EU weist Trumps neue Zoll-Drohung im Grönland-Streit zurĂŒck
Veröffentlicht am: 17.01.2026 um 21:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deDie EU habe immer wieder das gemeinsame transatlantische Interesse an Frieden und Sicherheit in der Arktis unterstrichen, auch durch die Nato. "Die vorab koordinierte dĂ€nische Ăbung, die mit VerbĂŒndeten durchgefĂŒhrt wird, entspricht der Notwendigkeit, die Sicherheit in der Arktis zu stĂ€rken, und stellt fĂŒr niemanden eine Bedrohung dar", so von der Leyen und Costa weiter. "Die EU steht in voller SolidaritĂ€t mit DĂ€nemark und dem grönlĂ€ndischen Volk."
Dialog bleibe nun von entscheidender Bedeutung. "Und wir sind entschlossen, auf dem Prozess aufzubauen, der bereits letzte Woche zwischen dem Königreich DĂ€nemark und den USA begonnen hat." Zölle wĂŒrden die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine "gefĂ€hrliche AbwĂ€rtsspirale" riskieren. "Europa bleibt vereint, koordiniert und verpflichtet, seine SouverĂ€nitĂ€t zu wahren", schlieĂen die beiden EU-Spitzen ihre gemeinsame ErklĂ€rung.
Die deutsche Bundesregierung hatte zuvor schon eine Reaktion auf die neuen Zoll-Drohungen aus Washington angedeutet, war dabei aber noch zurĂŒckhaltender geblieben. "Die Bundesregierung hat die ĂuĂerungen des US-PrĂ€sidenten zur Kenntnis genommen", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Samstagabend. Man befinde sich "in engster Abstimmung mit den europĂ€ischen Partnern". Man werde gemeinsam "zur gegebenen Zeit ĂŒber geeignete Reaktionen entscheiden."
Trump will ab dem 1. Februar fĂŒr alle Waren aus DĂ€nemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Finnland einen Zoll von 10 Prozent erheben. Am 1. Juni soll sich der Tarif dann sogar auf 25 Prozent erhöhen. "Dieser Zoll ist so lange fĂ€llig und zu entrichten, bis ein Abkommen ĂŒber den vollstĂ€ndigen Kauf Grönlands erzielt ist", sagte Trump am Samstag.
Generell gelten Zölle auf nur einzelne EU-Staaten, wie Trump es angedroht hat, als relativ schwierig durchzusetzen. In der EU herrscht Warenverkehrsfreiheit, theoretisch können Produkte also relativ leicht zunÀchst in anderen LÀnder verbracht und von dort dann ins Ausland, beispielsweise in die USA, exportiert werden.
