Nahost, Israel

Israels Verteidigungsminister warnt Hisbollah scharf

08.08.2023 - 16:05:08 | dpa.de

In den vergangenen Wochen ist die Spannung in der Grenzregion mit dem Libanon gewachsen. Man wolle keinen Krieg, sagt Israels Verteidigungsminister Galant. Und richtet dennoch deutliche Worte an das Nachbarland.

Im Kriegsfall «werden wir nicht zögern, unsere ganze Stärke einzusetzen», sagt Israels Verteidigungsminister Joav Galant. - Foto: Maya Alleruzzo/AP/dpa/Archiv

Israels Verteidigungsminister Joav Galant hat am Dienstag gewarnt, man werde das Nachbarland Libanon im Fall eines neuen Kriegs mit der dort aktiven Hisbollah-Miliz «in die Steinzeit zurückversetzen». Galant reagierte mit diesen Äußerungen auf wachsende Spannungen in der Grenzregion in den vergangenen Wochen.

Israel hatte der Hisbollah zuletzt vermehrte Provokationen vorgeworfen, etwa die Aufstellung zweier Zelte im umstrittenen Grenzgebiet. Auch um den geteilten Grenzort Ghadschar kam es zu neuen Spannungen. Die libanesische Hisbollah ist ein enger Verbündeter des Irans und erhält von dort Unterstützung. Die Organisation betrachtet zugleich Israel als Erzfeind und bekämpft das Nachbarland.

Bei einem Besuch im Grenzgebiet sagte Galant mit Blick auf interne Streitigkeiten um die Justizreform in Israel: «Der Feind muss verstehen, dass wir alle vereint sind, wenn es um die Sicherheit Israels geht. Ich warne die Hisbollah und (den Hisbollah-Chef) Nasrallah, keinen Fehler zu begehen.» Sie hätten in der Vergangenheit für solche Fehler einen hohen Preis bezahlt.

Galant: Werden notfalls «jeden Meter» im Libanon angreifen

Im Kriegsfall «werden wir nicht zögern, unsere ganze Stärke einzusetzen», sagte Galant. Man werde notfalls «jeden Meter» im Libanon angreifen. «Wir wollen keinen Krieg, aber wir sind bereit, unsere Bürger, unsere Soldaten und unsere Souveränität zu verteidigen.»

Die Blauhelme der Unifil überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Die beiden Länder befinden sich offiziell im Kriegszustand. Zuletzt war es 2006 zu einem einmonatigen Krieg zwischen beiden Seiten gekommen. An der Grenze kam es auch danach immer wieder zu Spannungen.

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