Soldaten, Los

Soldaten in Los Angeles gehen gegen Demonstranten vor

08.06.2025 - 23:46:13

In der Millionenstadt Los Angeles herrscht weitestgehend angespannte Ruhe. Nun kommt es zu einem ersten Vorfall zwischen der Nationalgarde und Demonstranten.

Nach dem Beginn des Einsatzes der Nationalgarde im Raum Los Angeles ist es Medienberichten zufolge zu einer ersten Konfrontation zwischen Soldaten und Demonstranten gekommen. An einem BundesgefĂ€ngnis in der Stadt gingen Soldaten und SicherheitskrĂ€fte des Bundes zum Teil mit TrĂ€nengas vor, um Dutzende Demonstranten zurĂŒckzudrĂ€ngen, wie Fotos und Fernsehbilder zeigten. Auch Rauchgranaten und Pfefferspray seien eingesetzt worden, berichtete die «Los Angeles Times». Es war zunĂ€chst nicht klar, was den Vorfall ausgelöst hatte.

Wenig spĂ€ter gingen Dutzende örtliche Polizisten in der NĂ€he teils mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor, um sie aus der Umgebung des BundesgefĂ€ngnisses zu vertreiben, wie Livebilder des Senders CNN zeigten. Die Polizei erklĂ€rte auf der Plattform X, vereinzelt wĂŒrden Flaschen und Steine in Richtung der SicherheitskrĂ€fte geworfen, es gebe Festnahmen. Die Demonstration in der NĂ€he des BundesgebĂ€udes in der Innenstadt sei verboten worden und mĂŒsse aufgelöst werden. 

Eine CNN-Reporterin vor Ort sagte, der Polizei gehe es wohl darum, die mehreren Hundert Demonstranten zurĂŒckzudrĂ€ngen, um ZusammenstĂ¶ĂŸe mit der Nationalgarde an dem GefĂ€ngnisgebĂ€ude zu vermeiden.

Trump spricht von «gewaltsamen, aufstÀndischen Meuten»

Im Rest der Millionenstadt Los Angeles und den angrenzenden Gebieten schien am Sonntag zunÀchst weitestgehend angespannte Ruhe zu herrschen. Ganz anders die Rhetorik der Bundesregierung: US-PrÀsident Donald Trump etwa sprach auf seiner Plattform Truth Social von «gewaltsamen, aufstÀndischen Meuten», die versuchten, Abschiebungen durch Beamte des Bundes zu verhindern. 

Wegen Protesten im Raum Los Angeles gegen Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE, die auch fĂŒr Abschiebungen zustĂ€ndig ist, hatte Trump am Samstagabend (Ortszeit) die Mobilisierung von mindestens 2.000 Soldaten der Nationalgarde angeordnet. Dem US-MilitĂ€r zufolge waren dort bis Sonntagmorgen bereits rund 300 Soldaten im Einsatz. 

Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gavin Newsom und die BĂŒrgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, sahen keinen Grund fĂŒr eine Mobilisierung der Nationalgarde. Es gebe genĂŒgend örtliche SicherheitskrĂ€fte, eine Militarisierung werde nur zu mehr Spannungen fĂŒhren, erklĂ€rten sie. Beide forderten die Demonstranten auf, friedlich zu protestieren.

@ dpa.de