Frankreich, Prozess (Gericht)

Anklage fordert sieben Jahre Haft fĂŒr Sarkozy

Veröffentlicht am: 13.05.2026 um 17:00 Uhr | dpa.de

Im Berufungsprozess fordert die Anklage fĂŒr Sarkozy sieben Jahre Haft und 300.000 Euro Strafe. Der AltprĂ€sident beteuert erneut seine Unschuld in der Libyen-AffĂ€re.

Frankreichs Ex-PrÀsident Sarkozy droht eine lange Haftstrafe (Archivbild). - Bild: Anne-Christine Poujoulat/AFP/dpa
Frankreichs Ex-PrÀsident Sarkozy droht eine lange Haftstrafe (Archivbild). - Bild: Anne-Christine Poujoulat/AFP/dpa

Im Berufungsprozess gegen Frankreichs AltprĂ€sident Nicolas Sarkozy in der AffĂ€re um angebliche Wahlkampfgelder aus Libyen hat die Anklage wie schon in erster Instanz sieben Jahre Haft gefordert. Außerdem plĂ€dierte die Staatsanwaltschaft in Paris fĂŒr eine Geldstrafe von 300.000 Euro. Sie wirft Sarkozy die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bestechung, illegale Wahlkampffinanzierung sowie den Umstand vor, von der Veruntreuung öffentlicher Gelder profitiert zu haben.

Der 71-JĂ€hrige hatte in dem Verfahren erneut seine Unschuld beteuert. Es sei kein Cent aus Libyen in seinen Wahlkampf geflossen und er habe nicht unter dem Einfluss des damaligen Machthabers Muammar Gaddafi gestanden, hatte Sarkozy vor Gericht ausgesagt.

Libyen-AffĂ€re brisantestes Verfahren fĂŒr Sarkozy

Die Libyen-AffĂ€re ist wohl das brisanteste Verfahren gegen Sarkozy. In erster Instanz sah das Gericht zwar keine Belege dafĂŒr, dass fĂŒr den PrĂ€sidentschaftswahlkampf 2007 von «Sarko» tatsĂ€chlich Geld von der FĂŒhrung des damaligen libyschen Machthabers Gaddafi floss. Doch der Konservative und enge Vertraute hatten nach Auffassung des Gerichts versucht, sich dieses Geld zu beschaffen. Wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung war Sarkozy in erster Instanz schuldig gesprochen worden und zu fĂŒnf Jahren Haft verurteilt worden. FĂŒr einige Wochen kam er ins GefĂ€ngnis.

Damit erhielt Sarkozy eine so harte Strafe wie kein frĂŒherer Staatschef vor ihm in der jĂŒngeren französischen Geschichte. Die AnwĂ€lte des ehemaligen Staatsoberhaupts hatten einen Freispruch gefordert. Sarkozy hatte die VorwĂŒrfe stets von sich gewiesen. Der Berufungsprozess lĂ€uft bis Ende Mai.

In dem Berufungsverfahren stehen neben Sarkozy zehn weitere Angeklagte vor Gericht, darunter die Ex-Minister Claude GuĂ©ant, Éric Woerth und Brice Hortefeux.

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