Furcht, Eskalation

Furcht vor Eskalation: USA verlegen MilitÀr nach Nahost

Veröffentlicht am: 02.11.2024 um 05:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der Iran will den israelischen Vergeltungsschlag nicht einfach so hinnehmen. In Washington nimmt man die Warnung ernst: Die USA schicken zusÀtzliche Kriegsschiffe und Langstreckenbomber in die Region.

  • FĂŒr eine aggressive Anti-Iran-Politik könnten dem kĂŒnftigen US-PrĂ€sidenten die VerbĂŒndeten in der Region fehlen. - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
    FĂŒr eine aggressive Anti-Iran-Politik könnten dem kĂŒnftigen US-PrĂ€sidenten die VerbĂŒndeten in der Region fehlen. - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
  • Trump will den Krieg im Gazastreifen möglichst schon vor seinem Amtsantritt im Januar beendet wissen.  - Bild: Abdul Rahman Salama/XinHua/dpa
    Trump will den Krieg im Gazastreifen möglichst schon vor seinem Amtsantritt im Januar beendet wissen. - Bild: Abdul Rahman Salama/XinHua/dpa
  • Die humanitĂ€re Lage im Gazastreifen ist katastrophal. (Archivbild) - Bild: Mahmoud Zaki/XinHua/dpa
    Die humanitÀre Lage im Gazastreifen ist katastrophal. (Archivbild) - Bild: Mahmoud Zaki/XinHua/dpa
  • Laut palĂ€stinensischen Angaben gibt es zahlreiche Todesopfer durch neue israelische Angriffe.  - Bild: Abdel Kareem Hana/AP/dpa
    Laut palÀstinensischen Angaben gibt es zahlreiche Todesopfer durch neue israelische Angriffe. - Bild: Abdel Kareem Hana/AP/dpa
  • Der Krieg und das Leiden im Gazastreifen geht vorerst weiter.  - Bild: Mahmoud Zaki/XinHua/dpa
    Der Krieg und das Leiden im Gazastreifen geht vorerst weiter. - Bild: Mahmoud Zaki/XinHua/dpa
  • Angesichts der Spannungen im Nahen Osten verlegen die USA zusĂ€tzliches MilitĂ€r in die Region. (Archivbild) - Bild: Kevin Wolf/AP/dpa
    Angesichts der Spannungen im Nahen Osten verlegen die USA zusÀtzliches MilitÀr in die Region. (Archivbild) - Bild: Kevin Wolf/AP/dpa
FĂŒr eine aggressive Anti-Iran-Politik könnten dem kĂŒnftigen US-PrĂ€sidenten die VerbĂŒndeten in der Region fehlen. - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa Trump will den Krieg im Gazastreifen möglichst schon vor seinem Amtsantritt im Januar beendet wissen.  - Bild: Abdul Rahman Salama/XinHua/dpa Die humanitĂ€re Lage im Gazastreifen ist katastrophal. (Archivbild) - Bild: Mahmoud Zaki/XinHua/dpa Laut palĂ€stinensischen Angaben gibt es zahlreiche Todesopfer durch neue israelische Angriffe.  - Bild: Abdel Kareem Hana/AP/dpa Der Krieg und das Leiden im Gazastreifen geht vorerst weiter.  - Bild: Mahmoud Zaki/XinHua/dpa Angesichts der Spannungen im Nahen Osten verlegen die USA zusĂ€tzliches MilitĂ€r in die Region. (Archivbild) - Bild: Kevin Wolf/AP/dpa

Angesichts der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten verlegen die USA weitere Soldaten und militÀrisches GerÀt in die Region. Verteidigungsminister Lloyd Austin habe die Entsendung zusÀtzlicher Kriegsschiffe zur Raketenabwehr sowie eines Jagdgeschwaders genehmigt, teilte das US-Ministerium mit. Hinzu kÀmen noch Tankflugzeuge und mehrere Langstreckenbomber des Typs B-52. 

Neben der jĂŒngsten Stationierung einer zusĂ€tzlichen Batterie des Raketenabwehrsystems THAAD in Israel und der VerstĂ€rkung der US-StreitkrĂ€fte im östlichen Mittelmeer sollen die Maßnahmen demnach die Sicherheit in der Region stĂ€rken und Abschreckung signalisieren.

Zuvor hatte der Iran angekĂŒndigt, auf den jĂŒngsten Vergeltungsschlag Israels reagieren zu wollen. «Die israelischen Angriffe werden nicht unbeantwortet bleiben», sagte der außenpolitische Berater des obersten FĂŒhrers Ajatollah Ali Chamenei im Fernsehen. Israel hatte in der vergangenen Woche mehrere MilitĂ€ranlagen und das Flugabwehrsystem im Iran angegriffen. Damit reagierte es auf eine Attacke des Irans mit rund 200 Raketen Anfang Oktober.

Iran: Könnten auch Atom-Doktrin revidieren

Sollte sich der Iran durch Israel in seiner Existenz bedroht sehen, könnte die Regierung in Teheran auch von ihrer bisherigen Atom-Doktrin abrĂŒcken. Technisch sei das Land in der Lage, Atomwaffen herzustellen, sagte Chamenei-Berater Kamal Charrasi dem arabischen Nachrichtensender Al-Majadin wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete. «Das einzige Hindernis ist das religiöse Verbot.» 

Die iranische Regierung behauptete bislang stets, dass Atomwaffen keinen Platz in ihrer Verteidigungsstrategie haben und das Atomprogramm friedlich und im Einklang mit internationalen Vorschriften sei. Außerdem gebe es ein religiöses Rechtsgutachten, das sowohl den Bau als auch die Verwendung von Massenvernichtungswaffen verbietet.

Verletzte nach Raketenangriff auf Zentral-Israel

Aus dem Libanon sind indes in der Nacht nach israelischen MilitĂ€rangaben drei Raketen auf das Zentrum von Israel abgefeuert worden. Einige wurden abgefangen, ein abgestĂŒrztes Geschoss wurde in dem betroffenen Gebiet ersten Erkenntnissen zufolge identifiziert, wie die StreitkrĂ€fte mitteilten. Zuvor war in der Region Luftalarm ausgelöst worden. 

In den sozialen Medien wurden Videos geteilt, die den Einschlag einer Rakete in der Ortschaft Tira nordöstlich von Tel Aviv zeigen sollten. Bei dem Angriff seien sieben Menschen verletzt worden, teilte der Rettungsdienst mit. 

Erst am Donnerstag waren bei Raketenangriffen aus dem Libanon im Norden von Israel sieben Menschen getötet worden. Die mit dem Iran verbĂŒndete Schiiten-Miliz Hisbollah beschießt Israel seit Beginn des Gaza-Krieges vor mehr als einem Jahr immer wieder mit Raketen.

Libanon: Dutzende Tote nach israelischen Angriffen 

Bei israelischen Angriffen im Osten des Libanons sind nach offiziellen Angaben mindestens 52 Menschen getötet worden. Mindestens 72 weitere Personen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, das israelische MilitĂ€r sei 16 Luftangriffe auf mehrere Orte im Gouvernement Baalbek-Hermel im Nordosten des Landes geflogen. Die Hisbollah-Miliz ist in der verarmten Region im Osten besonders stark vertreten. Die israelischen StreitkrĂ€fte hatte dort in den vergangenen Tagen bereits massiv angegriffen.

UN-Organisationen: Bevölkerung Nord-Gazas vom Tode bedroht

Unterdessen verschĂ€rft sich die humanitĂ€re Lage ĂŒber ein Jahr nach Kriegsbeginn im Gazastreifen immer mehr. Besonders dramatisch sei die Lage im Norden des KĂŒstenstreifens, wo israelischen StreitkrĂ€fte Anfang Oktober eine neue Bodenoffensive gegen die islamistische Hamas gestartet hatte, teilten die Leiter von 15 UN-Hilfsorganisationen und privaten Gruppen mit. «Die gesamte palĂ€stinensische Bevölkerung in Nord-Gaza ist akut vom Tod durch Krankheit, Hunger und Gewalt bedroht», heißt es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung. «Die gesamte Region steht am Rande des Abgrunds», warnen die Unterzeichner. Ein dauerhafter Waffenstillstand sei lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig.

WelternÀhrungsprogramm: Können UNRWA nicht ersetzen

Nach dem Arbeitsverbot fĂŒr das UN-PalĂ€stinenserhilfswerk in Israel hat das WelternĂ€hrungsprogramm (WFP) gewarnt, dass es nicht als Ersatz fĂŒr UNRWA im Gazastreifen dienen kann. «Wir können die wichtigen Funktionen von UNRWA in Gaza, wie die Verwaltung von NotunterkĂŒnften, Schulen und Gesundheitszentren, nicht ersetzen», sagte der Direktor des WFP-BĂŒros fĂŒr Deutschland, Martin Frick, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf das UNRWA-Verbot durch Israel. 

Das UNRWA sei das RĂŒckgrat der humanitĂ€ren Hilfe im Gazastreifen und sichere «ErnĂ€hrung, Schutz und medizinische Versorgung fĂŒr eine Bevölkerung, die Unmenschliches durchlebt». Israel wirft dem UN-PalĂ€stinenserhilfswerk vor, dass einige der Mitarbeiter an TerroraktivitĂ€ten vom 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen seien. 

Das Massaker, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer PalĂ€stinenserorganisationen am 7. Oktober in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verĂŒbt hatten, war der Auslöser fĂŒr den Gaza-Krieg.

Polio-Impfung im Gazastreifen soll weitergehen

Nach einer Unterbrechung wegen heftiger KĂ€mpfe soll heute die zweite Polio-Impfrunde im Norden des Gazastreifens wieder anlaufen. «Uns ist die notwendige humanitĂ€re Pause in der Stadt Gaza zur DurchfĂŒhrung der Kampagne zugesichert worden», schrieb der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, auf X. 

Er forderte die Kriegsparteien dazu auf, die Kampfpausen zu respektieren. Israels Armee Ă€ußerte sich auf Anfrage zunĂ€chst nicht, ob und in welchem Umfang sie Unterbrechungen der Feindseligkeiten in der Gegend zugesagt hat.

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