USA-Migrationspolitik, Austin-Texas

ICE-SchĂŒsse in Austin: Venezolaner bei Einsatz der US-Einwanderungsbehörde schwer verletzt

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 07:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In Austin ist ein Venezolaner bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE durch SchĂŒsse schwer verletzt worden. Stadtspitze und Abgeordnete verlangen eine unabhĂ€ngige und transparente Untersuchung des Falls.

  • Wieso die Bundesbeamten auf den Mann schossen, ist noch unklar. - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa
    Wieso die Bundesbeamten auf den Mann schossen, ist noch unklar. - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa
  • Nach dem Zwischenfall kam es in der NĂ€he des Tatorts zu kleineren Demos gegen die Bundesbehörde ICE.  - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa
    Nach dem Zwischenfall kam es in der NÀhe des Tatorts zu kleineren Demos gegen die Bundesbehörde ICE. - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa
  • Die ICE-Beamten werden fĂŒr martialisches Auftreten und brutales Vorgehen kritisiert. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
    Die ICE-Beamten werden fĂŒr martialisches Auftreten und brutales Vorgehen kritisiert. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa
  • «Der Horror ist in unsere Stadt gekommen», kommentierte ein demokratischer Abgeordneter den Vorfall. - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa
    «Der Horror ist in unsere Stadt gekommen», kommentierte ein demokratischer Abgeordneter den Vorfall. - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa
  • Der angeschossene Mann saß zum Zeitpunkt des Vorfalls offenbar in seinem Auto.  - Bild: Jesse Bedayn/AP/dpa
    Der angeschossene Mann saß zum Zeitpunkt des Vorfalls offenbar in seinem Auto. - Bild: Jesse Bedayn/AP/dpa
Wieso die Bundesbeamten auf den Mann schossen, ist noch unklar. - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa Nach dem Zwischenfall kam es in der NĂ€he des Tatorts zu kleineren Demos gegen die Bundesbehörde ICE.  - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa Die ICE-Beamten werden fĂŒr martialisches Auftreten und brutales Vorgehen kritisiert. (Archivbild) - Bild: Angelina Katsanis/AP/dpa «Der Horror ist in unsere Stadt gekommen», kommentierte ein demokratischer Abgeordneter den Vorfall. - Bild: Joel Angel Juarez/AP/dpa Der angeschossene Mann saß zum Zeitpunkt des Vorfalls offenbar in seinem Auto.  - Bild: Jesse Bedayn/AP/dpa

In der texanischen Großstadt Austin haben Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE einen Mann angeschossen und schwer verletzt.

Mann schwer verletzt, Ermittlungen angekĂŒndigt

Der Mann wurde nach Angaben von BĂŒrgermeister Kirk Watson mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Ein Schuss traf ihn am Sonntag im Bereich des Oberkörpers, wie die Polizei mitteilte. ZunĂ€chst blieb unklar, ob die Kugel von vorne in die Brust oder von hinten in den RĂŒcken eindrang.

Situation am Tatort noch unklar

Fotos vom Tatort deuten darauf hin, dass sich der Mann in seinem Auto befand, als die SchĂŒsse fielen. Das Heimatschutzministerium erklĂ€rte auf der Plattform X, bei dem angeschossenen Mann handele es sich um einen Venezolaner, der sich den Angaben zufolge illegal in den USA aufhielt. Er sei nun in Gewahrsam der Bundesbehörden, bevor er abgeschoben werde. Der Vorfall soll untersucht werden.

Rufe nach transparenter Aufarbeitung

BĂŒrgermeister Watson zeigte sich ĂŒber den Einsatz empört und erklĂ€rte, es sei inakzeptabel, dass Beamte einer Behörde, die fĂŒr Recht und Ordnung zustĂ€ndig sei, auf offener Straße auf Menschen schießen. Er und Austins Polizeichefin Lisa Davis forderten, dass die örtliche Polizei in die Aufarbeitung des Vorfalls einbezogen wird. Eine interne Untersuchung allein durch ICE sei aus GrĂŒnden der Transparenz nicht ausreichend, so Watson. Nach seinen Angaben haben die AktivitĂ€ten der Bundesbehörde gegen Migranten in Austin in diesem Monat deutlich zugenommen.

Proteste und Kritik an ICE

Am Ort des Zwischenfalls kam es zu spontanen kleineren Protesten gegen das Vorgehen von ICE. Der demokratische Abgeordnete Greg Casar, in dessen Wahlkreis Austin liegt, verlangte eine vollstĂ€ndige, unabhĂ€ngige Untersuchung und die unverzĂŒgliche Veröffentlichung der Videos der eingesetzten Bodycams. Der verantwortliche Beamte mĂŒsse zur Rechenschaft gezogen werden. Casar sagte, ICE habe wiederholt auf Menschen geschossen und anschließend ein falsches Bild der Ereignisse gezeichnet. FĂŒr Austin sprach er vom „Horror“, der in die Stadt gekommen sei.

Harter Kurs der Trump-Regierung

US-PrĂ€sident Donald Trump verfolgt seit seinem Amtsantritt vor gut eineinhalb Jahren einen besonders harten Kurs gegen Migranten ohne gĂŒltigen Aufenthaltsstatus und gegen vorbestrafte AuslĂ€nder. Er drĂ€ngt auf Massenabschiebungen und baut dabei vor allem auf die Bundesbehörde ICE, deren KrĂ€fte fĂŒr Razzien und Festnahmen zustĂ€ndig sind. Die unter Trump deutlich verstĂ€rkte Behörde steht wegen teils brutaler EinsĂ€tze stark in der Kritik.

FrĂŒhere tödliche EinsĂ€tze

Bereits Anfang des Jahres hatten tödliche SchĂŒsse bei einem Einsatz im Bundesstaat Minnesota fĂŒr Empörung gesorgt, bei denen zwei US-Amerikaner ums Leben kamen. Der fĂŒr diese EinsĂ€tze verantwortliche ICE-FunktionĂ€r Gregory Bovino musste daraufhin seinen Posten rĂ€umen. Seitdem agieren die Beamten nach Angaben aus den Behörden zwar weniger martialisch, doch die umstrittenen EinsĂ€tze setzen sich landesweit fort.

Gewaltvorwurf gegen US-Einwanderungsbehörde

Der Vorfall in Austin fĂŒgt sich in eine lĂ€ngere Reihe umstrittener EinsĂ€tze der US-Einwanderungsbehörde ICE. Die Behörde steht seit Jahren in der Kritik, weil Festnahmen und Abschiebungen immer wieder mit dem Einsatz von Waffen und körperlicher Gewalt verbunden sind. Unter PrĂ€sident Donald Trump wurde ICE personell und organisatorisch ausgebaut, um einen besonders harten Kurs gegen Menschen ohne gĂŒltigen Aufenthaltsstatus und vorbestrafte Migranten durchzusetzen.

Lokale Spannungen in Austin

FĂŒr die Stadt Austin verschĂ€rft der Schusswaffeneinsatz die Debatte ĂŒber das VerhĂ€ltnis zwischen Bundesbehörden und lokalen Institutionen. BĂŒrgermeister Kirk Watson verweist auf eine deutlich erhöhte PrĂ€senz von ICE-EinsĂ€tzen im laufenden Monat, wĂ€hrend zugleich der Ruf nach transparenter und unabhĂ€ngiger Untersuchung laut wird. Dass Vertreter der Stadtverwaltung und der Polizei ausdrĂŒcklich eine eigene Rolle bei der Aufarbeitung einfordern, zeigt das Misstrauen gegenĂŒber einer alleinigen internen Untersuchung der Bundesbehörde.

Politische und gesellschaftliche Folgen

Bundesweit berĂŒhrt der Fall zentrale Streitfragen der US-Migrationspolitik: Wie weit darf staatliche Gewalt im Kontext von Abschiebungen gehen, und wer kontrolliert deren Einsatz? Die Kritik von Kongressabgeordneten wie Greg Casar, der ICE wiederholte Falschaussagen nach SchusswaffeneinsĂ€tzen vorwirft, verdeutlicht, dass es hier nicht nur um einen Einzelfall, sondern um mögliche strukturelle Probleme geht. FĂŒr Migrantinnen und Migranten, insbesondere aus Lateinamerika, verstĂ€rkt ein solcher Vorfall die Angst vor Kontrollen und Abschiebungen. Zugleich wird sichtbar, dass StĂ€dte wie Austin versuchen, eigene Standards von Transparenz und Rechtsstaatlichkeit gegen den Kurs der Bundesregierung zu setzen.

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