In der BerateraffĂ€re musste das Verteidigungsministerium unvollstĂ€ndige Informationen gegenĂŒber dem Bundestag nach einer parlamentarischen Anfrage einrĂ€umen.
Das Wirtschaftsmagazin âCapitalâ berichtet in seiner Ausgabe 2/2020, dass eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage des Magazins die unvollstĂ€ndige Information des Bundestages zugegeben habe. Demnach bestĂ€tigte das Ministerium, dass es drei AuftrĂ€ge vergeben hatte, die in der Antwort auf eine im Oktober 2019 gestellte Kleine Anfrage nicht erwĂ€hnt worden waren. Die AuftrĂ€ge hatte eine bundeseigene Beratungsfirma erhalten.
Immerhin lag das Gesamtvolumen dieser unterschlagenen AuftrĂ€ge â Vergabezeitraum 2017 bis 2018 â bei insgesamt ĂŒber vier Millionen Euro. Die bundeseigene Beratungsfirma hatte dann UnterauftrĂ€ge an private Consultingfirmen vergeben. Die Kleine Anfrage kam von der FDP-Bundestagsfraktion. Diese wĂŒnschte eine Auflistung aller AuftrĂ€ge von Bundesministerien an zwei nĂ€her benannte bundeseigene Beratungsgesellschaften. Das Verteidigungsministerium beantwortete die Kleine Anfrage mit der Drucksache 19/13804 und fĂŒhrte dabei nur die AuftrĂ€ge an eine dieser beiden Gesellschaften auf, unterschlug aber diejenigen an die andere. GegenĂŒber den Journalisten von âCapitalâ behauptete die Sprecherin des Ministeriums, man habe das Parlament keinesfalls absichtlich tĂ€uschen wollen. Vielmehr habe man die Anfrage der FDP fehlinterpretiert und daher teilweise die betreffenden AuftrĂ€ge nicht gemeldet.
Die FDP-Fraktion Ă€uĂerte scharfe Kritik am Wehrressorts unter seiner neuen Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und an dessen Informationspolitik. Sollte die Exekutive das Parlament nicht mehr korrekt informieren, sei das ein sehr grundsĂ€tzliches Problem, so die Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP. Sie bezeichnete die Antwort der Ministeriumssprecherin als respektlos. Möglicherweise, so Strack-Zimmermann, behindere das Wehrressort sogar vorsĂ€tzlich die Arbeit des mit der BerateraffĂ€re befassten Untersuchungsausschusses. Es seien nicht die ersten Informationen, die das Ministerium zurĂŒckgehalten hatte. Auch die Handydaten der Ex-Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) waren immerhin auf ominöse Weise gelöscht worden. Die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann fand dafĂŒr eindeutige Worte: Sie könne bei einer HĂ€ufung solcher VorfĂ€lle nicht mehr an bloĂen Zufall glauben, so die liberale Wehrexpertin.
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