Fortschritte, GesprÀchen

Klare Fortschritte bei GesprĂ€chen ĂŒber Gaza-Waffenruhe

13.01.2025 - 14:04:02

In Doha wurde nach Medienberichten ein Drei-Stufen-Plan ausgearbeitet. Dieser umfasse die Freilassung von Geiseln sowie palÀstinensischen HÀftlingen und sehe den Wiederaufbau des Gazastreifens vor.

  • Skyline der katarischen Hauptstadt Doha. (Archivbild) - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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  • Zerstörte GebĂ€ude im Gazastreifen. (Archivbild) - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa

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  • Angehörige der israelischen Geiseln und UnterstĂŒtzer demonstrieren immer wieder fĂŒr die Freilassung der Verschleppten. (Archivbild) - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa

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  • Freigelassener palĂ€stinensischer HĂ€ftling. (Archivbild) - Foto: Ayman Nobani/dpa

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Skyline der katarischen Hauptstadt Doha. (Archivbild) - Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaZerstörte GebĂ€ude im Gazastreifen. (Archivbild) - Foto: Ariel Schalit/AP/dpaAngehörige der israelischen Geiseln und UnterstĂŒtzer demonstrieren immer wieder fĂŒr die Freilassung der Verschleppten. (Archivbild) - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpaFreigelassener palĂ€stinensischer HĂ€ftling. (Archivbild) - Foto: Ayman Nobani/dpa

Bei den GesprĂ€chen ĂŒber eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und eine Freilassung der Geiseln in der Gewalt der Hamas hat es nach Angaben beider Seiten deutliche Fortschritte gegeben. Laut israelischen Medienberichten wurde in der katarischen Hauptstadt Doha bereits ein Drei-Stufen-Plan ausgearbeitet. Es gibt viele Anzeichen fĂŒr einen bevorstehenden Durchbruch, aber noch keine offizielle BestĂ€tigung. 

Hoffnung auf eine baldige Einigung

Der israelische Außenminister Gideon Saar sagte bei einem Treffen mit seinem dĂ€nischen Amtskollegen Lars LĂžkke Rasmussen, er habe diesen ĂŒber Fortschritte bei den indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas in Katar informiert. «Israel will die Freilassung der Geiseln sehr und arbeitet hart daran, einen Deal zu erzielen», sagte Saar nach Angaben seines BĂŒros. «Wir werden bald wissen, ob die andere Seite auch einen Deal will. Wir hoffen, in der nahen Zukunft Fortschritte zu sehen.»

Bei den indirekten Verhandlungen in Doha zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas, bei denen neben Katar auch Ägypten und die USA vermitteln, geht es unter anderem um die Freilassung palĂ€stinensischer HĂ€ftlinge im Gegenzug fĂŒr die Geiseln in der Gewalt der Hamas sowie um einen Abzug der israelischen Truppen. 

Auch aus Hamas-Kreisen hieß es, es gebe «große Fortschritte» bei den GesprĂ€chen in Katar. Man bemĂŒhe sich um einen raschen Abschluss der Verhandlungen. Die wichtigsten HĂŒrden seien bereits beseitigt. Man erwarte eine Einigung noch vor dem Amtsantritt des neuen US-PrĂ€sidenten Donald Trump am 20. Januar. 

Hamas stellt sich auf Freilassung palÀstinensischer HÀftlinge ein

Vor dem Hintergrund der Berichte ĂŒber deutliche Fortschritte stellt sich die islamistische Hamas bereits auf eine mögliche Freilassung palĂ€stinensischer HĂ€ftlinge ein. «Wir erneuern unser Versprechen an unser standhaftes, geduldiges Volk und an unsere heldenhaften Gefangenen in den GefĂ€ngnissen und bekrĂ€ftigen, dass ihre Freiheit bald erreicht wird», teilte die Hamas mit. 

Im Zuge einer Waffenruhe Ende November 2023 hatte die Hamas 105 Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entließ Israel 240 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge aus GefĂ€ngnissen. Der Leiter des HĂ€ftlingsverbands, Kadura Fares, hatte der palĂ€stinensischen Nachrichtenagentur Maan gesagt, man rechne im Rahmen einer neuen Vereinbarung mit einer Freilassung von insgesamt rund 3000 palĂ€stinensischen HĂ€ftlingen. 

Aus Hamas-Kreisen hieß es, man warte noch auf Israels Zustimmung zu dem Deal. Der israelische TV-Sender N12 berichtete dagegen, gegenwĂ€rtig warte man bei den Verhandlungen in Katar auf die Reaktion der Hamas. 

Waffenruhe-Plan in drei Phasen

Die nun ausgearbeitete Vereinbarung orientiert sich den Berichten zufolge an einem Waffenruhe-Plan, den US-PrĂ€sident Joe Biden bereits im Mai vergangenen Jahres vorgestellt hatte. N12 berichtete, in einer ersten Phase sollten mehr als 30 «humanitĂ€re FĂ€lle» unter den Geiseln freigelassen werden und erst danach junge MĂ€nner und Soldaten. Die dritte Phase sehe einen Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Gazastreifens und eine alternative Regierung des KĂŒstenstreifens vor. Hoffnungen auf eine abschließende Einigung bei den zĂ€hen Verhandlungen hatten sich bisher immer wieder zerschlagen.

Israels Finanzminister nennt möglichen Waffenruhe-Deal «Katastrophe»

Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich kritisierte die sich abzeichnende Waffenruhe-Vereinbarung als «Katastrophe fĂŒr die nationale Sicherheit des Staates Israel». Smotrich schrieb auf der Plattform X: «Wir werden nicht Teil einer Kapitulationsvereinbarung sein, die die Freilassung von Erzterroristen, einen Stopp des Krieges und eine VerwĂ€sserung der Errungenschaften vorsieht, die mit viel Blut erkauft wurden.» Die Vereinbarung wĂŒrde auch bedeuten, viele Geiseln im Stich zu lassen, schrieb er. 

«Jetzt ist der Zeitpunkt, mit aller Kraft weiterzumachen, den ganzen Gazastreifen zu erobern und zu sĂ€ubern, der Hamas endlich die Kontrolle der humanitĂ€ren Hilfe aus der Hand zu nehmen und in Gaza die Tore zur Hölle zu öffnen, bis zur völligen Kapitulation der Hamas und RĂŒckfĂŒhrung aller Geiseln», schrieb Smotrich. 

Smotrich und der ebenfalls rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir verfolgen höchst umstrittene Ziele wie etwa eine israelische Wiederbesiedlung des Gazastreifens. Sie haben dem MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu in der Vergangenheit mit dem Platzen der Koalition gedroht, sollte Israel das von Biden unterstĂŒtzte Abkommen umsetzen.

Trumps Vize droht der Hamas

Der designierte US-VizeprĂ€sident J.D. Vance drohte der Hamas mit schwerwiegenden Konsequenzen, falls sie sich vor dem Machtwechsel in Washington nicht zu einem Deal mit Israel durchringen sollte. Auf die Frage, was der kĂŒnftige PrĂ€sident Trump mit seiner AnkĂŒndigung gemeint habe, im Nahen Osten werde «die Hölle losbrechen», falls die Geiseln der Hamas nicht bis zu seiner AmtseinfĂŒhrung auf freiem Fuß sein sollten, zĂ€hlte Vance bei Fox News mehrere Folgeschritte auf, ohne dabei ganz konkret zu werden. Unter anderem bedeute es, «die Israelis in die Lage zu versetzen, die letzten Bataillone der Hamas und ihre FĂŒhrungsriege auszuschalten», meinte er.

Bei dem Überfall der Hamas und verbĂŒndeter Terroristen auf den SĂŒden Israels am 7. Oktober 2023 waren etwa 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt worden. Inzwischen befinden sich noch 98 Geiseln in dem KĂŒstengebiet, wobei davon ausgegangen wird, dass mindestens ein Drittel von ihnen bereits tot sein dĂŒrfte.

@ dpa.de