Zahlreiche, Tote

Zahlreiche Tote bei Gefechten im Westjordanland

20.04.2024 - 23:50:09

Im Westjordanland eskaliert die Lage. Bei Gefechten zwischen israelischen SicherheitskrÀften und Bewaffneten sterben etliche PalÀstinenser. Israelische Soldaten werden verletzt.

Die israelische Armee und Grenzpolizisten haben bei einem grĂ¶ĂŸeren MilitĂ€reinsatz im Westjordanland eigenen Angaben nach mindestens zehn Bewaffnete getötet. Bei Gefechten in dem FlĂŒchtlingslager Nur Schams in Tulkarem seien auch acht israelische Soldaten und ein Mitglied der verdeckt operierenden Jamas-Sondereinheit der Grenzpolizei Magaw verletzt worden, teilte ein Armeesprecher weiter mit. Die EinsatzkrĂ€fte seien beschossen und mit SprengsĂ€tzen angegriffen worden. 

Das Gesundheitsministerium im Westjordanland meldete 14 Tote bei dem zweitĂ€gigen MilitĂ€reinsatz, darunter ein 16 Jahre alter Jugendlicher. Allerdings gebe es kaum Informationen aus der abgeriegelten Stadt, in der auch das Internet abgestellt sei, meldete die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur Wafa. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Nach Angaben der Armee wurden acht gesuchte VerdÀchtige festgenommen, SprengsÀtze entschÀrft und zahlreiche GebÀude durchsucht. Zudem seien eine Sprengstoffwerkstatt zerstört und zahlreiche Waffen beschlagnahmt worden, darunter auch Pistolen und M16-Sturmgewehre.

Nach zunĂ€chst nicht offiziell bestĂ€tigten Berichten palĂ€stinensischer Medien soll unter den Getöteten auch der örtliche Kommandeur der palĂ€stinensischen Terrororganisation Islamischer Dschihad, Mohammed Dschaber, sein. PalĂ€stinensische Medien berichteten, die Armee habe bei ihrem Einsatz schwere SchĂ€den an Straßen, Wasser- und Stromleitungen angerichtet sowie zahlreiche WohnhĂ€user zerstört. Berichten zufolge verließ die Armee Nur Schams nach 50 Stunden.

Situation im Westjordanland hat sich verschÀrft

Die Lage im Westjordanland hat sich seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen am 7. Oktober noch einmal deutlich verschĂ€rft. 460 PalĂ€stinenser wurden seither nach Angaben des Gesundheitsministeriums allein im Westjordanland getötet. Sie starben ganz ĂŒberwiegend bei israelischen MilitĂ€reinsĂ€tzen. Einige wurden auch bei eigenen AnschlĂ€gen auf Israelis getötet. 

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die PalĂ€stinenser beanspruchen die Gebiete fĂŒr einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Auch im Gazastreifen setzte die israelische Armee ihren Kampf gegen die islamistische Hamas fort. Nach einem Raketenangriff Richtung der israelischen Stadt Sderot am Freitag sei die Abschussrampe in der Ortschaft Beit Hanun im Gazastreifen bombardiert worden, teilte die Armee am Samstag mit. Auch in anderen Teilen des Gazastreifens seien Dutzende Luftangriffe auf Terrorziele geflogen worden. Im Norden Israels an der Grenze zum Libanon habe es mehrmals Luftalarm gegeben, was auf einen möglichen Angriff der mit dem Iran verbĂŒndeten Schiiten-Miliz Hisbollah hindeutete.

@ dpa.de