Gavin Newsom schĂŒtzt Kaliforniens Wahlen mit 13 Gesetzen
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSKaliforniens Gouverneur Gavin Newsom warnt vor einer möglichen Sabotage der US-Kongresswahlen durch PrĂ€sident Donald Trump. Der Demokrat will Eingriffe mit einem Paket aus 13 Gesetzen sowie zusĂ€tzlichen Mitteln fĂŒr Wahlbehörden und Wahlbeobachter erschweren.
Newsom erhebt schwere VorwĂŒrfe
âTrump versucht alles, um diese Wahlen zu manipulierenâ, sagte Newsom dem Nachrichtenmagazin âSpiegelâ am Rande des North America Climate Summit in New York. Trump habe versucht, an WĂ€hlerverzeichnisse zu gelangen, und bemĂŒhe sich darum, das Vertrauen in die Briefwahl zu zerstören.
Newsom erklÀrte, Kalifornien werde alles in seiner Macht Stehende tun, um Manipulationen bei den Midterms und danach zu verhindern. Die Zukunft der US-Demokratie stehe auf dem Spiel.
13 Gesetze sollen WahlablÀufe abschirmen
Newsom unterzeichnete am Samstag 13 Gesetze zum Schutz der Wahlen vor Einmischung und politischer Einflussnahme. Ein Gesetz stellt Eingriffe in die lĂŒckenlose Dokumentationskette von Stimmzetteln, Abstimmungen und Wahlmaschinen unter Strafe.
Wahlunterlagen, Stimmzettel, Urnen und WahlgerĂ€te dĂŒrfen demnach vor der offiziellen BestĂ€tigung des Ergebnisses nicht beschlagnahmt werden. Ein weiteres Gesetz verbietet AmtstrĂ€gern, Mitarbeitende an der Zustellung oder RĂŒcksendung von Briefwahlunterlagen zu hindern.
Schutz rund um Wahllokale
Festnahmen im Umkreis von gut 60 Metern rund um Wahllokale sind am Wahltag kĂŒnftig verboten. Ausgenommen sind Straftaten gegen Personen oder Eigentum sowie Handlungen, die den Wahlablauf stören.
ZusĂ€tzlich sollen Wahlbeobachter am Wahltag verstĂ€rkt und lokale Wahlbehörden mit Dutzenden Millionen Dollar unterstĂŒtzt werden. Newsom sagte, Kalifornien wolle auch sicherstellen, dass Beobachter aus Trumps Lager ĂŒberwacht werden.
Mehrheiten im Kongress stehen auf dem Spiel
Die Kongresswahlen finden am 3. November statt. Newsom verwies auf niedrige PopularitÀtswerte Trumps und Umfragen, in denen die Republikaner hinter den Demokraten liegen.
Trotzdem könnten die Republikaner ihre Mehrheiten im Senat und im ReprÀsentantenhaus halten. Eine Ursache sind das US-Wahlsystem und der Zuschnitt der Wahlbezirke. Nach Newsoms EinschÀtzung haben die Demokraten auch wegen Trumps Handelskrieg gegen Kanada Chancen, beide Kongresskammern zu gewinnen.
Trump hat laut Newsom bislang vergeblich versucht, die Briefwahl und die Zahl der Wahlberechtigten einzuschrÀnken. Unter seiner Regierung beschlagnahmte das FBI Stimmzettel der verlorenen PrÀsidentschaftswahl von 2020; zudem stellt Trump wiederholt die StimmenauszÀhlung der anstehenden Novemberwahl infrage.
Die Auseinandersetzung um die US-Kongresswahlen verbindet zwei Ebenen: den Wettbewerb um Mehrheiten im Kongress und den Streit ĂŒber die Regeln, nach denen diese Mehrheiten ermittelt werden. In Kalifornien reagiert Gavin Newsom mit einem umfangreichen Gesetzespaket auf BefĂŒrchtungen vor politischer Einflussnahme auf Wahlunterlagen, WahlgerĂ€te und die Briefwahl. Die MaĂnahmen richten sich dabei vor allem auf den Schutz der AblĂ€ufe im Bundesstaat.
Besonders relevant ist der Schutz der sogenannten Beweiskette. Wahlzettel, WĂ€hlerverzeichnisse, Urnen und technische GerĂ€te sollen bis zur amtlichen BestĂ€tigung des Ergebnisses nicht beschlagnahmt werden dĂŒrfen. ErgĂ€nzend sollen lokale Wahlbehörden finanziell und personell gestĂ€rkt werden. Damit verschiebt sich der Konflikt von der politischen Rhetorik auf konkrete ZustĂ€ndigkeiten zwischen Bundesstaaten, Wahlbehörden und der Bundesregierung.
Streit ĂŒber Vertrauen und Kontrolle
Die Midterms am 3. November entscheiden ĂŒber die Zusammensetzung von ReprĂ€sentantenhaus und Senat. Selbst ein landesweiter Vorsprung der Demokraten bei den Stimmen muss nicht automatisch zu einer Mehrheit fĂŒhren, weil Senatswahlen bundesstaatlich organisiert sind und die Zuschnitte der Wahlbezirke im ReprĂ€sentantenhaus eine wichtige Rolle spielen. Gerrymandering â der strategische Zuschnitt von Wahlkreisen â kann die Ăbersetzung von Stimmen in Sitze zusĂ€tzlich verzerren.
Die internationale Wahlbeobachtung steht zugleich unter besonderer Aufmerksamkeit: Zur Wahl 2026 sind erstmals seit 20 Jahren keine OSZE-Beobachter eingeladen. FrĂŒhere Beobachter kritisierten vor allem unbelegte Behauptungen ĂŒber Briefwahl und Wahlmaschinen, fanden aber keinen Hinweis auf manipulierte AuszĂ€hlungen. FĂŒr WĂ€hler bedeutet die aktuelle Konfrontation vor allem, dass Fragen zu Zugang, Briefwahl, AuszĂ€hlung und der Anerkennung von Ergebnissen politisch stark aufgeladen bleiben.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
taz: âWahlmanipulation in den USA: Von âGerrymanderingâ bis Wahlmaschinenklauâ (22.09.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt die Unterzeichnung des kalifornischen Pakets aus 13 Gesetzen und hebt besonders den Schutz von Wahlzetteln, WĂ€hlerlisten und Wahlmaschinen hervor. Anders als die dts-Meldung ordnet er die MaĂnahmen stĂ€rker in eine landesweite Strategie der Einflussnahme und in die Rolle von Gerrymandering ein.
ZDFheute: âUS-Zwischenwahlen in den USA: OSZE-Beobachter nicht eingeladenâ (24.09.2026)
ZDFheute setzt den Schwerpunkt auf die erstmals ausgebliebene Einladung internationaler Wahlbeobachter und auf die Bedeutung der Midterms fĂŒr die MehrheitsverhĂ€ltnisse im Kongress. Der Artikel ergĂ€nzt die dts-Meldung um die Perspektive der OSZE und verweist auf frĂŒhere Bewertungen, nach denen keine manipulierten AuszĂ€hlungen festgestellt wurden.
Gemeinsam ist den BeitrÀgen die EinschÀtzung, dass Wahlregeln, Aufsicht und Vertrauen vor den Midterms zentrale Konfliktfelder sind. Unterschiede bestehen vor allem beim Fokus: WÀhrend die dts-Meldung Newsoms Warnung und die kalifornischen Schutzgesetze in den Mittelpunkt stellt, beleuchten die anderen BeitrÀge nationale Einflussstrategien und die internationale Beobachtung.
