Kontakt zu Iran-Spion? Mann in DĂ€nemark festgenommen
05.11.2025 - 13:03:56 | dpa.de
Die Bundesanwaltschaft hat in DĂ€nemark eine mutmaĂliche Kontaktperson des im Juni gefassten verdĂ€chtigen Spions eines iranischen Geheimdienstes festnehmen lassen. Der Mann soll dem mutmaĂlichen Spion zugesagt haben, «einer derzeit unbekannten weiteren Person eine Waffe zu verschaffen und sie zu veranlassen, einen Anschlag auf jĂŒdische Ziele in Deutschland zu begehen», teilte die Behörde mit.
Der Festgenommene sei in DĂ€nemark schon seit lĂ€ngerem mit der Beschaffung von Waffen und Zubehör sowie Technik fĂŒr Sprengvorrichtungen befasst gewesen. «Der Beschuldigte ist dringend verdĂ€chtig, sich bereit erklĂ€rt zu haben, einen anderen zu einem Tötungsdelikt anzustiften», erklĂ€rte die oberste deutsche Anklagebehörde. Er solle nach Deutschland ĂŒberstellt und dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgefĂŒhrt werden.
DĂ€nemark prĂŒft Auslieferung
Nach Angaben der zustĂ€ndigen dĂ€nischen Polizei handelt es sich bei dem Mann um einen 42 Jahre alten afghanischen StaatsbĂŒrger mit Wohnsitz in Aarhus. Er wurde demnach am Morgen auf Ersuchen der deutschen Polizei und in enger Zusammenarbeit mit dem dĂ€nischen Inlandsgeheimdienst PET im Norden der zweitgröĂten Stadt des Landes festgenommen. Die dĂ€nischen Behörden prĂŒften nun, ob der Mann nach Deutschland ausgeliefert werden kann.
Von Spionage oder einer Verbindung zu dem mutmaĂlichen Iran-Spion war von Seite der dĂ€nischen Polizei keine Rede. Der PET teilte jedoch der Nachrichtenagentur Ritzau mit, dass die Festnahme im Zusammenhang mit dem Fall stehe, bei dem im Juni ein anderer Mann im Raum Aarhus unter dem Verdacht nachrichtendienstlicher TĂ€tigkeiten im Auftrag eines iranischen Geheimdienstes festgenommen worden war.
MutmaĂlicher Spion seit Juli in U-Haft
Am 26. Juni hatte die Bundesanwaltschaft einen damals 53 Jahre alten DĂ€nen, der afghanische Wurzeln hat, in Aarhus festnehmen lassen. Die Behörde wirft ihm vor, im Auftrag des Irans jĂŒdische Orte und Personen in Berlin ausgespĂ€ht zu haben. Ihrer EinschĂ€tzung nach sollten auf diese Weise möglicherweise AnschlĂ€ge vorbereitet werden. Der Mann wurde im Juli nach Deutschland ĂŒberstellt und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Den Auftrag sollen ihm die sogenannten Al-Kuds-Brigaden erteilt haben - die Auslandseinheit der einflussreichen Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht. Zu ihren Aufgaben gehören verdeckte Geheimdienstoperationen im Ausland. Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stand der mutmaĂliche Spion im Verdacht, Vorbereitungen fĂŒr BrandanschlĂ€ge getroffen zu haben. Unter anderem soll er versucht haben, Menschen anzuheuern, die diese AnschlĂ€ge ausfĂŒhren. Der Iran wies die VorwĂŒrfe entschieden zurĂŒck.
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