Polen, Stichwahl

Polen: Stichwahl entscheidet ĂŒber neuen PrĂ€sidenten

19.05.2025 - 04:30:36

In der ersten Wahlrunde landen der proeuropÀische Rafal Trzaskowski und der nationalkonservative Karol Nawrocki fast gleichauf. Bei der Stichwahl wird es auf die Stimmen der Rechtsextremen ankommen.

  • Der Warschauer OberbĂŒrgermeister Rafal Trzaskowski muss in die Stichwahl um die polnische PrĂ€sidentschaft. - Foto: Piotr Polak/PAP/dpa

    Piotr Polak/PAP/dpa

  • Der Kandidat Karol Nawrocki von der nationalkonservativen PiS muss im Rennen um Polens PrĂ€sidentschaft in die Stichwahl. - Foto: Adam Warzawa/PAP/dpa

    Adam Warzawa/PAP/dpa

  • Der rechtsextreme Kandidat Slawomir Mentzen, der in der ersten Runde der polnischen PrĂ€sidentenwahl auf dem dritten Platz landete, will seinen AnhĂ€ngern eine Wahlempfehlung geben. - Foto: Leszek Szymanski/PAP/dpa

    Leszek Szymanski/PAP/dpa

Der Warschauer OberbĂŒrgermeister Rafal Trzaskowski muss in die Stichwahl um die polnische PrĂ€sidentschaft. - Foto: Piotr Polak/PAP/dpaDer Kandidat Karol Nawrocki von der nationalkonservativen PiS muss im Rennen um Polens PrĂ€sidentschaft in die Stichwahl. - Foto: Adam Warzawa/PAP/dpaDer rechtsextreme Kandidat Slawomir Mentzen, der in der ersten Runde der polnischen PrĂ€sidentenwahl auf dem dritten Platz landete, will seinen AnhĂ€ngern eine Wahlempfehlung geben. - Foto: Leszek Szymanski/PAP/dpa

Bei der PrÀsidentenwahl in Polen hat die erste Runde keinen klaren Sieger hervorgebracht. Der liberalkonservative Kandidat Rafal Trzaskowski aus dem Regierungslager von Donald Tusk lag mit 31,2 Prozent knapp vorn, wie sich aus der AuszÀhlung von 99,7 Prozent der Wahllokale durch die Wahlkommission ergab. Karol Nawrocki von der nationalkonservativen PiS erhielt demnach 29,7 Prozent. Da keiner der beiden die erforderliche absolute Mehrheit erzielte, ist am 1. Juni eine Stichwahl nötig.

Dritter wurde Slawomir Mentzen von der rechtsextremen Konfederacja mit 14,8 Prozent. Auf dem vierten Platz landete der ebenfalls rechtsextreme Grzegorz Braun mit 6,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag Prognosen zufolge bei 66,8 Prozent. Das amtliche Endergebnis wird frĂŒhestens heute Abend erwartet.

Harter Wahlkampf erwartet

Die Abstimmung gilt als Richtungswahl fĂŒr das EU- und Nato-Land Polen. Kommentatoren in Warschau erwarten in den kommenden zwei Wochen eine harte Auseinandersetzung zwischen der regierenden liberalkonservativen BĂŒrgerkoalition (KO) und der PiS. Es sind die beiden grĂ¶ĂŸten KrĂ€fte, die das politische Leben des Landes seit 20 Jahren dominieren. «Das Spiel um alles hat gerade erst begonnen. Ein harter Kampf um jede Stimme. Diese zwei Wochen werden ĂŒber die Zukunft unserer Heimat entscheiden», schrieb der proeuropĂ€ische Regierungschef Donald Tusk auf X.

Tusk braucht einen Sieg seines Kandidaten Trzaskowski, um Reformprojekte voranzubringen. Der bisherige PrÀsident Andrzej Duda, der aus den Reihen der PiS stammt, hatte diese mit seinem Veto gebremst. 

Knapp 29 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, einen Nachfolger fĂŒr den aus dem Amt scheidenden Duda zu wĂ€hlen. Angesichts des knappen Rennens wird es große Bedeutung haben, fĂŒr wen sich die WĂ€hler des Rechtsextremen Mentzen in der zweiten Runde entscheiden. Der 38-jĂ€hrige Unternehmer kĂŒndigte am Wahlabend an, er wolle seinen AnhĂ€ngern bei der Entscheidung helfen. Details werde er aber nicht am Wahlabend, sondern «in KĂŒrze» bekanntgeben.

Trzaskowski sagte am Wahlabend: «Ich garantiere eine gute Zusammenarbeit mit der Regierung, denn unser Land braucht Ruhe und keine Konflikte.» Nawrocki sagte vor AnhÀngern in seiner Heimatstadt Danzig, er wolle verhindern, dass in Polen eine Partei das Machtmonopol erhalte. «Wir sind hier und wir werden gewinnen.»

Staatsoberhaupt hat Einfluss auf die Außenpolitik

In Polen amtiert der PrĂ€sident fĂŒnf Jahre. Das Staatsoberhaupt hat mehr Befugnisse als der BundesprĂ€sident in Deutschland. Er reprĂ€sentiert das Land nicht nur nach außen, sondern hat auch Einfluss auf die Außenpolitik, ernennt den Regierungschef sowie das Kabinett und ist im Kriegsfall Oberkommandierender der polnischen StreitkrĂ€fte.

@ dpa.de