Macron startet Krisenberatung mit Parteispitzen
10.10.2025 - 15:18:09Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron ist im ĂlysĂ©e-Palast mit den Parteispitzen zu Beratungen ĂŒber einen Ausweg aus der Regierungskrise und die Ernennung eines neuen Premierministers zusammengekommen. Erwartet wird, dass Macron im Anschluss an das Treffen bekannt gibt, wer nach dem RĂŒcktritt von SĂ©bastien Lecornu Anfang der Woche neuer Regierungschef wird. Wenn es bei der Krisensitzung keine Einigung gibt, wird nicht ausgeschlossen, dass Macron das Parlament auflöst und Neuwahlen ausruft.
Als einzige nicht zu dem Treffen geladen waren die Parteien am rechten und linken Rand, Marine Le Pens Rassemblement National (RN) und Frankreichs Linkspartei La France Insoumise (LFI). Das Treffen mit den Parteivorsitzenden «muss ein Moment der kollektiven Verantwortung sein», erklĂ€rte der ĂlysĂ©e-Palast. Wer in dem politisch zerstrittenen Land kĂŒnftig Regierungschef wird und ob am Ende nicht doch Lecornu weitermacht, war bis zuletzt offen.
Die Parteien aus dem linken Lager machen nach ihrem guten Abschneiden bei der vorgezogenen Parlamentswahl im Sommer 2024 Druck, dass Macron einen Premier aus ihren Reihen ernennt. Die Parteivorsitzenden der Sozialisten, Olivier Faure, der Kommunisten, Fabien Roussel, und von Frankreichs GrĂŒnen, Marine Tondelier, trafen gemeinsam am ĂlysĂ©e-Palast ein und posierten fĂŒr ein Foto, um ihr geeintes Auftreten deutlich zu machen.
Anders sah es bei den Konservativen aus. ZunĂ€chst traf Fraktionschef Laurent Wauquiez ein und danach erst Parteichef und Innenminister Bruno Retailleau, der mit RĂŒckzugsdrohungen den RĂŒcktritt des Premiers ausgelöst hatte. Sein Schritt sorgte bei etlichen Konservativen fĂŒr Missmut.





