«Teheran brennt» - Krieg der Erzfeinde eskaliert
15.06.2025 - 15:18:25Die Gewaltspirale im Krieg der Erzfeinde Israel und Iran dreht sich immer schneller. Israel ĂŒberzog die Islamische Republik am Sonntag erneut mit mehreren Wellen von Luftangriffen, die vor allem der Zerstörung des iranischen Atomprogramms dienen sollten.
Laut Medien waren in der 15-Millionen-Metropole Teheran Explosionen nahe dem Flughafen und einem Luxushotel zu hören. «Teheran brennt», schrieb Israels Verteidigungsminister Israel Katz auf der Plattform X.Â
Israel attackiert seit der Nacht zu Freitag Ziele im Iran - darunter Atomanlagen, fĂŒhrende MilitĂ€rs, Atomwissenschaftler, Verteidigungsstellungen, Ziele in StĂ€dten und Ăl- und Erdgasfelder. Das erklĂ€rte Hauptziel ist es, die Islamische Republik an der heimlichen Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Der MilitĂ€reinsatz werde voraussichtlich «Wochen, nicht Tage» dauern, zitierte CNN US-Beamte und in Israel.Â
Bei iranischen GegenschlÀgen starben in Israel mindestens 14 Menschen. 370 Menschen wurden Medien zufolge verletzt. Im Iran sind nach offiziellen Angaben Dutzende Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt worden.
Augenzeugen berichteten von Explosionen in mehreren Teilen der Megacity Teheran. Videos in sozialen Netzwerken zeigten dichte Rauchschwaden ĂŒber der Stadt. In einigen Vierteln fiel die Wasserversorgung aus. Bewohner Teherans berichteten zudem von Luftangriffen auf BehördengebĂ€ude und Infrastruktur. Auch ein Hotel wurde getroffen.
Der israelische PrÀsident Izchak Herzog bezeichnet den Kampf gegen den Iran als Verteidigung nicht nur seines Landes. «Unser Ziel ist es, die RealitÀt im Nahen Osten zu verÀndern», sagte er bei einem Besuch im zentral-israelischen Bat Jam. Israel verteidige nicht nur sich selbst, «sondern den Nahen Osten, die Menschheit selbst und den Weltfrieden», so der PrÀsident.
Israel hat noch viele Ziele auf seiner Liste
Nach Angaben eines MilitĂ€rvertreters hat Israel noch eine umfangreiche Liste von Angriffszielen im Iran. Allein in der vergangenen Nacht habe das MilitĂ€r etwa 80 Ziele angegriffen.Â
Zu den Zielen habe das Hauptquartier des Verteidigungsministeriums sowie einer staatlichen Atom-Forschungsorganisation gehört. Auch Angriffe auf das Kommando des Verteidigungsministeriums wurden gemeldet. Im Nordwesten Teherans gerieten zudem Teile eines Ăllagers in Brand. In Israel wiederum wurden Teile einer Raffinerie nach einem iranischen Angriff zerstört.
Auf einem Flughafen in Maschhad weit im Osten des Irans griff die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben ein iranisches Tankflugzeug an. Die Entfernung betrĂ€gt rund 2.300 Kilometer â es sei damit das am weitesten entfernte Ziel, das seit Beginn des Kriegs mit dem Iran attackiert wurde.Â
Iran bestÀtigt Tod weiterer GenerÀle
Irans Revolutionsgarden meldeten den Tod sechs weiterer GenerĂ€le. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer unter der MilitĂ€rfĂŒhrung auf mindestens 14. Unter ihnen waren auch der Kommandeur der Revolutionsgarden, Hussein Salami, und Generalstabschef Mohammed Bagheri.Â
Nachrichtenportal: Israel brĂ€uchte spezielle US-BombenÂ
US-PrĂ€sident Donald Trump warnte die FĂŒhrung der Islamischen Republik vor Angriffen auf US-Einrichtungen. Sollten die USA in irgendeiner Form vom Iran attackiert werden, wĂŒrden die US-StreitkrĂ€fte in noch nie dagewesenem AusmaĂ zuschlagen.
Israel habe die Trump-Regierung in den vergangenen 48 Stunden gebeten, sich dem Krieg gegen den Iran anzuschlieĂen, berichtete die US-Nachrichtenseite «Axios» unter Berufung zwei israelische Beamte.
Israel verfĂŒgt dem Bericht zufolge nicht ĂŒber die sogenannten Bunkerbrecher-Bomben und groĂen Bomber, die nötig wĂ€ren, um die iranische Urananreicherungsanlage in Fordo zu zerstören. Diese liegt rund 100 Kilometer sĂŒdwestlich der iranischen Hauptstadt Teheran tief in einem Berg.Â
USA haben in der Region 40.000 Soldaten
Die USA verfĂŒgten dagegen in Flugweite zum Iran sowohl ĂŒber diese schweren Bomben als auch die hierfĂŒr nötigen Bomber, berichtete die US-Nachrichtenseite. Sollte Fordo auch nach dem Ende der Angriffe in Betrieb bleiben, hĂ€tte Israel sein Ziel, das iranische Atomprogramm zu «eliminieren», verfehlt, schrieb «Axios».
Die USA sind der wichtigste VerbĂŒndete Israels und unterhalten in der Region StĂŒtzpunkte, darunter in Katar und in Bahrain, auf denen laut Berichten rund 40.000 Soldaten stationiert sind. Der jĂŒdische Staat ist die einzige Atommacht in der Region.Â
Trump ruft Iran zu Abkommen auf
Trump rief den Iran erneut auf, ein Abkommen rund um sein Atomprogramm abzuschlieĂen. «Wir können jedoch leicht ein Abkommen zwischen dem Iran und Israel erzielen und diesen blutigen Konflikt beenden!!!», schrieb Trump. Eigentlich hĂ€tten Delegationen des Irans und der USA als Israels wichtigstem VerbĂŒndeten am Sonntag im Oman GesprĂ€che ĂŒber das iranische Atomprogramm fĂŒhren sollen - diese Runde in der Hauptstadt Maskat wurde jedoch wegen der militĂ€rischen Eskalation abgesagt.
Israels AuĂenminister Gideon Saar und der deutsche AuĂenminister Johann Wadephul (CDU) haben erneut telefoniert. Saar habe erklĂ€rt, dass der Einsatz im Iran fortgesetzt werde und noch wichtige Ziele zu erreichen seien, teilte das israelische AuĂenministerium mit. Das AuswĂ€rtige Amt bestĂ€tigte, dass beide Minister am Morgen telefoniert hatten, machte aber keine Angaben zu den GesprĂ€chsinhalten.
Fragezeichen zur Zusammenarbeit von Iran und IAEA
Der Iran will offensichtlich die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien nicht mehr in bisheriger Form fortsetzen. Das erklĂ€rte der stellvertretende AuĂenminister Kasem Gharibabadi laut Staatlicher Nachrichtenagentur Irna. «Es ist widersinnig, dass die Agentur zu Angriffen auf friedliche Einrichtungen schweigt, ihre Inspektoren jedoch weiterhin regulĂ€r im Iran prĂ€sent sein sollen.» Details nannte er nicht.
Die UN-Behörde, die dazu nicht Stellung nahm, hat bisher das Atomprogramm Teherans ĂŒberwacht. Ihren Erkenntnissen zufolge haben die Angriffe auf die iranischen Atomanlagen bisher keine erhöhten Strahlenwerte auĂerhalb der jeweiligen GelĂ€nde zufolge.





