Emmanuel Macron, Frankreich

Frankreichs Senat bleibt von Konservativen dominiert

25.09.2023 - 19:46:25

Alle drei Jahre wird etwa die HÀlfte der Sitze im französischen Senat neu besetzt. Dieses Mal setzen sich in den Wahlen erneut die Konservativen durch. PrÀsident Macrons Partei verzeichnet weniger Erfolge.

Nach der Teilwahl des französischen Senats dĂŒrfte sich das KrĂ€fteverhĂ€ltnis in der Parlamentskammer kaum verschieben. Die bĂŒrgerliche Rechte behalte die Mehrheit, berichteten französische Medien unter Verweis auf die Einzelergebnisse am Montag. Bei der Abstimmung wurde einmal mehr die mangelnde lokale Verankerung des Lagers des französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron sichtbar.

Rund 77.000 Kommunal- und Regionalpolitiker waren am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen. 170 der 348 Sitze im Oberhaus des Parlaments wurden neu vergeben. Der Senat teilte auf Anfrage mit, die Fraktionen wĂŒrden sich erst Anfang Oktober zusammensetzen. Genaue Sitzzahlen könne man noch nicht kommunizieren.

Der Fraktionsvorsitzende der RĂ©publicains, Bruno Retailleau, schrieb auf der Plattform X, seine Partei bilde weiterhin die grĂ¶ĂŸte Fraktion im Senat. Die Wahlen stĂ€rkten die aktuelle Mehrheit. Berichten zufolge dĂŒrften die RĂ©publicains auf 143 oder 144 Sitze kommen und damit nur marginal weniger als die bisherigen 145.

Auch die in der FlĂ€che noch immer gut vertretene einstige Volkspartei der Sozialisten rechnet damit, ihre 64 Sitze zu halten, wie ihr Fraktionschef im Senat, Patrick Kanner, sagte. Das linke Lager könnte insgesamt die Marke von 100 Senatorinnen und Senatoren reißen. Freude gab es zudem bei den Rechtsnationalen um Marine Le Pen, die den Wiedereinzug in die Kammer schafften. Eine eigene Fraktion wird das Rassemblement National mit drei Senatoren aber nicht haben.

Macrons Partei mit nur vier vergebenen Posten

FĂŒr PrĂ€sident Macron brachte die Wahl weniger Erfolge. Von den 170 nun vergebenen Senatsposten gingen nur vier auf Kandidaten aus den Reihen seiner Partei, ihre Fraktion könnte Berichten zufolge schrumpfen. StaatssekretĂ€rin Sonia BackĂšs konnte keinen Senatssitz holen. Das Magazin «L'Obs» analysierte, dass mehr als 90 Prozent der nun gewĂ€hlten Sitze an die Opposition gingen.

Der Senat setzt sich aus 348 Mitgliedern zusammen, die fĂŒr sechs Jahre gewĂ€hlt werden. Alle drei Jahre wird etwa die HĂ€lfte der Sitze neu besetzt. Die Kammer redet bei der Gesetzgebung mit. Bei Konflikten mit der Nationalversammlung sitzen die dortigen Abgeordneten am lĂ€ngeren Hebel. Mit dem Verlust der absoluten Mehrheit des Macron-Lagers in der Nationalversammlung im vergangenen Jahr hat der Senat als Verhandlungspartner fĂŒr die Regierung an Bedeutung gewonnen.

@ dpa.de