Autobombe explodiert in Moskau â Ranghoher Offizier verletzt
24.07.2024 - 09:46:12Bei einem Bombenanschlag im Norden Moskaus ist am Morgen Medien zufolge ein ranghoher russischer Offizier schwer verletzt worden. Eine Autobombe explodierte, als der Mann sich in den Wagen setzte, wie die Behörden mitteilten. Zwei Menschen seien verletzt worden, teilte das Ermittlungskomitee in Moskau mit. Medien berichteten, dem Offizier seien bei der Explosion die Beine weggerissen worden seien; auch die Ehefrau sei verletzt worden.Â
Ermittler waren auf dem Parkplatz in einem Wohngebiet im Einsatz, um die HintergrĂŒnde des Anschlags aufzuklĂ€ren. Auch eine ukrainische Spur werde untersucht, hieĂ es. Das Ermittlungskomitee teilte am Nachmittag mit, dass es einen TatverdĂ€chtigen gebe. Details nannte die Behörde nicht. Der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, sagte laut dem Telegramkanal Shot, dass der Mann in die TĂŒrkei geflohen sei. «Wir arbeiten mit den TĂŒrken, mal sehen...», sagte er.
VerdĂ€chtiger in TĂŒrkei festgenommen
Am frĂŒhen Abend verkĂŒndete der tĂŒrkische Innenminister Ali Yerlikaya dann die Festnahme eines VerdĂ€chtigen im tĂŒrkischen Urlaubsort Bodrum. Man habe einen Hinweis von der russischen Interpol-Einheit bekommen, dass der Mann schon am Morgen von Moskau nach Bodrum geflogen sei, teilte Yerlikaya auf der Plattform X mit. Der VerdĂ€chtige habe keinen Interpol-Eintrag gehabt. Yerlikaya teilte zudem ein Video, auf dem zu sehen ist, wie Polizisten in Zivil ein Auto umstellen und den VerdĂ€chtigen anschlieĂend festnehmen.Â
Im Zuge des Moskauer Angriffskriegs gegen die Ukraine gab es immer wieder BombenanschlĂ€ge auf russischem Gebiet, darunter in der Hauptstadt. Die Ermittler machen dafĂŒr stets ukrainische Geheimdienste verantwortlich. Kiew habe mit dem Vorfall nichts zu tun, sagte Mychajlo Podoljak, Berater im PrĂ€sidentenbĂŒro von Staatschef Wolodymyr Selenskyj, in einem Interview, wie der im Exil lebende russische Journalist Alexander Pljuschtschew bei Telegram mitteilte.
In sozialen Netzwerken kursierten Videos von Ăberwachungskameras, die eine Explosion des geparkten Fahrzeugs zeigen. Auf den Aufnahmen waren das zerstörte Auto sowie weitere beschĂ€digte Fahrzeuge zu sehen. Die Verletzten wurden mit einem Notfallwagen ins Krankenhaus gebracht. SpĂ€ter veröffentlichten die Ermittler auch ein Video von einem Taxi, mit dem der VerdĂ€chtige zum Tatort gefahren sein soll.
Der Mitarbeiter des russischen Verteidigungsministeriums soll ein Offizier des MilitÀrgeheimdienstes sein, berichtete die Zeitung «Kommersant». Am Nachmittag meldeten mehrere russische Medien, dass es Verwirrung um die IdentitÀt des Verletzten gebe, weil zwei Offiziere den gleichen Namen, aber unterschiedliche Funktionen beim MilitÀr hÀtten. Einer der Offiziere meldete sich in Staatsmedien zu Wort, dass er unversehrt sei. Zu dem anderen gab es zunÀchst keinen Kontakt. Offizielle Angaben gab es dazu zunÀchst nicht.





