Tote und Verletzte bei MilitÀreinsatz im Westjordanland
19.06.2023 - 17:14:25Bei einem heftigen Feuergefecht mit der israelischen Armee sind am Montag in Dschenin im besetzten Westjordanland mindestens fĂŒnf PalĂ€stinenser getötet worden. Einer der Toten war nach Angaben des palĂ€stinensischen Gesundheitsministeriums ein 15-JĂ€hriger. Die anderen waren demnach zwischen 19 und 29 Jahre alt. Mehrere Dutzend Menschen seien auĂerdem durch SchĂŒsse teils lebensgefĂ€hrlich verletzt worden.
Bei mindestens zwei der Toten handelte es sich um KĂ€mpfer der militanten PalĂ€stinenserorganisation Islamischer Dschihad, wie die Gruppierung bestĂ€tigte. Unter den Verletzten ist Medienberichten zufolge auch ein palĂ€stinensischer Journalist, der ĂŒber den Einsatz berichtet hatte.
Dem israelischen MilitĂ€r zufolge kam es bei der Festnahme zweier VerdĂ€chtiger zu einem mehrstĂŒndigen Schusswechsel. Durch einen Sprengsatz sei mindestens ein MilitĂ€rfahrzeug beschĂ€digt worden. Ein Armeehubschrauber habe zudem erstmals seit Jahren das Feuer auf mehrere bewaffnete PalĂ€stinenser in Dschenin eröffnet, «um den RĂŒckzug der Truppen zu unterstĂŒtzen». Sieben EinsatzkrĂ€fte seien verletzt worden.
Forderungen nach einem hÀrteren Vorgehen
Noch wĂ€hrend des Einsatzes wurden Rufe nach einem hĂ€rten Vorgehen in Dschenin laut. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich, Mitglied des Sicherheitskabinetts, sagte, es sei «an der Zeit, statt AktivitĂ€ten mit der Pinzette eine breite Operation zur Beseitigung der Terrornester» im Norden des Westjordanlands zu starten. Verteidigungsminister Joav Galant schrieb bei Twitter: «Im Kampf gegen den Terror gibt es keine Kompromisse, wir werden weiter auf den Angriff setzen, wir werden alle uns zur VerfĂŒgung stehenden Mittel einsetzen und die Terrorelemente an allen Orten schlagen.»
Die EU drĂŒckte ihre Besorgnis ĂŒber die Ereignisse in Dschenin aus. MilitĂ€reinsĂ€tze mĂŒssten verhĂ€ltnismĂ€Ăig und im Einklang mit internationalen Recht sein, teilte ein Sprecher mit. Israel solle die Siedlungspolitik beenden, hieĂ es.
Immer wieder Konfrontationen
Dschenin gilt als Hochburg militanter PalĂ€stinenser. Immer wieder kommt es in der Stadt zu gewaltsamen Konfrontationen mit dem israelischen MilitĂ€r. Die Armee macht im Westjordanland seit einer Reihe von AnschlĂ€gen auf Israelis vermehrt Razzien. Neben der im Gazastreifen herrschenden Hamas haben dort der Islamische Dschihad (PJI) sowie weitere lose Gruppierungen an Einfluss gewonnen. Finanziert werden sie gröĂtenteils vom Iran.
Vergangene Woche hatte Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei den PJI-AnfĂŒhrer in Teheran empfangen. Am Montag traf Medienberichten zufolge eine hochrangige Delegation der Hamas fĂŒr GesprĂ€che im Iran ein. Teheran bekrĂ€ftigte erneut seine UnterstĂŒtzung fĂŒr Gruppen im Kampf gegen den Erzfeind Israel.
Seit Beginn des Jahres wurden 127 PalĂ€stinenser bei israelischen MilitĂ€reinsĂ€tzen, Konfrontationen oder nach eigenen AnschlĂ€gen getötet. Im gleichen Zeitraum kamen 18 Israelis, eine Ukrainerin und ein Italiener bei AnschlĂ€gen ums Leben. Israel eroberte das Westjordanland und Ost-Jerusalem wĂ€hrend des Sechstagekrieges 1967. Die PalĂ€stinenser fordern die Gebiete fĂŒr einen eigenen Staat.





