Richterin, Bericht

Richterin veröffentlicht Bericht in Trumps Wahlbetrugsverfahren

03.10.2024 - 07:56:17

Im Ermittlungsverfahren um die Rolle des damaligen US-PrÀsidenten Donald Trump beim Sturm auf das US-Kapitol am 6.

Januar 2021 hat die zustĂ€ndige Richterin Tanya Chutkan einen neuen Bericht des Sonderermittlers Jack Smith veröffentlicht. In dem 165 Seiten langen Dokument schildert Smith Trumps BemĂŒhungen, das Narrativ eines weitverbreitetem Wahlbetrugs zu zeichnen. Der Sonderermittler wirft dem Ex-PrĂ€sidenten vor, gewusst zu haben, dass seine Darstellung falsch ist. So soll Trump einem Mitarbeiter zufolge zu Familienmitgliedern an Bord von Marine One gesagt haben, dass es keine Rolle spiele, ob man die Wahl gewonnen oder verloren habe.

Man mĂŒsse immer noch weiterkĂ€mpfen. Außerdem soll Ex-VizeprĂ€sident Mike Pence bereits am 12. November 2020 Trump dazu aufgefordert haben, zwar keine Wahlniederlade einzurĂ€umen, aber anzuerkennen, "dass der Prozess vorbei ist". Der Sonderermittler beschreibt weiter, dass Trump sich ĂŒber Stunden geweigert habe, seine AnhĂ€nger beim Sturm auf das Kapitol auszubremsen. Auf einen Anruf eines Beraters, der ihm berichtete, dass sein damaliger Vize Pence an einen sicheren Ort gebracht wurde, soll Trump dem Bericht zufolge nur mit "Na und?" geantwortet haben. Forensische Handydaten sollen zudem zeigen, dass er wĂ€hrend des Angriffs auf das Kapitol Twitter nutzte und Fox News schaute. Der Sonderermittler argumentiert, dass Trump sich nicht auf das Urteil des Supreme Courts berufen könne, wonach PrĂ€sidenten weitreichende ImmunitĂ€t fĂŒr ihre Handlungen im Amt genießen. Smith ist der Ansicht, dass Trump in vielen FĂ€llen eben nicht als PrĂ€sident gehandelt habe, sondern als PrĂ€sidentschaftsbewerber. In der Szene auf der Marine One solle er etwa ausschließlich mit Familienmitgliedern gesprochen haben. Dass auch ein Mitarbeiter die Szene zufĂ€llig mitbekommen habe, mache sie noch zu keinem "offiziellen" Akt. Ob Smiths Argumentation Chancen vor Gericht hat, ist dennoch fraglich: Das oberste Gericht, dessen neun Richter grĂ¶ĂŸtenteils von Trump und anderen PrĂ€sidenten der republikanischen Partei ausgewĂ€hlt wurden, hatte in seinem Urteil beschlossen, dass die Kommunikation von PrĂ€sidenten mit ihren Beratern, anderen Regierungsbeamten und der Öffentlichkeit als "offizielle" Akte gelten und damit durch ImmunitĂ€t geschĂŒtzt sind. Auch die BeweisfĂŒhrung wird durch das Urteil deutlich erschwert. Trumps Verteidiger haben nun noch bis 17. Oktober Zeit, ihre Antwort auf die VorwĂŒrfe einzureichen, wobei ein Antrag auf mehr Bearbeitungszeit die Frist bis nach den PrĂ€sidentschaftswahlen verschieben könnte. Es wird erwartet, dass Trump gegen eine mögliche Verurteilung Einspruch einlegen wĂŒrde. Dann wĂŒrde der parteipolitisch geprĂ€gte Supreme Court ĂŒber den Fall entscheiden.

@ dts-nachrichtenagentur.de