Chile: Stichwahl muss Kampf ums PrÀsidentenamt entscheiden
17.11.2025 - 02:46:47Die Regierungskandidatin Jeannette Jara hat die erste Runde der PrĂ€sidentenwahl in Chile knapp gewonnen, muss aber Mitte Dezember in eine Stichwahl. Die Kommunistin kam auf fast 27 Prozent, wie das Wahlamt nach der AuszĂ€hlung fast aller Stimmen mitteilte. Der deutschstĂ€mmige Rechtspolitiker JosĂ© Antonio Kast erhielt bei der Abstimmung am Sonntag (Ortszeit) demnach gut 24 Prozent. Die beiden stĂ€rksten Bewerber treffen nun in der Stichwahl am 14. Dezember aufeinander.Â
Der amtierende PrĂ€sident Gabriel Boric, der aus verfassungsrechtlichen GrĂŒnden nicht erneut kandidieren konnte, gratulierte den Wahlsiegern der ersten Runde. «In einer Demokratie sollten die Kandidaten, die die BĂŒrger in den Gemeinden und Regionen vertreten wollen, öffentliche AmtstrĂ€ger mit Ehrlichkeit, IntegritĂ€t und Dienstbereitschaft sein», gab er seinen potenziellen Nachfolgern mit auf den Weg.Â
Ăkonom sorgt fĂŒr Ăberraschung
FĂŒr Ăberraschung sorgte der Wirtschaftswissenschaftler Franco Parisi, der es entgegen der jĂŒngsten Umfragen auf den dritten Platz schaffte. Ihm folgten der ultrarechte Johannes Kaiser und die Konservative Evelyn Matthei.Â
Kommunistin und Ultrakonservativer ziehen in Stichwahl ein
Trotz des Siegs der ehemaligen Arbeitsministerin Jara in der ersten Runde zieht nun der ultrakonservative Kast von der Republikanischen Partei als Favorit in die Stichwahl ein. Anders als seine Rivalin hat er die reelle Chance, noch die Stimmen seiner unterlegenen Kontrahenten aus dem rechten Lager zu mobilisieren. «Chile ist wichtiger als die Parteien», sagte der neunfache Vater und strengglĂ€ubige Katholik.Â
Sein rechter Konkurrent Kaiser rĂ€umte seine Niederlage ein und rief seine AnhĂ€nger zur UnterstĂŒtzung von Kast auf. Auch die konservative Kandidatin Matthei gratulierte den Siegern der ersten Wahlrunde. «Unser Vaterland verlangt demokratische Verantwortung, echte Lösungen fĂŒr unsere groĂen Probleme und DialogfĂ€higkeit», sagte sie.Â
Sicherheit und Migration im Mittelpunkt des Wahlkampfes
Im Mittelpunkt des Wahlkampfes standen die Themen Sicherheit und Migration. Obwohl Chile noch immer eines der sichersten LĂ€nder der Region ist, hat die KriminalitĂ€t in einigen Bereichen zuletzt zugenommen. In dem sĂŒdamerikanischen Land mit gut 18 Millionen Einwohnern leben SchĂ€tzungen zufolge mehr als 330.000 AuslĂ€nder ohne gĂŒltige Papiere - die groĂe Mehrheit stammt aus dem Krisenstaat Venezuela.







