Frankreich, Libyen

Sarkozys Verteidigung fordert Freispruch in Libyen-AffÀre

27.05.2026 - 13:19:03 | dpa.de

Frankreichs Ex-PrÀsident Sarkozy wehrt sich vor Gericht gegen den Vorwurf, Wahlkampfgelder aus Libyen erhalten zu haben. Die Verteidigung will einen Freispruch. Die Anklage sieht das anders.

Die Verteidigung fordert auch in Berufung einen Freispruch fĂŒr Sarkozy. - Foto: Simon Wohlfahrt/AFP/dpa
Die Verteidigung fordert auch in Berufung einen Freispruch fĂŒr Sarkozy. - Foto: Simon Wohlfahrt/AFP/dpa

Die Verteidigung von Nicolas Sarkozy hat einen Freispruch fĂŒr den französischen AltprĂ€sidenten im Berufungsprozess um angebliche Wahlkampfgelder aus Libyen gefordert. «Nicolas Sarkozy muss freigesprochen werden, weil er unschuldig ist», sagte Verteidiger Tristan Gautier im Pariser Justizpalast.

Sein Kollege Christophe Ingrain mahnte, man verurteile nicht auf Grundlage einer reinen Hypothese. Sarkozy habe nicht gehandelt und könne so auch gar nicht in einer etwaigen kriminellen Vereinigung mitgewirkt haben. Man wolle ihn nicht fĂŒr belegbare Taten verurteilen, sondern fĂŒr mutmaßliche Gedanken. Das sei schwindelerregend. Insgesamt vier AnwĂ€lte Sarkozys wollen in einem stundenlangen PlĂ€doyer begrĂŒnden, warum der einstige Star der bĂŒrgerlichen Rechten in Frankreich aus ihrer Sicht freigesprochen werden sollte.

Sarkozy musste in dem Fall bereits kurzzeitig ins GefÀngnis

In erster Instanz hatte das Gericht Sarkozy wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung schuldig gesprochen. In einem fĂŒr einen Ex-PrĂ€sidenten in der jĂŒngeren französischen Geschichte einmaligen Schritt wurde er zu fĂŒnf Jahren Haft verurteilt und musste trotz Berufung fĂŒr einige Wochen ins GefĂ€ngnis.

Das Gericht sah zwar keine Belege dafĂŒr, dass fĂŒr «Sarkos» PrĂ€sidentschaftswahlkampf 2007 tatsĂ€chlich Geld von der FĂŒhrung des damaligen libyschen Machthabers Muammar Gaddafi floss. Doch der konservative Politiker sowie enge Vertraute von ihm hatten nach Auffassung des Gerichts versucht, sich dieses Geld zu beschaffen. 

Sarkozy hatte die VorwĂŒrfe stets abgestritten. Die Staatsanwaltschaft forderte in Berufung sieben Jahre Haft fĂŒr den frĂŒheren Staatschef, dem sie auch Bestechlichkeit und illegale Wahlkampffinanzierung vorwirft.

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