Journalisten, Toten

Klinik: Vier Journalisten unter 15 Toten bei Angriff Israels

25.08.2025 - 12:36:37

Im Gaza-Krieg sind binnen fast zwei Jahren bereits rund 200 Journalisten getötet worden. Nun kommt es zu einem besonders schwerwiegenden Vorfall in einem Krankenhaus.

Bei einem israelischen Angriff im SĂŒden des Gazastreifens sind nach Krankenhausangaben 15 Menschen getötet worden, darunter mindestens vier Journalisten. Nach Angaben des Nasser-Krankenhauses wurden sie bei einem Luftangriff tödlich getroffen, als sie sich im vierten Stock der Klinik in der sĂŒdlichen Stadt Chan Junis aufhielten. 

Die palÀstinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete von vier getöteten Journalisten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press war auch eine freie Mitarbeiterin von AP, Mariam Dagga (33), unter den Getöteten. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, ein freier Mitarbeiter von Reuters sei getötet und ein weiterer Fotograf der Agentur - ebenfalls ein freier Mitarbeiter - verletzt worden. 

Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira berichtete, ein Kameramann des Senders sei tödlich getroffen worden. Es war zunĂ€chst unklar, fĂŒr welches Medium der vierte getötete Journalist arbeitete. Laut Wafa kamen auch SanitĂ€ter zu Tode. Die israelische Armee teilte mit, sie prĂŒfe die Berichte.

Augenzeugen berichteten, es habe einen Angriff auf den vierten Stock im EmpfangsgebÀude des Nasser-Krankenhauses gegeben, in dem sich die Journalisten aufhielten. Als SanitÀter und Mitarbeiter des Zivilschutzes zur Rettung eilten, habe es einen weiteren Angriff gegeben. In sozialen Medien kursierten Videoaufnahmen von dem blutigen Vorfall. Der arabische Sender Al-Ghad zeigte ein Video, in dem zu sehen war, wie eine Gruppe von Menschen bei einem Angriff getroffen wurde. Dabei handelte es sich offenbar um die zweite Attacke. 

Schon fast 200 getötete Journalisten im Gaza-Krieg

Damit wurden laut Informationen des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) seit Beginn des Gaza-Kriegs vor knapp zwei Jahren fast 200 Journalisten getötet, die meisten davon PalÀstinenser. 

Erst am Samstag war nach Angaben von Wafa ein palÀstinensischer Kameramann im nördlichen Gazastreifen von israelischen Soldaten getötet worden. Der palÀstinensische Journalistenverband sprach von einer «fortwÀhrenden israelischen Kampagne gegen Journalisten, deren Ziel es ist, die palÀstinensischen Schilderungen zum Schweigen zu bringen». 

Mitte des Monats waren vier Mitarbeiter des arabischen TV-Sender Al-Dschasira in der Stadt Gaza getötet worden. Israels MilitĂ€r hatte den Tod des Korrespondenten Anas al-Scharif bestĂ€tigt. Der 28-JĂ€hrige habe sich zwar als Al-Dschasira-Journalist ausgegeben, er habe aber eine Terrorzelle der islamistischen Hamas angefĂŒhrt, erklĂ€rte die Armee damals - ohne dafĂŒr eindeutige Beweise vorzulegen. 

Bericht: Israels MilitÀrchef verschÀrft Warnung vor Gaza-Einnahme

Unterdessen hat der israelische Generalstabschef Ejal Zamir laut einem Medienbericht eindringlich vor Gefahren der geplanten Einnahme der Stadt Gaza gewarnt. Der israelische TV-Sender Channel 13 berichtet, Zamir habe dazu gedrĂ€ngt, einen Vermittlungsvorschlag ĂŒber eine Gaza-Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln im Gegenzug fĂŒr palĂ€stinensische HĂ€ftlinge anzunehmen. Die Armee habe die Bedingungen fĂŒr einen Geisel-Deal geschaffen, jetzt liege es in den HĂ€nden von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu. Eine Einnahme der Stadt Gaza wĂŒrde das Leben der Geiseln gefĂ€hrden.

@ dpa.de