Berichte: FunkgerĂ€te waren wohl mit Sprengstoff bestĂŒckt
18.09.2024 - 03:39:26 | dpa.deDie zeitgleich und zu Hunderten im Libanon explodierten FunkempfĂ€nger sind Medienberichten zufolge vermutlich von israelischen Agenten vorher mit Sprengstoff prĂ€pariert worden. Viele der sogenannten Pager stammten aus einer Lieferung, die die mit Israel verfeindete libanesische Hisbollah-Miliz in den vergangenen Tagen erhalten habe, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Israelische Agenten hĂ€tten die in Taiwan hergestellten GerĂ€te vor der Ankunft im Libanon abgefangen und mit jeweils etwa 25 bis 50 Gramm Sprengstoff bestĂŒckt, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf amerikanische und andere Behördenvertreter, die ĂŒber die Operation informiert worden seien.
Es sei zwar möglich, dass Hacker die Batterien in den Pagern mit Schadsoftware durch Erhitzen zum Explodieren brachten, zitierte das «Wall Street Journal» den GeschĂ€ftsfĂŒhrer einer US-Firma fĂŒr Cybersicherheit. Aber das wĂ€re sehr schwierig. Die Hacker mĂŒssten nicht nur die Marke und das Modell genau kennen, auch wĂ€re der Effekt nicht so heftig gewesen, wie es Videos der Explosionen vermuten lassen, sagte der Experte. Wahrscheinlicher sei auch seiner EinschĂ€tzung nach, dass eine Lieferung der Pager auf dem Weg vom Hersteller zum Bestimmungsort abgefangen und mit Sprengstoff samt einem Code versehen wurde.Â
Bei den gleichzeitigen Explosionen wurden im Libanon nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums rund 2.750 Menschen verletzt und neun Menschen getötet. Unter den Verletzten sollen viele Hisbollah-KÀmpfer sein, darunter Mitglieder der Elitetruppe Radwan. Nach Informationen des US-Nachrichtenportals «Axios» legten die Explosionen auch einen wesentlichen Teil des militÀrischen Kommando- und Kontrollsystems der Hisbollah lahm.
Der von Israel ausgefĂŒhrte Angriff habe darauf abgezielt, die Hisbollah zu verunsichern und in den Reihen der Miliz das GefĂŒhl zu erwecken, dass sie vollstĂ€ndig von israelischen Geheimdiensten durchdrungen sei, zitierte «Axios» eine nicht nĂ€her beschriebene Quelle. Israels Armee kommentierte die VorfĂ€lle zunĂ€chst nicht.Â
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