Tel Aviv: Mann bei mutmaĂlichem Anschlag schwer verletzt
05.08.2023 - 18:45:09Beim Anschlag eines PalĂ€stinensers in der israelischen KĂŒstenmetropole Tel Aviv ist ein Wachmann lebensgefĂ€hrlich verletzt worden. Der etwa 40 Jahre alte Mann musste nach Angaben von SanitĂ€tern wiederbelebt werden. AnschlieĂend sei er in ein Krankenhaus gebracht worden, hieĂ es. Der mutmaĂliche AttentĂ€ter - ein PalĂ€stinenser - sei in einer Klinik an seinen Verletzungen gestorben, teilte ein Krankenhaussprecher mit.
Bei dem Angreifer handelte es sich nach Polizeiangaben um einen PalÀstinenser aus Dschenin im Westjordanland. Der 27-JÀhrige habe einen Abschiedsbrief bei sich getragen, teilte Polizeichef Kobi Schabtai nach Angaben der «Times of Israel» am Anschlagsort mit. «Er ist gekommen, um zum MÀrtyrer zu werden», sagte Schabtai.
Den Angaben zufolge war der PalĂ€stinenser von zwei WachmĂ€nnern der Stadtverwaltung angesprochen worden, weil er ihnen verdĂ€chtig vorkam. Daraufhin habe er das Feuer eröffnet und einen der MĂ€nner getroffen. Der zweite habe zurĂŒckgeschossen und den AttentĂ€ter auĂer Gefecht gesetzt. Der verletzte Angreifer sei von SanitĂ€tern behandelt worden. Im Zentrum von Tel Aviv waren Sirenen von zahlreichen Kranken- und Polizeiwagen zu hören.
Hamas lobt «heldenhafte Tat»
Ein fĂŒhrendes Mitglied der im Gazastreifen herrschenden PalĂ€stinenserorganisation Hamas nannte den Anschlag «eine heldenhafte Tat und eine natĂŒrliche Reaktion auf die Tötung zweier junger MĂ€nner im Westjordanland am Freitag». Israelische Siedler hatten am Freitag nahe Ramallah einen 19-jĂ€hrigen PalĂ€stinenser erschossen und weitere Menschen verletzt.
Die Siedler drangen in die palĂ€stinensische Ortschaft Burka ein. Sie hĂ€tten dort auch zwei Fahrzeuge in Brand gesetzt, berichtete die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur Wafa. Zwei mutmaĂliche TĂ€ter wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Bei einer Razzia der israelischen Armee in der palĂ€stinensischen Stadt Tulkarem wurde nach Angaben des Gesundheitsministeriums zudem ein 18-JĂ€hriger getötet.
Gewalt und Gegengewalt
Der Anschlag in Tel Aviv war bereits der vierte in diesem Jahr in der GroĂstadt am Mittelmeer. Zuletzt war dort vor einem Monat ein palĂ€stinensischer Angreifer mit seinem Auto in eine Menschenmenge gefahren und hatte mehrere Menschen verletzt. Mehrere militante PalĂ€stinensergruppen nannten den Anschlag damals eine Reaktion auf eine israelische MilitĂ€roffensive im Westjordanland.
Die Sicherheitslage in Israel und dem besetzten Westjordanland ist seit langem angespannt. Seit Jahresbeginn wurden 23 Israelis, eine Ukrainerin sowie ein Italiener bei AnschlÀgen von PalÀstinensern getötet. Im gleichen Zeitraum kamen 169 PalÀstinenser bei israelischen MilitÀreinsÀtzen, Konfrontationen oder nach eigenen AnschlÀgen ums Leben.
Bei einem GroĂteil handelt es sich um bewaffnete KĂ€mpfer, unter den Toten bei MilitĂ€reinsĂ€tzen sind jedoch auch unbeteiligte Zivilisten. Es gibt zudem immer wieder Berichte ĂŒber Gewalt israelischer Siedler gegen PalĂ€stinenser, israelische Aktivisten oder Soldaten.
Israel hatte 1967 das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600.000 israelische Siedler. Die PalĂ€stinenser beanspruchen die Gebiete fĂŒr einen unabhĂ€ngigen Staat PalĂ€stina mit dem arabisch geprĂ€gten Ostteil Jerusalems als Hauptstadt.





