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New Yorker Betrugsprozess: Trump teilt erneut aus

11.01.2024 - 22:13:05

Es ist nur einer von mehreren Prozessen gegen Trump - aber fĂŒr den ehemaligen US-PrĂ€sidenten geht es bei dem New Yorker Betrugsprozess um die Zukunft seines Firmenimperiums. Er teilt aus.

Der Betrugsprozess gegen den ehemaligen US-PrÀsidenten Donald Trump in New York geht auf die Zielgerade. Beide Seiten hielten in dem Zivilprozess ihre AbschlussplÀdoyers.

WĂ€hrend die AnwĂ€lte der Staatsanwaltschaft noch einmal detailliert die Betrugsanschuldigungen gegen Trumps Firmenimperium, die Trump Organization, darlegten, wiesen die Verteidiger erneut jegliches Fehlverhalten Trumps und seiner Söhne Eric und Donald Jr. zurĂŒck. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Strafe von 370 Millionen US-Dollar (etwa 340 Millionen Euro).

Trump bezeichnete sich in dem Gerichtssaal im SĂŒden von Manhattan noch einmal als «unschuldigen Mann». GeneralstaatsanwĂ€ltin Letitia James hasse ihn und Richter Arthur Engoron habe «seine eigene Agenda», wetterte Trump, der die beiden zuvor in und außerhalb des Gerichtssaals schon mehrfach beleidigt und dafĂŒr auch schon eine Geldstrafe kassiert hatte. Richter Engoron forderte Trumps AnwĂ€lte auf, ihren Mandanten zu zĂŒgeln.

Trump wollte selbst sprechen

Trump hatte schon im Vorfeld des Termins mitgeteilt, sich selbst Ă€ußern zu wollen. Richter Engoron stellte Bedingungen dafĂŒr, die dann aber von Trumps AnwĂ€lten nicht akzeptiert wurden. Engoron hatte unter anderem verlangt, dass Trump das PlĂ€doyer nicht als Wahlkampfrede missbrauchen darf. WĂ€hrend ihrer AbschlussplĂ€doyers baten Trumps Verteidiger dann noch einmal darum, Trump das Wort zu erteilen - und Engoron gewĂ€hrte ihre Bitte.

Die New Yorker GeneralstaatsanwÀltin James war ebenfalls im Gerichtssaal. «Ich bin stolz auf den Fall, den wir vorgebracht haben, und bin zuversichtlich, dass die Fakten und die Rechtsstaatlichkeit auf unserer Seite sind», hatte sie zuvor erklÀrt.

Zukunft von Trumps Firmenimperium auf dem Spiel

In dem Zivilprozess geht es um die Zukunft des Firmenimperiums des 77-JĂ€hrigen. Die Staatsanwaltschaft warf Trump, dessen Söhnen und Mitarbeitern vor, den Wert der Trump Organization jahrelang manipuliert zu haben, um an gĂŒnstigere Kredite und VersicherungsvertrĂ€ge zu kommen. Richter Engoron hatte dies vor dem Prozess bereits bestĂ€tigt. Nach einem Urteil, das bis Ende des Monats angekĂŒndigt ist, könnte der Fall noch in Berufung gehen.

Der ehemalige PrĂ€sident will 2024 erneut gewĂ€hlt werden. Er ist der aussichtsreichste Bewerber fĂŒr die Kandidatur der Republikaner. Den Prozess nutzte er nach EinschĂ€tzung vieler Beobachter als Wahlwerbung und behauptete immer wieder, die Verhandlung sei Teil einer politischen Kampagne gegen ihn. WĂ€hrend des Prozesses wurden sowohl Trump selbst als auch seine Kinder Eric, Donald Jr. und Ivanka befragt.

Wenige Stunden vor dem Beginn der AbschlussplĂ€doyers hatte es der zustĂ€ndigen Polizeibehörde zufolge eine Bombendrohung gegen das außerhalb der Metropole New York gelegene Wohnhaus von Engoron gegeben. Verletzte oder SachschĂ€den gab es ersten Erkenntnissen zufolge nicht. NĂ€here Einzelheiten teilte die Polizei zunĂ€chst nicht mit.

@ dpa.de