Argentiniens VizeprĂ€sidentin droht wieder Ărger vor Gericht
19.09.2023 - 04:26:15Rund einen Monat vor der PrĂ€sidentenwahl in Argentinien hat die Justiz des sĂŒdamerikanischen Landes zwei Verfahren gegen die amtierende VizeprĂ€sidentin Cristina Kirchner wieder aufgenommen.
Das Bundesberufungsgericht habe zwei Einstellungen von Strafverfahren gegen Kirchner wegen GeldwĂ€sche und Behinderung der Justiz kassiert und die Einleitung von mĂŒndlichen Verhandlungen angeordnet, berichteten gestern argentinische Medien. Die frĂŒhere Staatschefin (2007-2015) Kirchner kann gegen die Entscheidung noch Einspruch beim Obersten Gerichtshof einlegen.
Ein Bombenanschlag und ein Mord
Bei den Strafverfahren geht es um GeldwÀsche im Zusammenhang mit umstrittenen Hotel- und ImmobiliengeschÀften sowie um ein Memorandum mit der iranischen Regierung.
WĂ€hrend ihrer Amtszeit hatte die argentinische Regierung sich mit Teheran darauf verstĂ€ndigt, die Ermittlungen zum Bombenanschlag auf das jĂŒdische Gemeindehaus Amia in Buenos Aires im Jahr 1994 mit 85 Toten in die HĂ€nde einer internationalen Wahrheitskommission zu legen. Die Drahtzieher des Attentats sollen den Ermittlungen zufolge aus der Schiiten-Miliz Hisbollah oder iranischen Regierungskreisen stammen.
Der Sonderstaatsanwalt fĂŒr die Ermittlungen zu dem Attentat, Alberto Nisman, war Anfang 2015 erschossen in seiner Wohnung entdeckt worden. Wenige Tage vor seinem Tod hatte er die damalige PrĂ€sidentin Kirchner wegen Behinderung der Justiz und Verschleierung angezeigt.
JĂŒngstes Urteil noch nicht rechtskrĂ€ftig
Ende vergangenen Jahres war Kirchner wegen Korruption bereits zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Da das Urteil noch nicht rechtskrĂ€ftig ist, bleibt die VizeprĂ€sidentin vorerst auf freiem FuĂ. Die Ex-PrĂ€sidentin gilt als die eigentliche Strippenzieherin in der amtierenden Regierung von PrĂ€sident Alberto FernĂĄndez. Am 22. Oktober wĂ€hlen die Argentinier einen neuen Staatschef. Aus den Vorwahlen ging der libertĂ€re Populist Javier Milei als Sieger hervor, der das Lager um Kirchner stark kritisiert.





