Papst Leo XIV. beginnt erste Afrika-Reise in Algerien
13.04.2026 - 11:09:02 | dpa.de
Papst Leo XIV. ist zum Auftakt seiner ersten Afrika-Reise in Algerien angekommen. Mit einer Dauer von insgesamt elf Tagen ist es fĂŒr das seit fast einem Jahr amtierende Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken die bislang lĂ€ngste Reise. Weitere Stationen sind Kamerun, Angola und Ăquatorialguinea.Â
Bei einem gemeinsamen Treffen bekrÀftigte Algeriens StaatsprÀsident Abdelmadjid Tebboune die Bereitschaft seines Landes zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Vatikan. Der Papstbesuch sei historisch, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur den PrÀsidenten.
Tebboune betonte die Bedeutung von Dialog, Frieden und Toleranz als gemeinsame Werte und verwies auf Algeriens Engagement fĂŒr soziale Gerechtigkeit. Mit Blick auf internationale Konflikte, insbesondere in der Region, sprach sich der PrĂ€sident fĂŒr ein Ende der Gewalt, mehr Hilfe fĂŒr die Zivilbevölkerung und die Anerkennung eines palĂ€stinensischen Staates aus. Frieden und Zusammenarbeit seien entscheidend fĂŒr die BewĂ€ltigung globaler Krisen.
Nach dem Treffen mit Tebboune stand ein Besuch in der GroĂen Moschee der Hauptstadt Algier auf dem Programm.Â
In Algerien - einem muslimisch geprĂ€gten Land - war bislang noch nie ein Papst zu Besuch. Von den annĂ€hernd 47 Millionen Einwohnern sind nur etwa 9.000 Katholiken. FĂŒr Leo hat Algerien jedoch eine besondere Bedeutung: In der dortigen Region wurde im vierten Jahrhundert der Heilige Augustinus von Hippo geboren, der Namensgeber des Augustinerordens, dem der heutige Papst seit fast 50 Jahren angehört. Vor seiner Zeit im Vatikan war Leo dessen weltweiter Leiter.Â
Mehr Katholiken in Afrika als in Europa
Am Dienstag wird er die Stadt Annaba (frĂŒher: Hippo) besuchen, die WirkungsstĂ€tte des Heiligen Augustinus. Leo wurde im vergangenen Mai zum Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus gewĂ€hlt. Seine erste Auslandsreise fĂŒhrte Leo Ende vergangenen Jahres in die TĂŒrkei und den Libanon. Im vergangenen Monat war er in Monaco.
In Afrika waren in den vergangenen Jahrzehnten PĂ€pste immer wieder zu Besuch. Am hĂ€ufigsten reiste der polnische Pontifex Johannes Paul II. dorthin: insgesamt 15 Mal. Franziskus war fĂŒnf Mal in Afrika. Der Kontinent gehört zu den Weltregionen, in denen die katholische Kirche wĂ€chst. Aktuell leben dort etwa 290 Millionen Katholiken - inzwischen sogar mehr als in Europa. Weltweit kommen aus Afrika inzwischen etwa ein FĂŒnftel (20,3 Prozent) aller Katholiken.
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