Ukraine, Russland

USA loben GesprÀche mit Ukraine und Russland als konstruktiv

22.12.2025 - 04:00:49

Es war ein langes Wochenende zĂ€her Ukraine-FriedensgesprĂ€che in Florida. Gesprochen wurde ĂŒber Sicherheitsgarantien und einen Wiederaufbau.

Die dreitĂ€gigen Verhandlungen in Miami ĂŒber ein Ende des Ukraine-Kriegs sind aus Sicht der ChefunterhĂ€ndler der USA, der Ukraine und Russlands positiv verlaufen. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der SekretĂ€r des ukrainischen Sicherheitsrats Rustem Umjerow teilten jeweils wortgleich auf der Plattform X mit, ihre GesprĂ€che seien «produktiv und konstruktiv» gewesen. Thema waren demnach unter anderem Sicherheitsgarantien der USA sowie ein Plan, wie das von Russland seit vier Jahren angegriffene Land wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen kann. 

Witkoff schrieb spĂ€ter auf X, auch der Aggressor Russland setze sich weiterhin fĂŒr eine Friedenslösung ein. Parallel zu den GesprĂ€chen hinter verschlossenen TĂŒren in Florida gingen die Gefechte in der Ukraine weiter. 

USA und Ukraine: PrioritÀt, das Töten zu beenden

Witkoff und der Ukrainer Umjerow erklĂ€rten: «Unsere gemeinsame PrioritĂ€t ist es, das Töten zu beenden, eine garantierte Sicherheit zu gewĂ€hrleisten und die Voraussetzungen fĂŒr die Erholung, StabilitĂ€t und den langfristigen Wohlstand der Ukraine zu schaffen.». Frieden bedeute nicht nur das Ende der Feindseligkeiten, sondern auch eine «wĂŒrdevolle Grundlage fĂŒr eine stabile Zukunft». 

In Miami sprach auch eine russische Delegation, geleitet von Kirill Dmitrijew, mit den amerikanischen UnterhÀndlern, darunter erneut der Schwiegersohn von US-PrÀsident Donald Trump, Jared Kushner. 

Auch die GesprĂ€che mit Dmitrijew seien «produktiv und konstruktiv» gewesen, schrieb Witkoff auf X. «Russland schĂ€tzt die BemĂŒhungen und die UnterstĂŒtzung der Vereinigten Staaten zur Lösung des Ukraine-Konflikts und zur Wiederherstellung der globalen Sicherheit sehr», schrieb Witkoff weiter. NĂ€here Angaben zum Inhalt der GesprĂ€che oder zu Ergebnissen machte er nicht. Dmitrijew teilte Witkoffs Post seinerseits auf X. 

«NÀchstes Mal in Moskau»

SpĂ€ter postete der russische UnterhĂ€ndler eine weitere Nachricht mit einem Selfie vor einer Strandkulisse: «Danke, Miami. NĂ€chstes Mal: Moskau.» Auf dem Foto trĂ€gt Dmitrijew ein T-Shirt mit der Aufschrift: «Next time in Moscow» (NĂ€chstes Mal in Moskau). Diesen Satz hatte Putin im August bei seinem Gipfeltreffen mit US-PrĂ€sident Donald Trump in Alaska zu dessen offenkundigem Erstaunen gesagt. Trump hatte damals geantwortet: «Das ist interessant. Das wird mir wohl etwas Ärger einbringen». Dennoch fĂŒgte er hinzu: «Ich könnte mir vorstellen, dass das passiert.» Witkoff war schon öfter zu Verhandlungen in Russland und hat sich mehrfach mit Putin getroffen. 

Ein direktes Treffen der beiden Kriegsparteien, Russland und Ukraine, gab es zumindest nach offiziellen Angaben in Miami nicht. 

Selenskyj: «Jeder Punkt wird detailliert durchgesprochen»

Auch der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj Ă€ußerte sich nur knapp zum Stand der GesprĂ€che in Miami, die er ebenfalls als «konstruktiv» einstufte. «Die Arbeit an den Dokumenten ĂŒber die Beendigung des Kriegs, ĂŒber Sicherheitsgarantien und den Wiederaufbau geht weiter – jeder Punkt wird detailliert durchgesprochen», sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Die Zusammenarbeit mit den US-Vertretern sei konstruktiv. «Das ist wichtig», betonte Selenskyj. Bei den Verhandlungen in Miami sei auch ĂŒber einen Zeitplan gesprochen worden. Â«Ăœber den möglichen Zeitrahmen fĂŒr bestimmte Entscheidungen», prĂ€zisierte Selenskyj.

Sowohl Kiew als auch Moskau warteten auf die ausfĂŒhrlichen Berichte ihrer Delegationen. Dmitrijew wurde am Montag in der russischen Hauptstadt erwartet. Erst dann werde Moskau prĂŒfen, welche VorschlĂ€ge zum Plan fĂŒr eine Lösung der Ukraine-Krise angenommen werden können und welche nicht, teilte Putins Berater Juri Uschakow mit. Dmitrijew werde «einige Signale mitbringen», die die Amerikaner von den EuropĂ€ern und Ukrainern erhalten haben. «Wir werden das alles hier besprechen und sehen, was akzeptiert werden kann und was kategorisch abgelehnt werden muss», sagte er am Abend im Staatsfernsehen.

Selenskyj sprach sich fĂŒr ein neues Treffen mit den EuropĂ€ern aus. Es gebe Einigkeit darĂŒber, dass die Ukraine nach der Arbeit ihres diplomatischen Teams in den USA mit ihren europĂ€ischen Partnern im grĂ¶ĂŸeren Kreis beraten sollte, schrieb er nach einem GesprĂ€ch mit dem norwegischen MinisterprĂ€sidenten Jonas Gahr StĂžre in sozialen Medien.

CDU-Außenpolitiker Hardt sieht Chancen fĂŒr Kiew

Der CDU-Außenpolitiker JĂŒrgen Hardt zeigt sich verhalten optimistisch ĂŒber die Chancen Kiews bei den Friedensverhandlungen in Miami. «Ein zu großes Entgegenkommen gegenĂŒber Putin schadet dem Ansehen Trumps im Kongress und im amerikanischen Volk. Außerdem haben die Ukrainer die RĂŒckendeckung der EuropĂ€er», sagte Hardt der «Rheinischen Post». Der zugesagte 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU sei eine enorme Summe. «Die Erfolge der Russen in 2025 bei der Eroberung von Territorium waren mit nicht einmal einem Prozent des ukrainischen Staatsgebiets mager, die Verluste mit rund 250.000 Soldaten enorm», sagte er. «Das sind doch einige TrĂŒmpfe in den HĂ€nden der Ukrainer.»

Moskau greift SĂŒden der Ukraine an

Ungeachtet der Verhandlungen in den USA setzte Moskau seine massiven Luftangriffe gegen Ziele in der Ukraine fort. Im Visier der russischen MilitĂ€rs lagen die drei ukrainischen HĂ€fen in der Region Odessa. Kampfdrohnen und ballistische Raketen forderten mehrere Menschenleben und sorgten fĂŒr neue Zerstörungen.

Mit Blick auf diese zunehmenden russischen Angriffe warf Selenskyj Russland vor, keine Bereitschaft zur Beendigung des Kriegs zu zeigen. «Jeder muss sehen, dass Russland ohne Druck nicht bereit ist, seine Aggression wirklich zu beenden. Der Druck muss erhöht werden», sagte er. Es sei klar, dass Moskau versuche, der Ukraine den Zugang zur Seelogistik zu sperren.

Die Ukraine schickte ihrerseits Kampfdrohnen zu diversen Zielen in Russland. Dabei wurde unter anderem eine Pipeline in der Region Krasnodar getroffen und in Brand gesetzt. Nach russischer Darstellung war die Pipeline von TrĂŒmmern einer abgeschossenen Drohne getroffen worden.

@ dpa.de

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