Selenskyj feiert drittes deutsches Patriot-System
22.07.2024 - 04:58:36 | dpa.deDie Ukraine hat ihre Flugabwehr gegen russische Angriffe gestĂ€rkt und fĂŒhlt sich ein wenig sicherer. «Die deutsche Patriot ist angekommen», sagte PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj in seiner allabendlichen Videoansprache. Deutschland hat der Ukraine drei Patriot-Flugabwehrsysteme zur VerfĂŒgung gestellt, das dritte hat nach Selenskyjs Worten wohl Einsatzbereitschaft gemeldet.
«Wir werden in der Lage sein, mehr am Himmel zu tun», sagte Selenskyj weiter. «NatĂŒrlich gibt es noch viel zu tun, und der Schutz ist noch lange nicht garantiert, aber es ist dennoch ein Gewinn fĂŒr die Ukraine.»Â
Selenskyj hat in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass die Ukraine fĂŒr einen umfassenden Schutz ihres Luftraums weitere Flugabwehrsysteme benötigt. Die von ihm genannten Zahlen fĂŒr die benötigten Patriot-Systeme schwanken zwischen sechs und 25. Wie viele Systeme bisher geliefert wurden und ob sie alle noch einsatzbereit sind, ist unklar.
Russland ĂŒberzieht die Ukraine mit immer neuen Luftangriffen. Dabei wird die ukrainische Flugabwehr entweder von sogenannten Kamikaze-Drohnen geprĂŒft, die meist in Wellen angreifen, oder von Raketen- und Luftangriffen mit speziellen ferngesteuerten Gleitbomben, die von Kampfpiloten ins Ziel gelenkt werden.
MĂ€hdrescher in der Ukraine von Kampfdrohne getroffen
Bei einem russischen Drohnenangriff in der Region Sumy im Osten der Ukraine wurde unterdessen der Fahrer eines MÀhdreschers getötet. Sein Beifahrer sei bei dem Angriff am Nachmittag schwer verletzt worden, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf die örtliche Staatsanwaltschaft. Der MÀhdrescher befand sich auf einem Feld bei der Ernte.
Russland fĂŒhrt seit ĂŒber zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Dabei greifen russische Truppen sowohl zivile als auch militĂ€rische Ziele an.
Kampfhandlungen leicht abgeflaut
Die Kampfhandlungen in der Ukraine flauten am Sonntag leicht ab. Der Generalstab in Kiew berichtete von lediglich 58 bewaffneten ZusammenstöĂen an den diversen Frontabschnitten, ĂŒblicherweise liegt diese Zahl bei ĂŒber 100. Die schwersten KĂ€mpfe wurden aus den Regionen um Charkiw und Kupjansk im Osten gemeldet. «Unsere unerschĂŒtterlichen Verteidiger durchkreuzen die PlĂ€ne der Besatzer und fĂŒgen dem Feind durch ihr professionelles Handeln unter Ă€uĂerst schwierigen Bedingungen irreparable Verluste zu», heiĂt es in der Mitteilung.
Neue russische Truppen bei Charkiw
Das ukrainische MilitĂ€r beobachtet argwöhnisch russische TruppenverstĂ€rkungen im Osten der Ukraine. So seien bei Hlubokoje in der Region Charkiw neue Einheiten stationiert worden, berichtete Nasar Woloschin, Sprecher der dort verteidigenden ukrainischen Truppen. Unter anderem seien eine Angriffstruppe der Marineinfanterie der russischen Pazifikflotte sowie Teile einer SchĂŒtzendivision in das Gebiet gebracht worden.
Das russische MilitĂ€r hatte Anfang Mai eine gröĂere Operation mit Zielrichtung Charkiw begonnen. Ziel des Angriffs war jedoch nicht die Eroberung der GroĂstadt, sondern vielmehr die Errichtung einer Pufferzone zwischen den ukrainischen Stellungen und der nahe gelegenen russischen Grenze. Moskau wollte damit die stĂ€ndigen ukrainischen ArtillerieĂŒberfĂ€lle auf russisches Gebiet unterbinden.
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