Epstein, USA

Clinton zu Epstein-Skandal: Ich habe «nichts Falsches getan»

27.02.2026 - 22:44:50 | dpa.de

In der Epstein-AffĂ€re muss sich Ex-PrĂ€sident Clinton Fragen zu FlĂŒgen, Fotos und Kontakten stellen. Auch der aktuelle PrĂ€sident Trump Ă€ußert sich dazu.

  • Nach Ex-Außenministerin Hillary Clinton hat nun ihr Mann, der frĂŒhere US-PrĂ€sident Bill Clinton, vor einem Ausschuss des US-Kongresses ausgesagt. (Archivbild) - Foto: Andres Kudacki/FR170905 AP/dpa
    Nach Ex-Außenministerin Hillary Clinton hat nun ihr Mann, der frĂŒhere US-PrĂ€sident Bill Clinton, vor einem Ausschuss des US-Kongresses ausgesagt. (Archivbild) - Foto: Andres Kudacki/FR170905 AP/dpa
  • Der Kongressausschuss will ĂŒber eine Befragung Antworten. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
    Der Kongressausschuss will ĂŒber eine Befragung Antworten. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Epstein war in der High Society bestens vernetzt. (Archivbild) - Foto: ---/AP/dpa
    Epstein war in der High Society bestens vernetzt. (Archivbild) - Foto: ---/AP/dpa
  • Sie habe Epstein nie getroffen, sagt die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton nach ihrer Befragung vor Journalisten.  - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
    Sie habe Epstein nie getroffen, sagt die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton nach ihrer Befragung vor Journalisten. - Foto: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Trump gefĂ€llt es nach eigenen Angaben nicht, dass Clinton unter Eid aussagen muss. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    Trump gefÀllt es nach eigenen Angaben nicht, dass Clinton unter Eid aussagen muss. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
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Der frĂŒhere PrĂ€sident Bill Clinton hat zu Beginn seiner Epstein-Befragung im US-Parlament jede Kenntnis von Straftaten des SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein zurĂŒckgewiesen. «Ich habe nichts gesehen und nichts Falsches getan», heißt es in einer ErklĂ€rung, die der 79-JĂ€hrige im Kontrollausschuss des ReprĂ€sentantenhauses vortragen wollte. Seine Bekanntschaft mit Epstein, der 2019 gestorbenen ist, sei nur kurz gewesen und habe geendet, Jahre bevor dessen Verbrechen ans Licht gekommen seien.

Er habe wĂ€hrend seiner begrenzten Kontakte «keinerlei Anzeichen» fĂŒr das tatsĂ€chliche Geschehen wahrgenommen. Mit Blick auf die folgende Befragung heißt es in Clintons ErklĂ€rung: «Sie werden mich oft sagen hören, dass ich mich nicht erinnere.» Das möge unbefriedigend wirken, doch er werde unter Eid nichts sagen, dessen er sich nicht sicher sei. 

Spekulationen oder Mutmaßungen lehne er ab – er werde «nicht 24 Jahre spĂ€ter Detektiv spielen». WĂ€re ihm auch nur ein Verdacht gekommen, hĂ€tte er Epstein nach eigenen Angaben gemeldet. Zugleich verteidigte Clinton seine Frau Hillary Clinton. Die frĂŒhere Außenministerin habe «nichts mit Jeffrey Epstein zu tun» gehabt, sei nie mit ihm gereist und habe keine seiner Immobilien besucht.

Was Trump zu der seltenen Befragung eines Ex-PrÀsidenten sagt

Die nicht öffentliche Anhörung findet in Chappaqua im US-Bundesstaat New York statt, wo die Clintons leben. Es ist ein Ă€ußerst seltener Vorgang: Erstmals seit Jahrzehnten sagt ein frĂŒherer US-PrĂ€sident vor einem Kongressausschuss aus. Am Vortag war Hillary Clinton bereits befragt worden.

US-PrĂ€sident Donald Trump drĂŒckte sein Bedauern ĂŒber die Anhörung von Bill Clinton aus. «Ich mag ihn und es gefĂ€llt mir nicht, ihn unter Eid aussagen zu sehen», sagte Trump in Washington. Gleichzeitig behauptete er, dass er selbst deutlich stĂ€rker unter Druck gesetzt worden sei. In der Vergangenheit hatte Trump, der in der Epstein-AffĂ€re selbst in den Fokus geraten war, immer wieder versucht, die Aufmerksamkeit auf Clinton zu lenken.

Was bei Bill Clintons Befragung im Fokus steht

Der republikanische Vorsitzende des Kontrollausschusses, James Comer, betonte, derzeit werde den Clintons kein Fehlverhalten vorgeworfen. Ziel der Untersuchung sei es, zu klĂ€ren, wie Epstein zu Einfluss und Reichtum gelangte und welche Netzwerke ihn möglicherweise schĂŒtzten.

Vor Beginn der Befragung von Bill Clinton erklĂ€rte er, man werde den Ex-PrĂ€sidenten zu Fotos, E-Mails und Reisebewegungen im Zusammenhang mit Epstein befragen. Bekannt sei unter anderem, dass Epstein wĂ€hrend Clintons PrĂ€sidentschaft 17 Mal im Weißen Haus war und der Ex-PrĂ€sident mindestens 27 Mal mit Epsteins Flugzeug reiste.

Nach Angaben der Republikaner hatte Hillary Clinton bei ihrer rund sechsstĂŒndigen Befragung am Vortag bei mindestens einem Dutzend Fragen auf ihren Mann verwiesen. Dabei sei es um Fotos und Korrespondenzen gegangen, die einen engen Kontakt zwischen Bill Clinton und Epstein nahelegten. Auch Fragen zu Epsteins angeblicher Rolle im Umfeld der Clinton Foundation – einer von den Clintons gegrĂŒndeten gemeinnĂŒtzigen Stiftung – sowie der «Clinton Global Initiative» seien offen geblieben. Nach der Befragung betonte Hillary aber, sie sei sich sicher, dass ihr Mann nichts ĂŒber Epsteins Verbrechen wisse.

Republikaner werfen Hillary Clinton merkwĂŒrdiges Verhalten vor

Republikanische Ausschussmitglieder warfen Hillary Clinton vor, bei Fragen zu bestimmten Fotos «geschrien» zu haben. Eine Abgeordnete bezeichnete ihr Auftreten als «unhinged» (etwa: außer Kontrolle oder hysterisch). Belege fĂŒr diese Darstellung wurden nicht vorgelegt. Die Republikaner kĂŒndigten an, die Videoaufzeichnungen der Anhörungen «so schnell wie möglich» vollstĂ€ndig zu veröffentlichen.

Demokraten fordern Trump-Aussage vor Ausschuss

Demokraten werfen Comer ein politisch motiviertes Vorgehen vor und fordern, stĂ€rker mögliche Verbindungen anderer Akteure – darunter Handelsminister Howard Lutnick oder US-PrĂ€sident Trump – in den Fokus zu rĂŒcken. WĂ€hrend einer Pause der Befragung von Bill Clinton forderten sie, nun mĂŒsse auch Trump unter Eid vor dem Ausschuss erscheinen. 

Der Demokrat Ro Khanna erklĂ€rte, mit Bill Clintons Aussage sei ein PrĂ€zedenzfall geschaffen worden: Wenn ein frĂŒherer PrĂ€sident einer Vorladung des Kongresses Folge leisten mĂŒsse, dann mĂŒsse das auch fĂŒr Trump gelten. Dieser hatte eine Vorladung des Untersuchungsausschusses zur ErstĂŒrmung des US-Kapitols vom 6. Januar 2021 missachtet – mit der BegrĂŒndung, dass kein PrĂ€sident oder Ex-PrĂ€sident jemals durch eine Vorladung dazu gezwungen worden sei, vor einem Kongressausschuss auszusagen. 

Was ĂŒber die Verbindung Bill Clintons zu Epstein bekannt ist 

Bill Clintons Name wird in den USA schon lĂ€nger mit Epstein in Verbindung gebracht. Einer BBC-Recherche zufolge gibt es bereits Fotos von Clinton und Epstein aus den frĂŒhen 1990er-Jahren. Öffentliche Aufzeichnungen sollen demnach beispielsweise zeigen, dass Epstein 1992 fĂŒr Clintons damaligen PrĂ€sidentschaftswahlkampf spendete.

Damals war von Epsteins Verbrechen noch nichts öffentlich bekannt. Der Finanzier hatte beste Kontakte zur High Society. Der Kontakt zwischen Clinton und Epstein hielt zumindest in den frĂŒheren 2000er-Jahren an. In den bisher veröffentlichten Epstein-Akten taucht Clinton mehrmals auf: Auf einem Bild ist der Demokrat etwa beim Schwimmen in einem Pool mit Epsteins Gehilfin Ghislaine Maxwell zu sehen. Auf anderen Fotos sieht man ihn ohne Bezug zu den beiden.

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