Irlands Regierungschef: X-Post sorgt in Israel fĂŒr Empörung
26.11.2023 - 15:00:04 | dpa.deEin X-Post des irischen Regierungschefs Leo Varadkar zur Freilassung eines neunjĂ€hrigen irisch-israelischen MĂ€dchens aus der Gefangenschaft im Gazastreifen hat fĂŒr Verstimmung gesorgt. Israel wolle wegen der «empörenden ĂuĂerungen» den irischen Botschafter einbestellen, teilte der israelische AuĂenminister Eli Cohen am Sonntag mit.
Irlands Regierungschef hatte am Samstagabend auf der Plattform X, vormals Twitter, geschrieben: «Dies ist ein Tag der groĂen Freude und Erleichterung fĂŒr Emily Hand und ihre Familie. Ein unschuldiges Kind, das verloren war, wurde nun gefunden und ist zurĂŒckgekehrt, und wir atmen erleichtert auf.»
In Israel wurde diese Beschreibung als Verharmlosung der Geiselnahmen durch die islamistische Hamas kritisiert. Benny Gantz, Minister im israelischen Kriegskabinett, schrieb bei X: «Die neunjĂ€hrige Emily war nie «verloren» - sie wurde brutal von der terroristischen Hamas entfĂŒhrt und als Geisel gehalten.»
MĂ€dchen zunĂ€chst fĂŒr tot gehalten
Nach der Terrorattacke der Hamas am 7. Oktober war das MĂ€dchen zunĂ€chst fĂŒr tot gehalten worden. Ihr aus Irland stammender Vater Thomas Hand hatte in einem emotionalen Fernsehinterview unter TrĂ€nen seine Erleichterung darĂŒber geĂ€uĂert, dass sie nicht in die HĂ€nde der Hamas gefallen sei, weil das noch «schlimmer als der Tod» gewesen wĂ€re. SpĂ€ter hieĂ es dann, sie sei womöglich doch als Geisel verschleppt worden. Vergangene Woche hatte Thomas Hand dann in einem emotionalen Appell die Freilassung seiner Tochter gefordert und gesagt, die Familie erlebe einen Alptraum.
Das irische Kabinettsmitglied Paschal Donohoe sagte am Sonntag der BBC, Varadkar habe die Gewalt der Hamas eindeutig verurteilt. Emilys Freilassung sei eine Hommage an die Arbeit, die WĂŒrde und ZurĂŒckhaltung ihres Vaters. Sie sei aber auch nicht möglich gewesen ohne diplomatische BemĂŒhungen der irischen Regierung mit Partnern in den USA, Ăgypten und Katar, sagte Donohoe. «Selbst heute mĂŒssen wir uns besinnen, was ein ruhiges Wort und was ein gutes Argument bewirken kann und welchen Wert es hat, wenn LĂ€nder zusammenarbeiten.»
Insgesamt hatte das Rote Kreuz am Samstagabend 13 Israelis - unter ihnen erneut vier Deutsch-Israelis - sowie vier thailĂ€ndische StaatsbĂŒrger ĂŒber die Grenze nach Ăgypten gebracht. Nach dem GrenzĂŒbertritt wurden die Geiseln in ein Krankenhaus in Israel geflogen. Im Krankenhaus wurde Emily mit ihrem Vater und ihren beiden Halbgeschwistern wiedervereint. Insgesamt wurden am 7. Oktober rund 240 Menschen in den Gazastreifen verschleppt, darunter zahlreiche AuslĂ€nder und DoppelstaatsbĂŒrger.
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