So will die Macron-Partei den «Sieg der Extremen verhindern»
17.06.2024 - 11:40:59Im Kampf gegen rechtsnationale KrĂ€fte und die Linke setzt das Mitte-Lager des französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron bei der Parlamentswahl auch auf Kandidaten anderer politischer Gruppierungen. In 65 der 577 Wahlkreise ernannte sie deshalb keinen eigenen Kandidaten fĂŒr die Neuwahl der französischen Nationalversammlung, wie die Partei Renaissance mitteilte.
«Es gibt einige Wahlkreise (...), bei denen wir wissen, dass unsere Kandidaten nicht am besten aufgestellt sind, um den Sieg der Extremen zu verhindern», sagte Premierminister Gabriel Attal im Sender RTL. In diesen FĂ€llen unterstĂŒtze man einen anderen Kandidaten.
Wieso gibt es Neuwahlen?
Macron hatte als Reaktion auf die Niederlage seiner liberalen KrĂ€fte bei der Europawahl und den haushohen Sieg der Rechtsnationalen die Nationalversammlung aufgelöst und Neuwahlen der französischen Parlamentskammer in zwei DurchgĂ€ngen fĂŒr den 30. Juni und den 7. Juli angekĂŒndigt. Um Macrons PrĂ€sidentenamt geht es dabei nicht.
Die Nationalversammlung ist eine von zwei französischen Parlamentskammern. Die Abgeordneten werden nach dem Mehrheitswahlrecht gewĂ€hlt. Wer mehr als die HĂ€lfte der abgegebenen Stimmen in seinem Wahlkreis erhĂ€lt, bekommt den Parlamentssitz, sofern dies mindestens einem Viertel der eingeschriebenen WĂ€hler dort entspricht. Das schaffen aber nur die allerwenigsten in der ersten Runde. Die GroĂzahl der Sitze wird in einer Stichwahl in der zweiten Wahlrunde vergeben. Dort gewinnt die Person mit den meisten Stimmen.
Premier Attal stellte wie schon Macron das derzeitige Regierungslager als Garant fĂŒr StabilitĂ€t dar. Sowohl das LinksbĂŒndnis, in dem auch die von Macron als extrem bezeichnete Linkspartei La France Insoumise vertreten ist, als auch das rechtsnationale Rassemblement National um Marine Le Pen wĂ€ren eine Katastrophe fĂŒr das Land, sagte Attal.


