Irans Polizei: Nulltoleranz bei Kleidervorschrift von Frauen
24.07.2024 - 11:26:46Irans Polizei hĂ€lt auch nach der Wahl des moderaten PrĂ€sidenten Massud Pesechkian an strengen Kontrollen von Frauen fest, wenn sie die strikten Kleidungsvorschriften nicht befolgen. «Es wird sich nichts Ă€ndern, denn die Einhaltung der islamischen Kleiderordnung ist nicht nur Gesetz, sondern auch Teil unserer religiösen Pflichten», sagte Polizei-Vizechef Ghassem Resaei laut Nachrichtenagentur Isna.Â
Demnach wird die Polizei keinerlei Toleranz zeigen, ihre Linie weiterverfolgen und sich weder von Regierungswechseln noch «neuen politischen Wellen» beeinflussen lassen.
Die teils gewaltsamen Kontrollen der Kleidungsvorschriften sorgten in den vergangenen Monaten zu heftiger Kritik im In- und Ausland. Sie gehörten ebenfalls zu den Hauptthemen im PrÀsidentenwahlkampf. Auch der spÀtere Sieger Peseschkian kritisierte die Kontrollen der SittenwÀchter und versprach den Frauen, diese umgehend zu stoppen.
Ob der moderate Peseschkian sich jedoch diesbezĂŒglich durchsetzen kann, scheint fraglich. Er hat einerseits den mĂ€chtigen Klerus gegen sich, fĂŒr den die Kleiderordnung wichtiger Teil des Islams ist. Andererseits arbeitet das von Hardlinern dominierte Parlament seit Monaten an einem Gesetzentwurf, der kĂŒnftig bei VerstöĂen gegen die islamischen Kleidungsregeln eine noch hĂ€rtere Gangart sowie drakonische Strafen vorsieht.Â
Schon jetzt werden Frauen ohne Kopftuch zunĂ€chst verwarnt. Bei Nichtbeachtung der Warnungen werden sie festgenommen und auf eine Polizeiwache gebracht.Â
Seit Beginn der Frauenbewegung im September 2022 kontrollieren SittenwÀchter die Kleidungsregeln schÀrfer. Auslöser der Proteste war damals der Tod der jungen iranischen Kurdin Mahsa Amini. Weil unter ihrem Kopftuch ein paar HaarstrÀhnen zu sehen waren, wurde sie von der Sittenpolizei festgenommen. Sie starb spÀter im Polizeigewahrsam.


