Israel, GegenschlÀge

Israel intensiviert GegenschlÀge im Jemen

27.12.2024 - 04:56:37 | dpa.de

Immer wieder feuert die Huthi-Miliz im Jemen Raketen Richtung Israel. Das israelische MilitÀr holt nun erneut zum Gegenschlag aus - kurz darauf schrillen im eigenen Land wieder die Sirenen.

  • Erneut gibt es in Israel nĂ€chtlichen Raketenalarm. (Archivbild)  - Foto: Francisco Seco/AP/dpa
    Erneut gibt es in Israel nÀchtlichen Raketenalarm. (Archivbild) - Foto: Francisco Seco/AP/dpa
  • Erneut sollen zahlreiche Menschen im Gazastreifen getötet worden sein. (Archivbild) - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa
    Erneut sollen zahlreiche Menschen im Gazastreifen getötet worden sein. (Archivbild) - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa
  • Die Huthi-Miliz im Jemen greift Israel immer wieder mit Raketen und Drohnen an. (Archivbild) - Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
    Die Huthi-Miliz im Jemen greift Israel immer wieder mit Raketen und Drohnen an. (Archivbild) - Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
  • Israel holt nach wiederholten Angriffen der Huthi-Miliz im Jemen erneut zum Gegenschlag aus.   - Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
    Israel holt nach wiederholten Angriffen der Huthi-Miliz im Jemen erneut zum Gegenschlag aus. - Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
  • Israels Regierungschef Netanjahu droht den proiranischen Huthi im Jemen harte SchlĂ€ge an. (Archivbild)  - Foto: Maya Alleruzzo/AP/dpa
    Israels Regierungschef Netanjahu droht den proiranischen Huthi im Jemen harte SchlÀge an. (Archivbild) - Foto: Maya Alleruzzo/AP/dpa
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Israel hat nach wiederholten Raketenangriffen der Huthi im Jemen seine GegenschlĂ€ge gegen die vom Erzfeind Iran unterstĂŒtzte Miliz intensiviert. Die Luftwaffe griff nach israelischen Armeeangaben Infrastruktur der Huthi am internationalen Flughafen der Hauptstadt Sanaa und zudem Ziele in mehreren HĂ€fen, darunter in Hudaida, sowie in zwei Kraftwerken an. Nach Angaben des von den Huthi kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden sechs Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt. 

Kurz darauf wurde laut Israels Armee in der Nacht zum Freitag erneut eine Rakete aus dem Jemen auf Israel abgefeuert. Sie sei außerhalb der Landesgrenzen abgefangen worden. Israels Aggressionen bestĂ€rkten die Huthi nach eigenen Angaben nur noch weiter darin, ihre Angriffe fortzusetzen. Die Angriffe wĂŒrden nicht eingestellt werden «bis die Aggression gegen Gaza aufhört und die Belagerung aufgehoben wird», teilten die Huthi in einer ErklĂ€rung am Morgen mit.

Unterdessen kamen bei einem israelischen Luftangriff auf ein GebĂ€ude im Norden des umkĂ€mpften Gazastreifens nach Angaben der von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mindestens 50 Menschen ums Leben. Unter den Opfern seien auch fĂŒnf Mitarbeiter einer angrenzenden Klinik in der Stadt Beit Lahia, hieß es in einer ErklĂ€rung der Behörde und des Direktors des Kamal-Adwan-Krankenhauses, Hussam Abu Safeia. Die Angaben ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Israels Armee Ă€ußerte sich auf Anfrage zunĂ€chst nicht zu dem Bericht. Die Huthi im Jemen greifen Israel nach eigenen Angaben zur UnterstĂŒtzung der islamistischen Hamas an.

UN-Chef verurteilt Eskalation zwischen Israel und Huthi

UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres rief Israel und die Huthi zur Deeskalation auf. «Die heutigen israelischen Luftangriffe auf den internationalen Flughafen von Sanaa, die HĂ€fen am Roten Meer und Kraftwerke im Jemen sind besonders alarmierend», sagte Guterres nach Angaben einer Sprecherin in New York. «Der GeneralsekretĂ€r verurteilt die Eskalation zwischen Jemen und Israel». Bei den Angriffen am Flughafen war auch ein Team der Weltgesundheitsorganisation um WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus unter Feuer geraten. «Als wir vor etwa zwei Stunden fĂŒr unseren Flug aus Sanaa an Bord gehen wollten, wurde der Flughafen bombardiert», schilderte der Generaldirektor auf der Plattform X. 

Israel warf der Huthi-Miliz vor, zivile Infrastruktur fĂŒr militĂ€rische Zwecke zu nutzen, etwa fĂŒr den Schmuggel von Waffen aus dem Iran. Sie habe außerdem Israel wiederholt mit Drohnen und Raketen angegriffen. Im Großraum Tel Aviv hatte es wegen der Angriffe zuletzt hĂ€ufig Raketenalarm gegeben, so auch wieder in der Nacht nach Israels Gegenschlag im Jemen. Nachdem das israelische MilitĂ€r die beiden Hauptfeinde an seinen Landesgrenzen - die Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon - weitgehend besiegt hat und der Erzfeind Iran auch in Syrien mit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad einen schweren Schlag erlitt, richtet Israel den Fokus nun auf die Huthi.

Netanjahu: Schneiden Arm der iranischen Achse des Bösen ab

Israel sei entschlossen, den «Arm der iranischen Achse des Bösen» abzuschneiden, kĂŒndigte Regierungschef Benjamin Netanjahu am Abend an. Sein Land werde an dieser Aufgabe dranbleiben, bis sie erledigt sei. Außenminister Israel Katz drohte zudem, alle AnfĂŒhrer der Huthi-Miliz zu «jagen», wie Israel es auch andernorts getan habe. Die Huthi stellen fĂŒr Israels StreitkrĂ€fte allerdings eine schwierige Herausforderung dar, schon wegen der geografischen Distanz: Der Jemen liegt mehr als 2.000 Kilometer entfernt.

Hinzu komme, dass die Miliz ein «relativ neuer Feind» sei, auf den sich der israelische Geheimdienst bisher nicht konzentriert habe, zitierte das «Wall Street Journal» Analysten. Die meiste Zeit wĂ€hrend des Krieges im Gazastreifen und im Libanon habe sich Israel auf eine von den USA unterstĂŒtzte Koalition mit StreitkrĂ€ften nahe dem Jemen verlassen, um die Huthi abzuschrecken. Diese BemĂŒhungen seien jedoch nicht erfolgreich gewesen, hieß es. 

Die jĂŒngsten Luftangriffe waren der vierte Gegenschlag Israels auf Ziele im Jemen seit Ausbruch des Gaza-Kriegs und der zweite innerhalb einer Woche. Informierten Kreisen am internationalen Flughafen in der Hauptstadt Sanaa zufolge wurden dort ein Kontrollturm, eine Abflughalle und große Teile der Start- und Landebahnen getroffen. Augenzeugen berichteten der dpa, dass die Explosionen in der ganzen Stadt zu spĂŒren waren. Die Angriffe ereigneten sich wĂ€hrend einer im Fernsehen ĂŒbertragenen Ansprache des MilizenfĂŒhrers Abdel-Malik al-Huthi. Er ging in seiner Rede nicht direkt auf die Angriffe ein.

Die israelischen Luftangriffe folgten auf rund ein Jahr «eskalierender Aktionen» der Huthi im Roten Meer und in der Region, «die eine Bedrohung fĂŒr die Zivilbevölkerung, die regionale StabilitĂ€t und die Freiheit der Schifffahrt darstellen», erklĂ€rte Guterres. Er appellierte an alle, die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur zu schĂŒtzen. Luftangriffe auf die HĂ€fen am Roten Meer und den Flughafen von Sanaa wĂŒrden humanitĂ€re Maßnahmen «in einer Zeit, in der Millionen von Menschen lebensrettende Hilfe benötigen, ernsthaft gefĂ€hrden».

Bericht: SĂ€uglinge in Gaza an UnterkĂŒhlung gestorben 

Nach einem Bericht der palĂ€stinensischen Nachrichtenagentur Wafa starben im umkĂ€mpften Gazastreifen drei SĂ€uglinge an UnterkĂŒhlung. Angesichts der verheerenden Zerstörungen sind viele Menschen in Zeltlagern untergebracht. Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, schrieb auf X: «Wenn Berichte ĂŒber drei in Gaza erfrorene Babys uns nicht bewegen, dann verstehen wir nicht die Geburt in einer Krippe in Bethlehem oder das Licht Chanukkas. Sie sollten uns dazu bewegen, ein Ende des Krieges und des Hamas-Terrors zu fordern, Winter-Lieferungen fĂŒr die Gaza-Einwohner und eine vollstĂ€ndige Freilassung der Geiseln.» 

Israel kritisierte Seibert dafĂŒr. Ein Sprecher des Außenministeriums warf ihm vor, sich nicht auf verifizierte Fakten, sondern Annahmen gestĂŒtzt zu haben. «Es wurde bereits so oft bewiesen, dass Ärzte in Gaza Hamas-Propaganda statt Fakten veröffentlichen», schrieb der Sprecher auf der Plattform X am spĂ€ten Donnerstagabend.

Israel kÀmpft seit dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 gegen die Terrororganisation in Gaza. Seitdem sind dort nach palÀstinensischen Angaben mehr als 45.300 Menschen getötet worden.

Erneut schwere ZusammenstĂ¶ĂŸe in Syrien

In Syrien gab es unterdessen bei schweren ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen SicherheitskrĂ€ften der Übergangsregierung und AnhĂ€ngern des gestĂŒrzten Machthabers Baschar al-Assad erneut Tote. Vier SicherheitskrĂ€fte und mehrere AnhĂ€nger der frĂŒheren Regierung seien ums Leben gekommen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien. Die SicherheitskrĂ€fte hĂ€tten in einem Ort nahe der Stadt Homs eine Razzia ausgefĂŒhrt, um dort einen im Zusammenhang mit Mord- und EntfĂŒhrungsfĂ€llen gesuchten Mann zu finden, hieß es. Bei einem mutmaßlichen Überfall von Assad-AnhĂ€ngern waren bereits zuvor im Gouvernement Tartus offiziellen Angaben zufolge 14 EinsatzkrĂ€fte der Übergangsregierung getötet worden.

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