Vor Nato-Gipfel: Biden legt Stopp in London ein
10.07.2023 - 15:25:20Kurz vor dem Start des Nato-Gipfels in Litauen haben die USA und GroĂbritannien ihre enge Beziehung beschworen. Auf dem Weg in die litauische Hauptstadt Vilnius legte US-PrĂ€sident Joe Biden einen Zwischenstopp in London ein.
Biden traf dort den britischen Premierminister Rishi Sunak in dessen Regierungssitz in der Downing Street. «Wir sind zwei der stĂ€rksten VerbĂŒndeten in diesem BĂŒndnis», sagte Sunak zum Auftakt des Treffens der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. Er wisse, dass die USA und GroĂbritannien alles tun wollten, um die transatlantische Sicherheit zu stĂ€rken.
Biden bezeichnete das VerhĂ€ltnis als «felsenfest» und sagte, er könne keinen besseren Freund und VerbĂŒndeten treffen. Nach Angaben des WeiĂen Hauses war Biden als PrĂ€sident damit zum ersten Mal in der Londoner Regierungszentrale. Im Anschluss wurde Biden auf Schloss Windsor auch von König Charles III. empfangen.
Bilaterale Themen und Nato-Gipfel im Fokus des Treffens
Der US-PrĂ€sident und Premier Sunak haben sich in den vergangenen Monaten gleich mehrfach gesehen. Erst vor rund einem Monat war der Brite zu Besuch in Washington. «Wir treffen uns nur einmal im Monat», scherzte Biden bei seiner Ankunft in der Downing Street nach Angaben einer aus den USA mitreisenden Reporterin. Bilder zeigten Biden und Sunak gemeinsam im Garten. Sie sprachen bei dem weniger als eine Stunde dauernden Treffen ĂŒber eine Reihe bilateraler und globaler Themen.
Nach offiziellen britischen Angaben ging es dabei auch um die Fortschritte bei der Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in den Bereichen kritische Mineralien, Energiesicherheit und KĂŒnstliche Intelligenz. Wichtigstes Thema aber dĂŒrfte mit Sicherheit der anstehende Nato-Gipfel gewesen sein. Besonders militĂ€risch ist die Zusammenarbeit zwischen Washington und London noch immer eng.
FĂŒr Verstimmungen hatte aber kĂŒrzlich die Entscheidung der USA gesorgt, umstrittene Streumunition an die Ukraine zu schicken. Sunak sprach sich am Samstag öffentlich gegen den Schritt aus - ohne jedoch den VerbĂŒndeten direkt zu kritisieren. Laut Nachrichtenagentur PA nutzte Sunak das GesprĂ€ch mit Biden, um die Haltung GroĂbritanniens in dieser Frage noch einmal zu verdeutlichen. Einig seien sich die beiden hingegen darĂŒber gewesen, dass die Nato gestĂ€rkt und die Verteidigung der Ukraine langfristig gewĂ€hrleistet werden mĂŒsse.
Zusammentreffen von Biden und Charles auf Schloss Windsor
Im Anschluss wurde Biden von Charles III. auf Schloss Windsor mit militĂ€rischen Ehren empfangen. Biden und der König begrĂŒĂten sich vor historischer Kulisse mit einem Handschlag. Nach einem minutenlangen militĂ€rischen Spektakel zogen sie sich zurĂŒck. Es war das erste Zusammentreffen zwischen Biden und Charles seit dessen Krönung Anfang Mai. Damals hatte Bidens Ehefrau Jill die USA vertreten, nicht aber der PrĂ€sident selbst. Das hatten konservative britische Medien missbilligend zur Kenntnis genommen. Allerdings hat noch nie ein US-PrĂ€sident an einer britischen Krönung teilgenommen.
Dem WeiĂen Haus zufolge wollten die beiden bei dem Treffen unter anderem ĂŒber Mobilisierung von Geldern fĂŒr den Ausbau sauberer Energien in EntwicklungslĂ€ndern sprechen. Der Schutz des Klimas ist ein Thema, fĂŒr das sich der 74-jĂ€hrige Charles seit langem einsetzt.
Vor Bekanntwerden von Bidens ReiseplĂ€nen war gerĂ€tselt worden, ob der PrĂ€sident einen Stopp in Deutschland einlegen wĂŒrde. Seit seinem Amtsantritt im Januar 2021 war Biden nur einmal zu einem offiziellen Besuch in der Bundesrepublik - als Teilnehmer des G7-Gipfels im bayerischen Elmau. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) flog Anfang MĂ€rz zwar zu einem Arbeitsbesuch nach Washington, Biden war als PrĂ€sident aber noch nicht in Berlin. Nach dem Nato-Gipfel kehrt Biden nicht sofort nach Washington zurĂŒck, sondern fliegt weiter nach Helsinki, wo ein Treffen mit den Staats- und Regierungschefs von Finnland, Schweden, DĂ€nemark, Island und Norwegen ansteht.


