister, sondern auch Erdogan und Mitsotakis teilnehmen. Beide Seiten hĂ€tten betont, sich auf hĂ€ufigere Kontakte auf allen Ebenen zu freuen, um die gemeinsamen Beziehungen zu verbessern, hieß es aus Ankara. Auch Athen ließ mitteilen, man wĂŒnsche sich hĂ€ufigere Kontakte auf allen Ebenen, um ein Klima des Vertrauens zu schaffen.

Seit vielen Jahren Streit

Athen und Ankara streiten sich seit vielen Jahren um Hoheitsrechte und Erdgasvorkommen in der ÄgĂ€is und im östlichen Mittelmeer. Im vergangenen Jahr hatte der Erdogan wiederholt mit einer Invasion griechischer Inseln gedroht, weil Griechenland diese entgegen internationalen VertrĂ€gen militarisiert habe. Athen hingegen kritisierte die Drohungen und beklagte unter anderem zahlreiche illegale ÜberflĂŒge griechischen Territoriums durch tĂŒrkische Kampfjets.

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