Pariser, Verfassungsrat

Pariser Verfassungsrat kippt Teile von Einwanderungsgesetz

25.01.2024 - 17:30:40

Frankreichs neues Einwanderungsgesetz ist ein SchlĂŒsselvorhaben von PrĂ€sident Macron. Nun hat der Verfassungsrat große Teile davon fĂŒr unzulĂ€ssig erklĂ€rt. Der Regierung dĂŒrfte das aber ganz recht sein.

Frankreichs Verfassungsrat hat große Teil eines umstrittenen neuen Einwanderungsgesetzes gekippt. Wie der Rat in Paris entschied, hĂ€tten 32 von 86 Artikeln keinen ausreichenden Bezug zum eigentlichen Gesetzesvorhaben. PrĂ€sident Emmanuel Macron könnte das Vorhaben nun ohne die gestrichenen Artikel in Kraft setzen.

Auf Druck der konservativen Oppositionspartei Les RĂ©publicains, mit deren Stimmen Macrons Mitte-Lager das Gesetz verabschieden wollte, wurde der Text Ende vergangenen Jahres deutlich stĂ€rker verschĂ€rft, als der Regierung eigentlich lieb war. Macron und zahlreiche Parlamentarier legten das Gesetz daraufhin dem Verfassungsrat vor. Der französische Verfassungsrat ĂŒberprĂŒft Ă€hnlich wie das deutsche Bundesverfassungsgericht Gesetze und Vorhaben auf ihre RechtmĂ€ĂŸigkeit.

Was wurde gestrichen?

Der Rat strich nun unter anderem Änderungen bei der FamilienzusammenfĂŒhrung und die geplante WiedereinfĂŒhrung der Straftat des irregulĂ€ren Aufenthalts. Dass Migranten WohnzuschĂŒsse und Familiengeld erst spĂ€ter als bisher erhalten sollten, sah der Rat auch als nicht im direkten Zusammenhang mit dem Gesetzesvorhaben an und strich den entsprechenden Artikel.

Dass der Rat etliche der VerschĂ€rfungen nun kassiert, dĂŒrfte durchaus im Sinne der Regierung sein. Wie Innenminister GĂ©rald Darmanin sagte, habe der Verfassungsrat den Gesetzestext mit den Bestandteilen, wie die Regierung ihn auf den Weg gebracht habe, fĂŒr gut befunden. FĂŒr unzulĂ€ssig erklĂ€rt worden seien etliche der ErgĂ€nzungen, die erst im Parlament vorgenommen worden seien.

@ dpa.de