Pistorius, Bundeswehr

Pistorius bei Bundeswehr und MilitĂ€rĂŒbung in Litauen

22.05.2024 - 17:11:41

Es sei «wirklich ein besonderer Schritt», den Deutschland hier mache, lobt Boris Pistorius. Beim Besuch des Brigade-Vorkommandos und einer MilitĂ€rĂŒbung zeigt sich der Verteidigungsminister dankbar.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius ist in Vilnius mit dem Vorkommando der Bundeswehr-Brigade zusammengetroffen, die Deutschland bis 2027 in dem baltischen Nato-Partnerland stationieren will.

«Ich freue mich sehr, wirklich sehr, ĂŒber das, was Sie hier tun. Es ist beispielgebend, es ist beispiellos in der Geschichte der Republik und der Bundeswehr», sagte der SPD-Politiker bei dem Treffen mit der von Oberst AndrĂ© Hastenrath gefĂŒhrten Truppe. Es sei «wirklich ein besonderer Schritt», den Deutschland hier mache. 

Als Reaktion auf die verÀnderte Sicherheitslage in Europa hat die Bundesregierung zugesagt, einen gefechtsbereiten und eigenstÀndig handlungsfÀhigen Kampfverband fest in Litauen zu stationieren. Die Brigade soll bis 2027 einsatzfÀhig sein. Vorgesehen ist eine dauerhafte PrÀsenz von etwa 4800 Soldaten sowie rund 200 zivilen Bundeswehrangehörigen. Das Vorkommando mit etwa 20 Soldaten war am 8. April in Litauen eingetroffen.

Minister bei MilitĂ€rĂŒbung

Nach dem Treffen mit dem Vorkommando machte sich Pistorius auf den Weg zum MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Pabrade. Dort besuchte er auf dem grĂ¶ĂŸten TruppenĂŒbungsplatz Litauens eine Milita?ru?bung mit Gefechtsschießen mit scharfer Munition. Simuliert wurde ein Angriff einer feindlichen Milita?rmacht auf BĂŒndnisgebiet. Pistorius selbst wurde auf einem Leopard-2-Kampfpanzer in das weitlĂ€ufige und wenig bewachsene ÜbungsgelĂ€nde gebracht.

SpĂ€ter sah sich der SPD-Politiker in einem Transportpanzer Fuchs das Geschehen aus der NĂ€he an und stieg auch in die Panzerhaubitze 2000 - das schwerste ArtilleriegeschĂŒtz der Bundeswehr. «Vielen Dank dafĂŒr, dass ich mitfahren konnte. Die Gelegenheit hab auch ich nicht regelmĂ€ĂŸig», sagte Pistorius vor deutschen Soldaten, mit denen er sich nach der Übung zu einem GesprĂ€ch traf.

Die Milita?ru?bung unter dem Namen «Grand Quadriga» war Teil der Nato-VerteidigungsĂŒbung «Steadfast Defender» (etwa: «Standhafter Verteidiger») - dem grĂ¶ĂŸten Nato-Manöver seit dem Ende des Kalten Krieges vor rund 35 Jahren. Deutschland beteiligt sich daran mit 12.000 Bundeswehrsoldaten und mehreren eigenen Übungen. «Wir tun das aus gutem Grund», betonte Pistorius. Es gehe darum, nicht nur die KampffĂ€higkeit, sondern auch die Kampfbereitschaft zu demonstrieren.

Litauen grenzt an das mit Russland verbĂŒndete Belarus sowie an Russlands Ostsee-Enklave Kaliningrad. Zwischen beiden LĂ€ndern verlĂ€uft von Litauen ein schmaler Landkorridor westlich nach Polen - die sogenannte Suwalki-LĂŒcke, um die es im Falle eines Angriffs zu KĂ€mpfen kommen könnte. Deutschlands Truppenstationierung ist fĂŒr die Litauer eine gewĂŒnschte RĂŒckversicherung der Nato-Beistandsverpflichtung.

@ dpa.de