Lawrow, Sicherheitsgarantien

Lawrow zu Sicherheitsgarantien: UN-VetomÀchte als Garanten

21.08.2025 - 13:22:05

In Europa wird debattiert: Wer soll wie und wo mit welchen KrĂ€ften die Ukraine kĂŒnftig schĂŒtzen? Doch Moskau will keine fremden Truppen dort und hat eigene PlĂ€ne.

Bei möglichen Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine zeichnet sich Streit zwischen Kiew und seinen VerbĂŒndeten auf der einen Seite und Moskau andererseits ab. Das Prinzip kollektiver Sicherheitsgarantien sei weiter aktuell, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Russland lehne aber Garantien ab, an denen es nicht beteiligt sei und die sich gegen Moskau richteten. 

Auch auslĂ€ndische Truppen in der Ukraine seien absolut inakzeptabel, sagte Lawrow, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Er Ă€ußerte sich bei einem Treffen mit dem indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar.

Seit dem Treffen des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj und europĂ€ischer Spitzenpolitiker mit US-PrĂ€sident Donald Trump in Washington am Montag wird beraten, wie militĂ€rische Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine aussehen könnten. Dabei geht es um eine StĂ€rkung der ukrainischen VerteidigungsfĂ€higkeit, aber auch um mögliche Truppen in oder dicht an der Ukraine zur Absicherung. 

Die USA planen nach Trumps Aussage zwar, sich zu beteiligen. Die Hauptlast wĂŒrden aber den europĂ€ischen Nato-Mitgliedern, darunter Deutschland, in der sogenannten Koalition der Willigen tragen.

Moskau will UN-VetomÀchte als Garanten

Lawrow hatte schon am Mittwoch ein ganz anderes Modell umrissen: Die fĂŒnf stĂ€ndigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat, also Russland, USA, China, Frankreich und Großbritannien sollten die Sicherheit der Ukraine garantieren. 

Der Außenminister erinnerte daran, dass ein Ă€hnliches Modell bereits bei den russisch-ukrainischen GesprĂ€chen in Istanbul 2022 auf dem Tisch gelegen habe – die fĂŒnf Mitglieder im UN-Sicherheitsrat als Garanten ergĂ€nzt um Staaten wie Deutschland oder die TĂŒrkei. Erneut warf er den westlichen Staaten vor, die Ukraine damals an einer Unterschrift gehindert zu haben.

Ein Veto aus Moskau und Peking? 

Nach allem, was ĂŒber die Verhandlungen von 2022 bekannt ist, gab es aber in wichtigen Punkten keine Einigung. Russland wollte nicht nur Garant sein, sondern schrieb sich auch ein Vetorecht zu. Es hĂ€tte bei einem neuen Angriff auf die Ukraine gegen ein Eingreifen der anderen GarantiemĂ€chte stimmen können. 

Auch bei dem jetzt von Lawrow vorgeschlagenen Modell sehen Experten die Gefahr, dass es eine Frontstellung der VerbĂŒndeten Russland und China gegen die USA, Großbritannien und Frankreich geben könnte.

Noch kein Ort fĂŒr Treffen von Putin und Selenskyj

Selenskyj sprach in Kiew unterdessen erneut von Garantien, die dem Beistandsversprechen von Artikel 5 der Nato gleichkommen. Er rechne in sieben bis zehn Tagen mit Klarheit, wie dieses Modell aussehen werde. Danach sei er bereit, sich mit Russlands PrÀsidenten Wladimir Putin zu treffen, sagte er Medienberichten zufolge. 

Er forderte eine «starke Reaktion» der USA, falls sich der Kremlchef einem Treffen verweigern sollte. Selenskyj hatte am Mittwoch mit Journalisten gesprochen, seine Äußerungen wurden einen Tag spĂ€ter veröffentlicht.

In Moskau ist Trumps Vorschlag fĂŒr einen Gipfel Putins mit Selenskyj bislang nicht abgelehnt worden, wird aber ausweichend behandelt. Der Kremlchef möchte erst eine umfassend vorbereitete Einigung, bevor er sich mit seinem GegenĂŒber aus Kiew trifft. 

Selenskyj sagte zu möglichen Orten, infrage kĂ€men neutrale europĂ€ische Staaten wie die Schweiz oder Österreich, aber auch die TĂŒrkei. Moskau sei ausgeschlossen, Budapest wĂ€re wegen der gespannten Beziehungen zu Ungarn nicht leicht.

@ dpa.de