Trump, Zeit

Trump bekommt mehr Zeit fĂŒr Millionenstrafe

25.03.2024 - 18:32:53 | dpa.de

Folgenschwerer Achterbahn-Gerichtstag fĂŒr Donald Trump: Ein Berufungsgericht gibt ihm mehr Zeit fĂŒr die Zahlung einer Millionenstrafe. Zudem startet in wenigen Wochen ein weiterer Prozess.

Der ehemaliger US-PrÀsident Donald Trump muss seine Strafe vorerst nicht zahlen. - Foto: Mary Altaffer/AP Pool/dpa
Der ehemaliger US-PrÀsident Donald Trump muss seine Strafe vorerst nicht zahlen. - Foto: Mary Altaffer/AP Pool/dpa

Ein Berufungsgericht hat dem frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Donald Trump mehr Zeit fĂŒr die Zahlung einer Millionenstrafe aus einem Betrugsprozess eingerĂ€umt und die fĂ€llige Kaution reduziert. Trump mĂŒsse nun innerhalb von zehn Tagen erstmal eine BĂŒrgschaft fĂŒr 175 Millionen Dollar (etwa 160 Millionen Euro) aufbringen, teilte das Gericht in New York mit. FĂŒr Trump wĂ€re ansonsten die Hinterlegung einer BĂŒrgschaft fĂŒr fast eine halbe Milliarde US-Dollar fĂ€llig geworden.

Nur wenige Minuten spĂ€ter entschied ein Richter hingegen an einem anderen New Yorker Gericht, dass ein Strafprozess gegen Trump im Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin am 15. April - und damit rund drei Wochen spĂ€ter als ursprĂŒnglich geplant - beginnen soll. Bislang gab es in der US-Geschichte noch keinen Strafprozess gegen einen ehemaligen PrĂ€sidenten.

Innerhalb von kĂŒrzester Zeit wurde Trump damit gleich mit zwei folgenschweren Gerichtsentscheidungen konfrontiert. WĂ€hrend die Entscheidung des Berufungsgerichts Erfolg und Erleichterung fĂŒr Trump darstellen, bedeutet die Ansetzung des Strafprozesses eine Niederlage fĂŒr den Ex-PrĂ€sidenten. Trump will im November erneut zum US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt werden und versucht alle Prozesse gegen ihn mit allen Mitteln zu verzögern. Seine AnwĂ€lte hatten darauf plĂ€diert, auch diesen Strafprozess weiter zu verschieben oder gar gleich ganz aufzugeben. Das Verfahren sei «Wahleinmischung» und «EinschĂŒchterung von WĂ€hlern» und er werde die Entscheidung anfechten, sagte Trump danach ĂŒbereinstimmenden US-Medienberichten zufolge.

Millionensumme in Trumps Betrugsprozess

In einem Betrugsprozess war Trump im Februar zu einer Strafe von mehr als 350 Millionen Dollar verurteilt worden. Mit Zinsen belĂ€uft sich die fĂ€llige Gesamtsumme inzwischen auf mehr als 450 Millionen US-Dollar (etwa 420 Millionen Euro). New Yorks GeneralstaatsanwĂ€ltin Letitia James hatte Trump nach der Entscheidung von Richter Arthur Engoron eine Frist von 30 Tagen fĂŒr die Hinterlegung dieser Kaution eingerĂ€umt. Diese Frist lief am Montag aus.

Bis zuletzt war unklar gewesen, ob Trump die Frist einhalten kann. Zwar hatte der Ex-PrĂ€sident betont, das Geld zu haben, gleichzeitig hatten seine AnwĂ€lte aber erklĂ€rt, dass es ihnen trotz großer Anstrengungen und Verhandlungen mit rund 30 Firmen zunĂ€chst nicht gelungen sei, eine BĂŒrgschaft fĂŒr diese Summe zu bekommen. Falls die Kautionszahlung nicht pĂŒnktlich gekommen wĂ€re, hĂ€tte die Justiz schon am Montag erste Schritte einleiten können, um Trumps Immobilien zu beschlagnahmen oder Konten einzufrieren.

Mit der Entscheidung des Berufungsgerichts wĂ€re - gesetzt den Fall, dass Trump die BĂŒrgschaft ĂŒber 175 Millionen Dollar pĂŒnktlich einreicht - die Zahlung der Gesamtstrafe vorerst ausgesetzt, bis die Berufung gegen die Entscheidung von Richter Engoron entschieden ist. Trump und seine Söhne dĂŒrfen demnach - zumindest vorerst - auch wieder Unternehmen im Bundesstaat New York fĂŒhren. Die Strafe bestehe aber grundsĂ€tzlich weiter, sagte GeneralstaatsanwĂ€ltin James. «Donald Trump muss sich immer noch wegen seines atemberaubenden Betrugs verantworten.»

Schweigegeld-Prozess soll Mitte April beginnen

Er respektiere die Entscheidung des Berufungsgerichts sehr und werde die BĂŒrgschaft einreichen können, sagte Trump ĂŒbereinstimmenden US-Medienberichten zufolge in einer kurzen Pause der Anhörung zu seinem Schweigegeld-Strafprozess, bei der der Ex-PrĂ€sident persönlich anwesend war. Bei der Anhörung legte Richter Juan Merchan fest, dass die Auswahl der Geschworenenjury fĂŒr den Prozess nun am 15. April beginnen soll.

In dem Verfahren hatte der Richter den ursprĂŒnglich heute geplanten Prozessbeginn Mitte MĂ€rz kurzfristig um 30 Tage verschoben, nachdem Verteidigung und Anklage eine Verzögerung beantragt hatten. Verteidigung und Staatsanwaltschaft hatten mehr Zeit gewollt, um neues Beweismaterial zu sichten. Richter Merchan wies diese Argumente nun aber zurĂŒck.

Der Fall dreht sich vor allem um eine Schweigegeldzahlung von 130.000 US-Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels - das Geld floss 2016 kurz vor Trumps Wahl zum PrĂ€sidenten. Sie hatte behauptet, sie habe Sex mit ihm gehabt. Trump bestreitet eine AffĂ€re, nicht aber, dass Geld geflossen ist. Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind nicht illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmĂ€ĂŸig verbucht, auf illegale Weise zu verschleiern versucht und damit andere GesetzesverstĂ¶ĂŸe vertuschen wollen. Der Ex-PrĂ€sident hat auf nicht schuldig plĂ€diert.

Insgesamt sind aktuell vier Strafprozesse gegen Trump in Vorbereitung, unter anderem wegen versuchten Wahlbetrugs und der Mitnahme geheimer Regierungsdokumente. Teilweise konnten Trump und seine AnwĂ€lte sie schon erfolgreich blockieren oder zumindest verzögern. In dem Schweigegeld-Prozess geht es um weniger schwerwiegende VorwĂŒrfe als in den anderen FĂ€llen, Experten zufolge ist es aber der Prozess, der womöglich als Erster abgeschlossen werden könnte. Trump bestreitet alle VorwĂŒrfe gegen ihn und sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Justiz.

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