Protest in Prag: Sorge um UnabhÀngigkeit der Medien
05.05.2026 - 19:39:32 | dpa.de
Tausende Menschen sind in Tschechien auf die StraĂe gegangen, um angesichts geplanter KĂŒrzungen ihre SolidaritĂ€t mit den öffentlichen Radio- und Fernsehsendern zu bekunden. Sie hielten SpruchbĂ€nder mit Slogans wie «HĂ€nde weg von den Medien» oder «UnabhĂ€ngigkeit hat ihren Preis» hoch. Zu der Kundgebung im Zentrum von Prag hatte die Bewegung «Eine Million Augenblicke fĂŒr Demokratie» aufgerufen. Die Veranstalter teilten mit, dass zudem mehr als 175.000 Menschen eine Online-Petition unterzeichnet hĂ€tten.
Steuer- statt GebĂŒhrenfinanzierung geplant
Die rechte Regierung in Tschechien unter dem MinisterprĂ€sidenten und MilliardĂ€r Andrej Babis will die bisherigen Radio- und FernsehgebĂŒhren abschaffen. Ab 2027 sollen die Sendeanstalten direkt aus dem Haushalt finanziert werden. Kritiker sehen darin eine Gefahr fĂŒr ihre UnabhĂ€ngigkeit von politischer Einflussnahme. Sie warnen vor einer «Verstaatlichung» der öffentlichen-rechtlichen Medien.
Das Tschechische Fernsehen (CT) und der Tschechische Rundfunk (Cesky rozhlas) sollen nach den PlĂ€nen jĂ€hrlich umgerechnet rund 320 Millionen Euro erhalten. Das sind rund 15 Prozent weniger als Rundfunk und Fernsehen in diesem Jahr an GebĂŒhrengeldern zuflieĂen. Seit Mitte Dezember regiert in Tschechien eine Koalition aus der rechtspopulistischen Partei ANO von Babis, der ultra-rechten Freiheit und direkte Demokratie (SPD) sowie der Autofahrerpartei Motoristen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
