Israel, PalÀstinensische Gebiete

Gaza-Deal gebilligt: So sieht der Fahrplan Nahost jetzt aus

Veröffentlicht am: 10.10.2025 um 07:46 Uhr | dpa.de

Es könnte jetzt Schlag auf Schlag gehen: Israels Regierung hat dem Gaza-Abkommen zugestimmt. Was passiert als NÀchstes?

PalÀstinenser feiern die Einigung auf die Feuerpause  - Bild: Belal Abu Amer/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa
PalÀstinenser feiern die Einigung auf die Feuerpause - Bild: Belal Abu Amer/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Nach der Zustimmung der israelischen Regierung zu dem mĂŒhsam errungenen Abkommen mit der islamistischen Hamas ist der Weg fĂŒr ein Ende der KĂ€mpfe sowie eine zĂŒgige RĂŒckkehr der Geiseln und eine Freilassung palĂ€stinensischer HĂ€ftlinge frei. So sieht der Fahrplan Nahost jetzt aus:

  • Laut dem vom Fernsehsender Kan veröffentlichten Vertragstext sollen die MilitĂ€reinsĂ€tze nach dem Kabinettsbeschluss aus der Nacht unverzĂŒglich eingestellt werden. Binnen 24 Stunden nach dem Beschluss sollen sich die israelischen StreitkrĂ€fte gemĂ€ĂŸ Abmachung auf eine vereinbarte Linie zurĂŒckziehen.
     
  • Auch Hilfslieferungen in den Gazastreifen sollten laut Kan umgehend ermöglicht werden. Wann die ersten Hilfstransporte ankommen könnten, blieb zunĂ€chst unklar. 
     
  • Binnen 72 Stunden sollen alle Geiseln in der Gewalt der Hamas und anderer Terroristen freigelassen und die Leichen toter Geiseln ĂŒbergeben werden. Die US-Regierung hatte betont, dass die Geiselfreilassung absolute PrioritĂ€t habe. Die RĂŒckkehr soll vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz ohne öffentliche Zeremonie und ohne anwesende Medienvertreter organisiert werden.
     
  • GemĂ€ĂŸ Abmachung soll die Hamas zudem Informationen ĂŒber die sterblichen Überreste toter Geiseln teilen, deren Verbleib unklar ist. Eine internationale Taskforce aus Experten aus Israel, den USA, Ägypten, Katar, der TĂŒrkei und vom Roten Kreuz solle nach den Leichen suchen, berichtete der Fernsehsender i24. 
     
  • Israel soll im Gegenzug rund 250 wegen schwerer Straftaten zu lebenslanger Haft verurteilte palĂ€stinensische HĂ€ftlinge und etwa 1.700 weitere PalĂ€stinenser freilassen, die nach dem 7. Oktober 2023 inhaftiert wurden. 
     
  • In einer zweiten Verhandlungsphase sollen dann Bedingungen geschaffen werden, die einen Frieden langfristig sichern. So ist ein vollstĂ€ndiger RĂŒckzug der israelischen Soldaten aus Gaza, den die Hamas fordert, laut Trumps Plan erst zu einem spĂ€teren Zeitpunkt vorgesehen, wenn eine internationale Stabilisierungstruppe fĂŒr Sicherheit vor Ort sorgt. Auch um eine Entwaffnung der Hamas wird es erst spĂ€ter gehen. 
     
  • Unklar war zunĂ€chst auch, wann das von den USA angestrebte gemeinsame Kontrollzentrum mit anderen Staaten errichtet werden soll. In der Nacht hatte das Weiße Haus mitgeteilt, dafĂŒr selbst Soldaten entsenden zu wollen. 

    Die fĂŒr die Region zustĂ€ndige Kommandozentrale des US-MilitĂ€rs (Centcom) wird laut hochrangigen Regierungsbeamten 200 Soldaten bereitstellen, die allerdings nicht im Gazastreifen eingesetzt wĂŒrden. Es gehe darum, ein gemeinsames Kontrollzentrum zu errichten, an dem auch StreitkrĂ€fte aus Ägypten, Katar, der TĂŒrkei und wahrscheinlich auch der Vereinigten Arabischen Emirate beteiligt sein sollen, hieß es weiter.

 

  • US-PrĂ€sident Donald Trump plant nach eigenen Angaben, am Sonntag in Richtung Nahost aufzubrechen. Er ist eingeladen worden, vor dem israelischen Parlament, der Knesset, eine Rede zu halten. Trump könnte dann auch bei der Freilassung der Geiseln vor Ort sein.
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