Sterben, Gaza

Das Sterben in Gaza geht weiter - MitgefĂŒhl in Bethlehem

25.12.2024 - 04:53:53 | dpa.de

Hoffnungen auf eine rasche Einigung auf eine Waffenruhe in Gaza und eine Freilassung der Geiseln bleiben auch an Weihnachten unerfĂŒllt. Wieder gibt es Tote, und wieder heulen in Israel die Sirenen.

  • Erneut fĂ€ngt Israels Luftabwehr nach MilitĂ€rangaben eine Rakete aus dem Jemen ab. (Archivbild) - Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
    Erneut fÀngt Israels Luftabwehr nach MilitÀrangaben eine Rakete aus dem Jemen ab. (Archivbild) - Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
  • Israels Armee greift nach eigenen Angaben erneut einen Terroristen in einer humanitĂ€ren Zone an. (Archivbild)   - Foto: Rizek Abdeljawad/XinHua/dpa
    Israels Armee greift nach eigenen Angaben erneut einen Terroristen in einer humanitÀren Zone an. (Archivbild) - Foto: Rizek Abdeljawad/XinHua/dpa
  • Überschattet vom Krieg in Gaza fielen die Weihnachtsfeiern in Bethlehem eher gedĂ€mpft aus.  - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
    Überschattet vom Krieg in Gaza fielen die Weihnachtsfeiern in Bethlehem eher gedĂ€mpft aus. - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
  • Wieder gibt es bei einem israelischen MilitĂ€reinsatz Tote im Westjordanland.   - Foto: Majdi Mohammed/AP/dpa
    Wieder gibt es bei einem israelischen MilitÀreinsatz Tote im Westjordanland. - Foto: Majdi Mohammed/AP/dpa
  • Der höchste Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, Pizzaballa, zeigt SolidaritĂ€t mit den PalĂ€stinensern in Gaza. - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
    Der höchste Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, Pizzaballa, zeigt SolidaritÀt mit den PalÀstinensern in Gaza. - Foto: Matias Delacroix/AP/dpa
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Der verheerende Gaza-Krieg hat an Weihnachten weitere Menschenleben gekostet und die katastrophale Lage der PalĂ€stinenser wie auch der israelischen Geiseln verschĂ€rft. Beim Einsatz der israelischen Armee im Bereich eines Krankenhauses im Norden des abgeriegelten KĂŒstengebiets wurden mindestens fĂŒnf PalĂ€stinenser getötet. Diese und andere Kliniken, wo es ebenfalls immer wieder zu KĂ€mpfen kommt, brauchen nach UN-Angaben dringend Nahrungsmittel und Wasser. Hoffnungen auf eine rasche Einigung auf eine Waffenruhe und Freilassung der Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Hamas blieben unerfĂŒllt. Israel holt seine UnterhĂ€ndler aus Katar wieder zurĂŒck.

Lateinischer Patriarch zeigt MitgefĂŒhl fĂŒr Menschen in Gaza 

Bei der Mitternachtsmesse in Bethlehem bekundete der höchste Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa, SolidaritÀt mit den PalÀstinensern in Gaza. «Ihr seid nicht allein», sagte er in der Katharinenkirche direkt neben der Geburtskirche in der kleinen Stadt im Westjordanland. «Ihr seid wirklich ein sichtbares Zeichen der Hoffnung inmitten der Katastrophe der totalen Zerstörung, die euch umgibt», sagte der lateinische Patriarch, der vor Weihnachten die einzige katholische Kirche im Gazastreifen besucht hatte. 

Der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu hatte sich zuvor in einer Weihnachtsbotschaft an Christen in aller Welt gewandt. «Zu einer Zeit, in der Israel an sieben Fronten kĂ€mpft, wertschĂ€tzen wir zutiefst die standhafte UnterstĂŒtzung unserer christlichen Freunde», sagte Netanjahu laut seines BĂŒros. «Wir streben nach Frieden mit all jenen, die Frieden mit uns wollen, aber wir werden alles tun, um den einzigen jĂŒdischen Staat zu verteidigen». Israels «Kampf gegen die KrĂ€fte des Bösen und der Tyrannei» sei noch nicht vorbei.

Israels Armee: Erneut Rakete aus dem Jemen abgefangen

Israels Luftabwehr fing unterdessen in der Nacht laut MilitĂ€rangaben erneut eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete ab. Sie sei noch außerhalb der eigenen Landesgrenzen abgeschossen worden. In mehreren Gebieten im Zentrum Israels hatten wieder die Sirenen geheult. Erst in der vorherigen Nacht hatte die Huthi-Miliz im Jemen nach eigenen Angaben eine ballistische Rakete Richtung der KĂŒstenmetropole Tel Aviv abgefeuert. Auch diese war abgefangen worden. Seit Beginn des Gaza-Krieges greift die mit der Hamas verbĂŒndete Miliz mit Raketen und Drohnen Ziele in Israel sowie Schiffe im Roten Meer an.

Überschattet vom Gaza-Krieg fielen die Weihnachtsfeiern in Bethlehem - der Überlieferung nach Geburtsort von Jesus Christus - gedĂ€mpft aus. Die traditionelle Prozession aus Jerusalem kam zwar in Bethlehem an. Verzichtet wurde aber auf festlichen Schmuck und das AnzĂŒnden eines großen Weihnachtsbaums auf dem Platz vor der Geburtskirche. Die angespannte Lage im Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker mit 1.200 Toten am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg verschĂ€rft.

Wieder Tote auch im Westjordanland 

Bei einem israelischen MilitĂ€reinsatz in Tulkarem im besetzten Westjordanland wurden nach palĂ€stinensischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet. Bei zwei weiteren VorfĂ€llen kamen demnach vier weitere PalĂ€stinenser um. Israels Armee teilte mit, StreitkrĂ€fte seien zu einem Anti-Terror-Einsatz in Tulkarem gewesen. Dabei sei ein Fahrzeug israelischer Kommandeure von einem Sprengsatz getroffen worden, hieß es in der Nacht. Einer der ranghohen Offiziere sei verletzt worden. Die ĂŒbrigen Insassen blieben demnach unverletzt.

Israelische Soldaten hĂ€tten bei dem Einsatz in Tulkarem «einen Terroristen im Kampf von Angesicht zu Angesicht getötet», hieß es zuvor. Bewaffnete PalĂ€stinenser hĂ€tten das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet, diese hĂ€tten zurĂŒckgeschossen. Man prĂŒfe Berichte, dass auch Unbeteiligte zu Tode kamen. Die Angaben des palĂ€stinensischen Gesundheitsministeriums und jene der israelischen Armee ließen sich zunĂ€chst nicht im Detail unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Auch im Gazastreifen ging das Sterben weiter. Die israelische Armee teilte mit, StreitkrĂ€fte hĂ€tten im Gebiet des Indonesischen Krankenhauses im Norden Gazas «einen begrenzten Einsatz gegen Terroristen und Infrastruktur ausgefĂŒhrt und abgeschlossen». FĂŒnf Terroristen seien im Krankenhaus und seiner Umgebung getötet sowie weitere festgenommen worden. Von dort habe es innerhalb des vergangenen Monats immer wieder Angriffe auf israelische Soldaten gegeben. Auch diese Angaben ließen sich zunĂ€chst nicht ĂŒberprĂŒfen.

UN-NothilfebĂŒro beklagt Lage im Norden Gazas 

Die Lage in den KrankenhĂ€usern Kamal Adwan und Al Awda sowie in dem Indonesischen Krankenhaus habe sich seit dem 21. Dezember drastisch verschlechtert, berichtete OCHA. Der Norden Gazas sei weiter praktisch belagert. Seit dem 1. Dezember hĂ€tten die israelischen Behörden 48 von 52 Versuchen der UN, den Zugang fĂŒr humanitĂ€re Hilfe zu koordinieren, verweigert. Der neue UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher berichtete zuvor von einem Zusammenbruch von Recht und Ordnung in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet. VorrĂ€te wĂŒrden durch lokale Banden systematisch geplĂŒndert. 

Nach Israels Darstellung sind genug HilfsgĂŒter da, die UN schafften es nicht, sie zu verteilen. Nach internationaler Rechtsauffassung ist Gaza von Israel besetztes Gebiet. Israel sei fĂŒr die Aufrechterhaltung der Ordnung zustĂ€ndig.

Israels Armee geht weiter gegen die Hamas vor

Derweil teilte Israels Armee in der Nacht mit, einen weiteren Terroristen der Hamas im sĂŒdlichen Chan Junis angegriffen zu haben. Er habe sich dort in einer humanitĂ€ren Schutzzone verschanzt. Vor dem «prĂ€zisen Angriff» seien Maßnahmen ergriffen worden, die Gefahr fĂŒr Zivilisten zu mindern. Angaben zu möglichen Opfern machte die Armee nicht. Das israelische MilitĂ€r wirft der Hamas immer wieder vor, sich in Kliniken und anderen zivilen Einrichtungen zu verschanzen und Zivilisten so als menschliche Schutzschilde zu benutzen. 

Israel will die Hamas in Gaza vernichten. In dem KĂŒstenstreifen mit mehr als zwei Millionen Einwohnern wurden nach palĂ€stinensischen Angaben seit Beginn des Krieges bereits mehr als 45.300 Menschen getötet, wobei die kaum ĂŒberprĂŒfbare Zahl nicht zwischen KĂ€mpfern und Zivilisten unterscheidet. 

Nach einer Woche intensiver Verhandlungen in Katar ĂŒber eine Waffenruhe holt Israel seine UnterhĂ€ndler wieder zurĂŒck. Es solle interne Beratungen ĂŒber die Fortsetzung der Verhandlungen zur Freilassung der in Gaza festgehaltenen Geiseln geben, erklĂ€rte das BĂŒro von Regierungschef Netanjahu. Katar fungiert mit den USA und Ägypten als Vermittler zwischen Israel und der Hamas. Nach israelischen Angaben werden im Gazastreifen noch rund 100 Geiseln festgehalten. Viele von ihnen dĂŒrften allerdings nicht mehr am Leben sein.

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