Huthi-Angriffe, Saudi-Arabien

Huthi greifen saudische Flughäfen nach zwölf Toten erneut an

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 22:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Angriffe treffen erneut zentrale Verkehrsknotenpunkte und könnten nach Angaben der Miliz auch Energieanlagen betreffen. Eine gemeinsame Erklärung der R4-Staaten verurteilt die Attacken als Verstoß gegen das Völkerrecht.

Aufregung nach der Attacke auf den Flughafen von Riad. - Bild: Uncredited/AP/dpa
Aufregung nach der Attacke auf den Flughafen von Riad. - Bild: Uncredited/AP/dpa

R4-Staaten verurteilen Angriffe

  • Die saudische Luftfahrtbehörde meldete am Sonntag Schäden am King-Fahd-Flughafen in Dammam.
  • Am King-Chalid-Flughafen in Riad gab es nach einem erneuten Angriff weitere Verletzte.
  • Die Huthi erklärten, binnen 24 Stunden vier Ziele in Saudi-Arabien angegriffen zu haben.

Nach einem tödlichen Angriff auf den internationalen Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad haben die Huthi ihre Attacken auf saudische Flughäfen am Sonntag fortgesetzt.

Angriff auf Dammam gemeldet

Die saudische Luftfahrtbehörde berichtete am Abend von einem Angriff auf den King-Fahd-Flughafen in Dammam, bei dem Schäden entstanden seien. Zudem sei der Flughafen King Chalid in Riad erneut angegriffen worden; dabei habe es wieder Verletzte gegeben.

Die Meldungen folgten auf den Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad, bei dem zwölf Menschen getötet worden waren. Die saudischen Behörden machten keine Angaben zu einer möglichen Unterbrechung des Flugbetriebs an den beiden Flughäfen.

Huthi nennen vier Ziele

Die Huthi-Miliz erklärte, sie habe in den vorangegangenen 24 Stunden vier Angriffe in Saudi-Arabien ausgeführt. Dabei seien ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden.

Neben den beiden Flughäfen nannte die Miliz eine Gasanlage und eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco als Ziele. Zugleich behauptete sie, Saudi-Arabien habe in diesem Zeitraum mehr als 120 Luftangriffe auf Sanaa und weitere Provinzen im Jemen geflogen.

Neue Drohungen gegen Saudi-Arabien

Die Angaben zu den Angriffen und den Gegenschlägen ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Huthi kontrollieren weite Gebiete im Norden des Jemen und hatten zuvor weitere Attacken angekündigt.

Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien legitime Ziele, erklärte die Miliz. Ausgenommen seien Mekka und Medina als heilige Stätten des Islam.

Gemeinsame Verurteilung

Die Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien verurteilten die Angriffe gemeinsam als eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht. Die R4-Staaten sprachen von einer gefährlichen Eskalation, die unter keinem Vorwand gerechtfertigt oder hingenommen werden könne.

Saudi-Arabien kämpft seit mehr als zehn Jahren mit Verbündeten im Jemen gegen die schiitischen, vom Iran unterstützten Rebellen. Der Bürgerkrieg ist nach Angaben der dpa-Meldung im Zuge des Iran-Kriegs neu entflammt; auch neue US-Militärschläge im Jemen stehen als Möglichkeit im Raum.

Ausweitung über Flughäfen hinaus

Die Angriffe markieren eine Ausweitung der bisherigen Ziele. Neben dem Luftverkehr nennt die Huthi-Miliz eine Gasanlage und eine Ölraffinerie des saudischen Staatskonzerns Aramco. Damit rückt nicht nur die zivile Infrastruktur, sondern auch die Energieversorgung des Königreichs in den Mittelpunkt.

Saudi-Arabien ist seit mehr als zehn Jahren militärisch in den Jemen-Konflikt eingebunden. Die Huthi kontrollieren weite Gebiete im Norden des Landes und verfügen über Raketen- und Drohnensysteme, mit denen sie Ziele in großer Entfernung erreichen können. Der erneute Beschuss folgt auf eine Serie tödlicher Angriffe und verschärft die Belastung für den saudischen Flugverkehr.

Risiken für Verkehr und regionale Sicherheit

Für Reisende können wiederholte Angriffe kurzfristige Flughafenschließungen, Umleitungen und Flugausfälle auslösen. Besonders relevant ist die Verbindung von Angriffen auf Flughäfen und Energieanlagen, weil sie zugleich Mobilität, Versorgung und wirtschaftliche Abläufe berührt.

Politisch erhöht die Eskalation den Druck auf Saudi-Arabien und seine Partner, militärisch zu reagieren. Die gemeinsame Verurteilung durch Türkei, Ägypten, Pakistan und Saudi-Arabien zeigt, dass die Attacken über den bilateralen Konflikt hinaus als regionale Sicherheitsfrage behandelt werden. Neue Luftangriffe auf Sanaa und andere jemenitische Provinzen würden den Kreislauf aus Angriffen und Vergeltung weiter verstärken.

Internationale Dimension

Der Iran-Krieg hat den ohnehin fragilen Jemen-Konflikt nach Darstellung der dpa-Meldung neu entfacht. Dadurch steigt die Gefahr, dass lokale Fronten mit größeren regionalen Machtkonflikten verbunden werden. Für die weitere Entwicklung sind deshalb sowohl die Reaktion Saudi-Arabiens als auch mögliche Schritte der USA entscheidend.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesspiegel: „Huthi-Rebellen bekennen sich und attackieren erneut : Zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen von Riad – Ministerin Reiche sitzt fest“ (11.10.2026)

Der Bericht bestätige den erneuten Angriff auf den Flughafen Riad und nenne mehrere Verletzte. Er lege den Schwerpunkt zusätzlich auf die vorübergehende Einstellung des Flughafenbetriebs, die Auswirkungen auf Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie die Warnung der Bundesregierung vor der Nutzung des Flughafens.

tagesschau: „Tödlicher Angriff am Flughafen Riad Alptraum am Abflug-Gate“ (11.10.2026)

Der Beitrag bestätige die tödlichen Folgen des Angriffs und die wiederholten Attacken auf saudische Flughäfen. Er ordne die Entwicklung stärker militärisch ein, thematisiere mögliche Lücken in der Raketenabwehr und stelle die Frage nach einer möglichen Beteiligung der USA, während die unmittelbare Reaktion Saudi-Arabiens offenbleibe.

Beide Berichte bestätigten die erneuten Angriffe und die Folgen für den Flugverkehr. Der Tagesspiegel betone vor allem die politischen und praktischen Auswirkungen in Deutschland, während die tagesschau die regionale Eskalationsgefahr und die internationale Dimension hervorhebe.

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