Nach Koran-Verunglimpfung wieder Proteste im Irak
22.07.2023 - 12:56:21Nach einer islamfeindlichen Aktion in DĂ€nemark sind im Irak erneut Demonstranten auf die StraĂe gezogen. Hunderte Menschen versammelten sich in der Hauptstadt Bagdad nahe der dĂ€nischen Botschaft, wie Augenzeugen berichteten.
SicherheitskrĂ€fte trieben sie mit Wasserwerfern auseinander und hinderten sie am Zugang zur sogenannten GrĂŒnen Zone, in der mehrere Botschaften liegen. Erneut handelte es sich vorwiegend um AnhĂ€nger des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr. Die Demonstranten hielten Fotos Al-Sadrs in die Höhe und forderten Vergeltung.
Koran-Verunglimpfungen gehen voraus
Die Kopenhagener Polizei bestÀtigte dÀnischen Medien, dass am Freitagnachmittag in der NÀhe der dortigen irakischen Botschaft ein Buch verbrannt wurde. Ob es sich um einen Koran handelte, lieà sie offen.
Aufnahmen einer Gruppe namens «Danske Patrioter» (DĂ€nische Patrioten) auf Facebook zeigen, wie ein Mann ein Buch anzĂŒndete, das einem Koran Ă€hnelte. Dann legte er eine irakische Flagge ĂŒber das qualmende Buch, die jedoch nicht Feuer fing. Daraufhin legte er die Flagge auf den Boden und ging mehrmals ĂŒber sie hinweg.
Zuvor hatten bereits Verunglimpfungen von Koran-Exemplaren in Schweden zu Protesten in islamisch geprĂ€gten LĂ€ndern gefĂŒhrt. In Bagdad drangen Demonstranten vor wenigen Tagen in die schwedische Botschaft ein und legten Feuer. Der Irak wies die schwedische Botschafterin aus.
Saudi-Arabiens AuĂenministerium sprach von einer «systematischen Provokation gegen die GefĂŒhle von Millionen Muslimen auf der ganzen Welt». Im Iran und im Libanon schlossen sich Tausende Protesten an. Auch aus der TĂŒrkei kam Kritik.


